Nach Canyoning-Drama in Amden Sie steigen wieder in den Todes-Bach

AMDEN - SG - Im Fallenbach sind zwei Menschen beim Canyoning gestorben. Die Gemeinde Amden will den Extremsport nicht verbieten

  • Publiziert: 16.10.2012
  • Von Kathia Baltisberger

Erst eine Woche ist es her, dass im Fallenbach in Amden SG zwei Menschen ums Leben kamen. Und doch stiegen gestern die ersten Wagemutigen wieder in die Fluten. Anwohner sahen, wie die Extremsportler eine Canyoning-Tour machten, und sind empört.

Sie gehören zur Alpinschule Tödi. Jonathan G. (†24) war Guide bei dem Canyoning-Anbieter. Er und eine deutsche Touristin kamen bei dem Unglück am 7. Oktober ums Leben.

«Es bestand keine Gefahr»

Fridolin Hauser, Geschäftsführer der Alpinschule Tödi bestätigt gegenüber «Tele Züri»: «Es waren sieben unserer Guides selbstständig im Fallenbach unterwegs. Sie haben die Unfallstelle inspiziert, wollten selber schauen, wie es zum Unglück kommen konnte.»

«Für die Guides bestand gestern keine Gefahr», sagt Hauser weiter. Doch er verstehe den Ärger der Anwohner. In Zukunft werden seine Guides den Bach nicht mehr selbst inspizieren, sondern die Arbeit der Polizei überlassen.

Doch verbieten kann man es niemandem, wieder in den Fallenbach zu steigen. Denn die Gemeinde Amden SG will das Canyoning auch in Zukunft nicht verbieten.

«Wir haben das gestern in der Gemeindeversammlung besprochen. Aber es war schon von Vornherein klar, dass es kein Verbot geben wird», sagt Gemeindepräsident Urs Roth zu Blick.ch.

Ein Verbot wäre unverhältnismässig

«Diese Verantwortung kann man nicht einfach der Gemeinde übergeben. Ausserdem wäre eine rechtliche Grundlage nötig. Und die wäre in diesem Fall schwer zu finden.»

Der Unfall sei sehr tragisch, doch das Canyoning deswegen ganz zu verbieten, sei «unverhältnismäs­sig». «Basejumpen ist viel gefährlicher und das wird ja auch nicht verboten. Canyoning wird als mittelgefährlich eingestuft. Aus­serdem können auch bei ungefährlichen Sportarten wie Wandern oder Biken tödliche Unfälle passieren», sagt Roth.

«Ein gewisses Risiko bleibt. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er in den Bach will.»

Beliebteste Kommentare

  • Lubi  Massy
    Gestern hats den ganzen Tag geregnet, wie letzte Woche... wieso sollte da keine Gefahr bestehen?
    • 16.10.2012
    • 23
    • 5
  • peter  vonlanthen
    Wie sieht das dann versicherungstechnisch aus? Müssen diese Leute dann auch eine Zusatz-Risikoversicherung abschliessen?
    • 16.10.2012
    • 16
    • 2

Alle Kommentare (3)

  • Zane  Snozzi , Rothrist
    Den Gubrist-Tunnel sperrt man ja auch nicht, obschon es auf dieser Strecke schon Tote gegeben hat.. Wenn man alles verbieten würde,wo einer gestorben ist, was dürften wir noch? Bei allen Tätigkeiten oder Sportaren ist schon wer gestorben.. Das ist das Leben. Und genau darum finde ich den Entscheid richtig, Canyoning weiterhin zu betreiben.
    • 17.10.2012
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  • Lubi  Massy
    Gestern hats den ganzen Tag geregnet, wie letzte Woche... wieso sollte da keine Gefahr bestehen?
    • 16.10.2012
    • 23
    • 5
  • peter  vonlanthen
    Wie sieht das dann versicherungstechnisch aus? Müssen diese Leute dann auch eine Zusatz-Risikoversicherung abschliessen?
    • 16.10.2012
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