MIgrationsamt räumt beim FC St. Margrethen auf Illegal anwesende Fussballspieler ausgeschafft!

ST. MARGRETHEN - SG - Beim FC St. Margrethen spielten mehrere Fussballer ohne Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung. Nicht nur den Spielern, sondern auch dem Club drohen juristische Konsequenzen.

St. Galler Fussballclub FC St. Margrethen schafft illegale Spieler aus play

Fünf Spieler des FC St. Margrethen mussten die Schweiz verlassen. Darunter: H.P (vordere Reihe, 2. von links), J.S. (vordere Reihe, 3. von links), E.H. (mittlere Reihe, 3. von links) und T.A. (mittlere Reihe, 4. von links).

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Das Migrationsamt St. Gallen hat vergangene Woche vier Fussballer des FC St. Margrethen ausgeschafft. Die Spieler seien bei dem Club illegal unter Vertrag gestanden, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Weil die vier Männer aus Brasilien und Bosnien, die zwischen 20 und 28 Jahre alt sind, keine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung hatten, waren sie Ende Woche an ihrem Wohnort festgenommen worden. Wegen rechtswidrigem Aufenthalt und Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung wurden sie zu bedingten Geldstrafen verurteilt.

Einer ging freiwillig

Ein weiterer Spieler des Clubs wurde wegen denselben Delikten festgenommen und verurteilt, verliess die Schweiz schliesslich aber freiwillig. Für die nächsten drei Jahre sind die fünf Männer mit einer Einreisesperre belegt. Die Strafbefehle seien noch nicht rechtskräftig, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Laut Natal Schnetzer, Präsident des FC St. Margrethen, sei sich der Club keiner Straftat bewusst gewesen, als man die fünf Spieler Anfang Saison unter Vertrag genommen habe. «Wir haben immer wieder Spieler, die beispielsweise aus Bosnien zu uns kommen wollen und dann für Kost und Logis sowie ein Taschengeld von 300 bis 400 Franken eine Saison hier spielen», sagt Schnetzer. Dass man dabei bereits von einem «Lohn» spreche, habe selbst er als Unternehmer nicht gewusst.

«Ein harter Schlag für uns»

Er hält die Massnahmen vor diesem Hintergrund für unverhältnismässig, besonders die Art und Weise, wie die Spieler festgenommen worden seien. «Hier hat man mit Kanonen auf Spatzen geschossen», meint Schnetzer. «Schliesslich sind die Spieler von uns finanziell vollumfänglich getragen worden und wären Anfang November wieder nach Hause geflogen.» Mit fünf Spielern weniger werde es jetzt doppelt so schwierig, als Dorfverein in der Liga mitzuhalten. «Das ist ein harter Schlag für uns», sagt Schnetzer.

Zudem drohen auch den Verantwortlichen des Clubs, bei dem die Fussballer illegal spielten, juristische Konsequenzen. Polizeiliche Ermittlungen würden laufen, sagt Roman Dobler, Sprecher der St. Galler Staatsanwaltschaft. Sie müssen im Falle einer Verurteilung mit einer Geldstrafe oder einer Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. (lha)

Publiziert am 05.10.2016 | Aktualisiert am 05.10.2016
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20 Kommentare
  • Martin  Fürst aus Zürich
    06.10.2016
    Dasselbe wird gemacht mit Haushälterinnen und Pflegerinnen. Kost und Logis im Seniorenhaushalt, plus ein Taschengeld. Das ist übrigens unsere Zukunft in der Post-Crisis Welt, ob wir wollen oder nicht.
  • Giorgio  Müller aus St. Gallen
    06.10.2016
    Dieser "Unternehmer" ist Chefredaktor eines Hochglanzmagazins, in dem sich vorwiegend rechtsgerichtete Politiker äußern und Firmen gegen Geld einander Hochglanzimage vorgaukeln können. Wer hat hier von wem was gelernt?
  • Adrian  Rüst , via Facebook 06.10.2016
    Den Job haben sie niemandem weggenommen. Freiwillig waren sie auch da. Wenn es heute in einem Dorfverein schlicht nicht mehr reicht eine komplette Mannschaft mit eigenen Spielern zu stellen, dann möchte man die sieben oder acht guten Einheimischen nicht wegschicken, sondern holt sich Auswärtige dazu. Ob das richtige Eidgenossen sein müssen, sei dahingestellt. In sämtlichen 1500 Schweizer Fussballclubs beziehen zudem Trainer einen "Lohn", der nur in den wenigsten Fällen angegeben wird.
  • Peter   Gamma aus Brunnen
    05.10.2016
    Solche Leerläufe sind auch für Junioren-und 2.Mannschaft-Spieler sehr erfreulich, ebenso für die Identifikation der Dorfbevölkerung mit so einem Verein. Leider gibt es solche Beispiele zu Hauf.
  • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
    05.10.2016
    Der Unternehmer will nichts davon gewusst haben, dass Kost und Logis und auch der Betrag von etwa CHF 400 nicht sozialversicherungspflichtig gewesen sein sollen? Diese Begründung ist zum Lachen, vielleicht wäre es an der Zeit, die Lohnbuchhaltung des Unternehmers selbst bezüglich korrekter Abrechnung sehr genau zu prüfen. Hoffentlich geschieht dies.