AMDEN - SG - Im Fallenbach sind zwei Menschen beim Canyoning gestorben. Die Gemeinde Amden will den Extremsport nicht verbieten
Erst eine Woche ist es her, dass im Fallenbach in Amden SG zwei Menschen ums Leben kamen. Und doch stiegen gestern die ersten Wagemutigen wieder in die Fluten. Anwohner sahen, wie die Extremsportler eine Canyoning-Tour machten, und sind empört.
Sie gehören zur Alpinschule Tödi. Jonathan G. (†24) war Guide bei dem Canyoning-Anbieter. Er und eine deutsche Touristin kamen bei dem Unglück am 7. Oktober ums Leben.
Fridolin Hauser, Geschäftsführer der Alpinschule Tödi bestätigt gegenüber «Tele Züri»: «Es waren sieben unserer Guides selbstständig im Fallenbach unterwegs. Sie haben die Unfallstelle inspiziert, wollten selber schauen, wie es zum Unglück kommen konnte.»
«Für die Guides bestand gestern keine Gefahr», sagt Hauser weiter. Doch er verstehe den Ärger der Anwohner. In Zukunft werden seine Guides den Bach nicht mehr selbst inspizieren, sondern die Arbeit der Polizei überlassen.
Doch verbieten kann man es niemandem, wieder in den Fallenbach zu steigen. Denn die Gemeinde Amden SG will das Canyoning auch in Zukunft nicht verbieten.
«Wir haben das gestern in der Gemeindeversammlung besprochen. Aber es war schon von Vornherein klar, dass es kein Verbot geben wird», sagt Gemeindepräsident Urs Roth zu Blick.ch.
«Diese Verantwortung kann man nicht einfach der Gemeinde übergeben. Ausserdem wäre eine rechtliche Grundlage nötig. Und die wäre in diesem Fall schwer zu finden.»
Der Unfall sei sehr tragisch, doch das Canyoning deswegen ganz zu verbieten, sei «unverhältnismässig». «Basejumpen ist viel gefährlicher und das wird ja auch nicht verboten. Canyoning wird als mittelgefährlich eingestuft. Ausserdem können auch bei ungefährlichen Sportarten wie Wandern oder Biken tödliche Unfälle passieren», sagt Roth.
«Ein gewisses Risiko bleibt. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er in den Bach will.»
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