Sommer-Unwetter - Altstätten SG im Schlamm «Mein Auto schwamm an mir vorbei!»

Die Strassen von Altstätten SG versinken im Schlamm und Dreck. Menschen in Gummistiefeln versuchen mit Schaufeln und Baggern die Situation unter Kontrolle zu bringen. Das Unwetter am Montagabend hat im Städtchen verheerende Spuren hinterlassen. In der ganzen Region musste die Feuerwehr an rund 130 Einsätze ausrücken.

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Besonders hart hat es das Zentrum von Altstätten getroffen. Äste verstopften den Stadtbach, das Wasser überflutete umliegende Strassen, Keller und Wohnungen. Hausbesitzer und Chef der Beiz Schlüssel, Christian Aebi (44), sagt: «Ich musste zusehen, wie meine Beiz buchstäblich den Bach runterging.»

Das Clublokal der Töfffahrer ist nicht mehr zu retten, alles ist nass und verdreckt. Auch die Pizza-Vorbereitungsküche ist verloren. «Das Wasser stand drei Meter hoch», sagt Aebi.  «Zuerst kam ich nicht einmal zu meinem denkmalgeschützten Haus durch. Die ganze Nacht über musste Wasser ausgepumpt werden.»

Lebensmittelverkäuferin Myriam Gut (44) trifft es ebenfalls hart: «Ich war zu Hause, als es plötzlich fürchterlich rumpelte. Ich konnte zusehen, wie der Bach über die Ufer trat und alles mitriss. Garage, Keller und der Eingangsbereich standen voll Wasser.»

Sachschaden von mehreren Hunderttausend Franken

Pflegefachfrau Priska Zünd (42) aus Bad Ragaz SG besuchte in Altstätten die Eltern. Das Auto parkierte sie wenige Meter entfernt. Als die Lage ausser Kontrolle gerät, sieht sie, wie es 100 Meter weggespült wird: «Mein Auto schwamm direkt vor dem Haus an mir vorbei. Dahinter folgte gleich noch eines.»

Eine Welle aus Schlamm und Wasser bahnte sich einen Weg in die Schreinerei Popp. Die Büroräumlichkeiten sind komplett zerstört. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Juniorchef Christian Popp (28). «Als ich zur Schreinerei kam, konnte ich gar nicht mehr ins Geschäft rein. Das Wasser hatte das ganze Büro überflutet. Alles ist kaputt.» Den Sachschaden schätzt Popp auf mehrere Hunderttausend Franken.

Besonders schlimm traf es die neue Überbauung im Wiesental. Etliche der Wohnungen sind nicht mehr bewohnbar. «Meine Mutter und ich assen gerade Spaghetti», sagt Kaufmann Thomas Hasler (30), «als wir sahen, wie das Wasser anstieg.» Blitzschnell sei alles gegangen, dann war die Wohnung überflutet. «Wir flüchteten in die oberen Stockwerke», sagt Hasler. «Alles ist zerstört. Auch mein Auto, das in der Tiefgarage steht.»

Auch André Hildesheim (36) hat alles verloren. Er ist mit Frau und Sohn in den Ferien in der Slowakei, als er von der Überschwemmung erfährt. Sofort setzt er sich ins Auto. «Ich fuhr die ganze Nacht durch», sagt der Strassenbauer. «Als ich am Morgen ankam, sah ich das Ausmass der Katastrophe.» Sämtliche Möbel, Spielsachen und Geräte sind zerstört. Erst vor zwei Jahren zog die Familie ein. Sohn Erik Lukas (2) sollte mehr Platz haben. Nun müssen sie wieder von vorne beginnen.»

Publiziert am 30.07.2014 | Aktualisiert am 30.07.2014
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Unwetter-Opfer aus Schangnau: «Da nützt keine Verbauung!»
Bild der Zerstörung in Altstätten SG

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4 Kommentare
  • Peter  Hänsenberger 30.07.2014
    Warnungen und vorbeugende Massnahmen hätten schon in einigen Fällen die Auswirkungen von Naturkatastrophen begrenzt, ob die verschiedenen Gemeinden aus der Naturkatastrophen von 2014 was daraus lernen, das bleibt ein Fragezeichen. Naturkatastrophen gibt es schon lange, aber die Menschheit muss sich lernen darauf einzustellen, dass die Naturkatastrophen die Menschheit auf der Erde in Zukunft bedrohen wird.
  • Peter  Hänsenberger 30.07.2014
    Ich wünsche den Leuten von ``Altstätten SG`` viel Kraft und Energie: Wasser darf man nie unterschätzen.
  • peter  huber aus Taipei, Taiwan, ROC
    30.07.2014
    Wirklich eine Tragödie für alle Betroffenen. Hoffentlich bleibt die Region von weiteren Regengüssen verschont so das die Aufräumarbeiten bald abgeschlossen werden können und mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann. Für den Verfasser des Artikels: Autos können nicht schwimmen, auch Mazda nicht. Vermutlich wäre: mein Auto wurde an an mir vorbei geschwemmt die zutreffende Aussage.
  • Rolf  Hess aus Münchenbuchsee
    30.07.2014
    Nach dem laufenden Abbau der Bestände der Armee und der Kurse hat es nun plötzlich nicht mehr so viel Militär in der Gegend die, wie seinerzeit in Brig, sofort zur Stelle sind, um zu helfen. Es wäre nun dringend ein Kontingent GSoA Leute, unter dem Kommando vom Herrn Lang aus Zug aufzubieten, die da in den Katastrophengebieten der Feuerwehr und den Zivildiensten zu Hilfe kämen. Aber eben. Die kann man für so etwas gar nicht brauchen.