Sozial-Wahn um Teenager (14) Luxus-Segeltörn für «Carlos von Schmerikon»

Er wird bereits als «Carlos von Schmerikon» bezeichnet: Der Jugendliche B. K. befindet sich auf einem staatlich verordneten Segeltörn. Die unkonventionelle Therapie-Massnahme muss die Gemeinde berappen.

Das «Jugendschiff Salomon» soll Problemkinder wieder auf Kurs bringen. play

Das «Jugendschiff Salomon» soll Problemkinder wieder auf Kurs bringen.

www.jugendschiffe.ch

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Seit vier Monaten schippert B. K.* aus Schmerikon SG auf dem «Jugendschiff Salomon» durch das Mittelmeer und den Atlantik. Unfreiwillig. Der 14-Jährige wurde aufs Meer geschickt, nachdem die Behörden auf dem Festland keine Perspektive mehr für den schwer erziehbaren Jugendlichen sahen.

390 Franken kostet die Therapie pro Tag. Bei einer vorgesehenen Mindestdauer von 40 Wochen macht das rund 110'000 Franken – exklusive Nebenkosten von 360 Franken pro Monat. Weil die Mutter die Kosten selbst nicht tragen kann, muss Gemeinde Schmerikon die Rechnung bezahlen, wie die «Obersee Nachrichten» heute berichten.

Dabei ist jetzt schon klar, dass die Kosten für die 3500-Einwohner-Gemeinde noch viel höher ausfallen werden. Denn die Therapie scheint bei B. bislang nicht zu fruchten. Es fehle ihm an «sozialen Kompetenzen», die «Sorgfalt» sei ungenügend. Darum muss er mehrere Wochen länger auf dem Schiff bleiben, das von einer Stiftung mit Sitz im Kanton Bern geführt wird. Wäre er ein ganzes Jahr auf dem Schiff, würde die Therapie schon 157'000 Franken kosten.

KESB ordnete Segeltörn an

An die Stiftung verwiesen wurde B. von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Gegen den Willen seiner Mutter verordnete sie B. die Schiffstherapie. Sie hat ihren Sohn nach eigenen Angaben auf ein Internat im Berner Oberland schicken wollen – für «nur» 60'000 Franken jährlich. Doch das war den Behörden offenbar nicht erfolgsversprechend genug. Sie entzogen der Mutter die Obhut und ordneten die Schiffs-Therapie als «fürsorgerische Massnahme» an.

«Meine Schule wäre viel günstiger gewesen und ich hätte meinen Sohn in der Nähe gehabt», kritisiert die Mutter den KESB-Entscheid. «Ausserdem hätte er dort einen Schulabschluss bekommen.»

Doch vor der Verwaltungs-Rekurskommission des Kantons St. Gallen und dem Kantonsgericht stiess die Frau auf taube Ohren. B. bleibt auf dem Schiff, ob sie will oder nicht. Am Sonntag darf sie jeweils mit ihrem Sohn telefonieren - maximal 20 Minuten. (lha)

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 25.09.2014 | Aktualisiert am 18.02.2016
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34 Kommentare
  • Anton  Dupont , via Facebook 25.09.2014
    Was muss man machen um sowas zugeteilt zu bekommen? Diebstahl? Rentner angreifen?
    Eins ist sicher, zu schnell mit dem Autofahren bestimmt nicht, dann nimmt man lieber das Auto der Mutter weg.
  • Bernd  Matzgen 25.09.2014
    He Leute, zieht doch eure nächste Kreuzfahrt von der Steuerrechnung ab. Mal sehen, was die Steuerverwaltung dazu meint.
  • Andreas  Eberli 25.09.2014
    Viel günstiger wäre den Jungen auf eine Alp zu schicken, die nur per Seilbahn erreichbar ist. Abhauen könnte er schon mal nicht. Zudem wäre er nach einem Dienst von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr abends so kaputt dass er nicht auf dumme Gedanken kommt. Und Essen gäbe es nur, wenn er folgsam ist. Und wenn das nicht reicht, kann er in den Wintermonaten tagein-tagaus Schnee schaufeln. Der geht in den Bergen nie aus! Mit anderen renitenten Kindern auf einem Schiff herumzugondeln bringt rein gar nichts!
  • Remo  Gunzinger , via Facebook 25.09.2014
    Die Massnahme ist wirklich gut. Aber warum ist diese so extrem teuer? Es wird einfach in diesem Bereich zu viel abgezockt. Des anderen Leid des anderen Freund..-
  • Cedric  Stalder 25.09.2014
    ich glaube ich spinne was soll das?
    Diese jugendlichen sollten mal auf die Alp Schafe hüten, Zäune setzen und dem Alpler helfen da muss man nur dass essen bezahlen sonnst nichts !!