«Sie nehme ich jetzt sicher nicht mit» Postauto-Chauffeur lässt Frau mit Kinderwagen stehen!

ARBON TG - Michaela F. (35) bringt die Tochter einer Freundin von der Krippe nach Hause. Sie will den Bus nehmen. Doch dieser fährt weiter.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 40 Meter in die Tiefe Wanderer (†55) stirbt bei Sturz
2 Wie man in den Wald hineinruft... Plus ein Strichli für diesen Unfall
3 Anhänger drückt sie von der Strasse Bäuerin (17) verunfallt mit Traktor

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
309 shares
115 Kommentare
Fehler
Melden

Es ist Montag, 17 Uhr. Weil es regnet und stürmt, möchte Michaela F. aus Arbon TG den Bus nehmen. «Als das Postauto anhielt, stand ich mit dem Kinderwagen beim hinteren Eingang. Die Passagiere machten gerade Platz, damit wir einsteigen können.»

Doch plötzlich schliesst sich die Tür des Postautos. F. geht mit dem Kinderwagen nach vorne zum Einsteigen. «Da sagte mir der Busfahrer: Wir sind voll. Eine Frau mit Kinderwagen nehm ich jetzt sicher nicht mit.» Dann fährt der Bus einfach weiter.

Bus zu voll für Kinderwagen

«Ich war total schockiert. Es wäre genug Platz für mich und den Wagen gewesen», sagt die Schweizerin. Weil das nächste Postauto erst in einer halben Stunde gekommen wäre, ging sie schliesslich zu Fuss. «Das war sehr ärgerlich, weil die Kleine etwas kränklich war», sagt F.

«Auf der Strecke St. Gallen-Arbon kommt es zu den Pendlerzeiten morgens und abends öfter zu Engpässen. Da kann es auch passieren, dass die Busse zu voll sind, um noch jemanden mit Kinderwagen mitzunehmen», sagt Urs Bloch (45), Mediensprecher der Postauto Schweiz AG. Die Fahrer könnten selbst entscheiden, ob sie noch jemanden mitnehmen oder der Bus schon zu voll ist. «Unser Personal ist erfahren und kann die Situation einschätzen. Es gibt da keine Regelung», sagt Bloch.

Der Postauto-Fahrer sollte den Fahrgästen aber erklären, warum sie nicht mehr mitdürfen. «Falls er das zu schroff gesagt hat, entschuldigen wir uns dafür», sagt der Mediensprecher. Dass sich jemand darüber ärgere, wenn er zurückbleibt und nicht mitfahren kann, sei verständlich.

Publiziert am 01.03.2016 | Aktualisiert am 03.03.2016
teilen
teilen
309 shares
115 Kommentare
Fehler
Melden

115 Kommentare
  • Florian  Köpfli 01.03.2016
    Liebe Leserbriefschreiberinnen und Leserbriefschreiber. In der Schweiz werden die Worte Freiheit und Gleichberechtigung gerne gross geschrieben. Jede Person hat also das Recht den Bus zu nehmen wann er oder sie möchte. Jede Person hat zudem auch das Recht und die Freiheit so zu reisen, wie es für sie am besten ist, sei es bei älteren Personen ein Gehstock oder Rollator als Fortbewegungshilfe oder bei jüngeren eben ein Kinderwagen.
  • Corina  Berner , via Facebook 01.03.2016
    Ging mir vor 4 Jahren so als ich mit KiWa und Baby den halb7 Bus genommen hab um zur Arbeit zu kommen. Im Bus hatte es nie Platz für ne Mama mit KiWa die zur Arbeit musste. Am Ende haben sich Chauffeur und ich geeingt das er 50 Prozent der Kindertrage übernimmt dass der KiWa nicht soviel Platz wegnimmt.
  • Mark  Bachmann , via Facebook 01.03.2016
    Was für eine unglaubliche Unverschämtheit! Da muss man sofort den Blick informieren. Und was nützt das jetzt der Frau? wenn das ihr einziges Problem ist, gehts ihr sehr gut.
    • Sonja  Zwicker , via Facebook 01.03.2016
      Gehts noch? Wäre es eine Ausländerin, gäbe es ein mordsmässiges Geschrei von wegen Rassismus und Menschenrechtsverletzung! Ist es aber eine Schweizerin, hält sich das Mitleid für die Frau mit den Kindern bei Sturm und Regen in Grenzen.

      Bestimmt gibt es grössere Probleme, aber in dem Moment ist es nur unverschämt und ärgerlich!
  • Pierre  Müller aus Winterthur
    01.03.2016
    Ach was, der Busfahrer hat doch keine Ahnung. Der war nur zu spät dran und wollte die Verspätung wieder aufholen. So ein Kinderwagen einzuladen hätte die Zeit massiv noch überschritten (Einsteige-Zeit, Positionierung bzw. Sicherung des Kinderwagens). Zumal ja erwähnt wurde, dass die Passagiere schon Platz gemacht haben. Ich hätte der Frau geholfen und die Türe blockiert. Dem Chaffeur sollte man Rügen. Frau und Kind lässt man nicht allein. Egal, ob es zu wenig Platz hat.
  • Therese  Boston 01.03.2016
    Ich erlebe eigentlich im Postauto nur sehr freundliche Fahrer.
    Allerdings die Busfahrer der Stadtbusse (in Biel) benehmen sich immer total daneben, sind unverschämt und frech. Aber ich habe bei diesen Leuten auch den Eindruck, dass es nicht immer die Denkelite der Schweiz ist.