Sohn von Opfer des Dreifachmörders von Wohlen AG «Meine Mutter war keine Prostituierte»

WOHLEN AG - Das Bundesgericht hat bestätigt, dass der Dreifachmörder von Wohlen AG nach Verbüssung von 15 Jahren Haft nicht freikommt. Der Sohn der ermordeten Josefine S. (†34) ist erleichtert. Und er will im BLICK-Interview endlich mit Unwahrheiten aufräumen.

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Die Überraschung für Freddy Bättig Heridia war gestern Morgen gross: Der 23-Jährige erfährt via BLICK, dass der Mörder seiner Mutter nicht freikommt. Die Rede ist vom Dreifachmörder von Wohlen AG. «Es war ein Schock, nach so langer Zeit wieder ihr Bild in der Zeitung zu sehen.» Das habe die vielen Wunden von damals wieder aufgerissen.

Im Oktober 2000 tötete der Dominikaner Jorge Arias im Personalhaus eines Nachtclubs in Wohlen die Mutter von Bättig und zwei weitere Frauen auf brutale Art und Weise. Das Bezirksgericht Bremgarten AG verurteilte ihn zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe. Nun wird er verwahrt, wie das Bundesgericht entschieden hat.

«Es wurden viele Lügen erzählt»

Bättig war erst sieben Jahre alt, als er in der Dominikanischen Republik am Telefon vom Tod seiner Mutter erfuhr. «Damals hat sich alles verändert.» Obwohl er seine Mutter, die in Österreich lebte, nur selten sah, sei der Kontakt mit ihr gut gewesen. «Wir haben viel telefoniert.»

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Die Zeit nach dem Mord sei für die ganze Familie äusserst schwierig gewesen. «Es wurden so viele Lügen erzählt. Das hat unsere Familie sehr verletzt, und es dauerte lange, um damit fertig zu werden.»

Mit einer Sache will Bättig nun endgültig aufräumen: «Meine Mutter war keine Prostituierte!» Die ganzen Milieutheorien der Medien seien Lügen. «Nur, weil sie die Frauen kannte und eine Dominikanerin ist, heisst es noch lange nicht, dass sie auch in dem Gewerbe arbeitete.»

Seine Mutter sei in Österreich glücklich verheiratet gewesen. Mehr über die Umstände, wieso seine Mutter damals mit den beiden Frauen unterwegs war, weiss Bättig nicht.

«Ein solcher Mensch darf nie mehr auf andere losgelassen werden»

Dass der Mörder seiner Mutter nun nicht freikommt, erleichtert ihn. «Ich bin froh, dass das Gericht so entschieden hat.» Für ihn ist klar: «Ein solcher Mensch darf nie mehr auf andere losgelassen werden.»

Bättig quält heute vor allem, dass er immer noch nicht weiss, wieso Arias seine Mutter und die zwei anderen Frauen tötete. Von seiner Tante hat er erfahren, dass Arias scheinbar nur mit einer der Frauen ein Problem hatte und die anderen als Zeuginnen beseitigte. «Ob das stimmt, ist unklar, er hat das so einem Mithäftling aus der Dominikanischen Republik erzählt.»

Um endlich Klarheit zu bekommen, würde Bättig den Mörder seiner Mutter gern im Gefängnis besuchen. «Aber ob der nach so langem Schweigen mit mir spricht, bezweifle ich.»

Publiziert am 18.11.2016 | Aktualisiert am 19.11.2016
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