
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
«Erst kürzlich» sei ein Mädchen von drei Jugendlichen mit einem Messer bedroht, ausgezogen und sexuell belästigt worden. Die Heimleitung des Schulheims Wiesen habe von dem Vorfall erfahren, aber alles vertuscht. Durch die Geschichte des Schulheims «Gott hilft» zögen sich «Misshandlungen, Demütigungen und sexueller Missbrauch.»
Happige Vorwürfe gegen das idyllisch gelegene Schulheim ausserhalb von Herisau. Sie stammen von der Ein-Mann-Organisation «Kinder ohne Rechte». Der Verantwortliche Michael Handel publiziert seitenlang, wie er mit verschiedenen Opfern gesprochen habe und die Vorwürfe belegen könne. Er habe «Einsicht in interne Akten» gehabt, behauptet er.
So habe ihm ein Mann, der in der 60er-Jahren im Heim gelebt habe, erzählt, dass Jugendliche in einem Stall eine Hütte aus Strohballen gebaut hätten, «um darin ihre hilflosen Opfer am helllichten Tag zu vergewaltigen». Handel schreibt, es seien Jahre vergangen, bis das Heimpersonal schliesslich eingeschritten sei.
Werner Haller vom Stiftungsrat «Gott hilft» sagt gegenüber Blick.ch: «Herr Handel bezieht sich da auf Zustände, die vor 50 Jahren geherrscht haben sollen – das können wir weder verifizieren noch falsifizieren.» Das heisst, alles könnte so stattgefunden haben? «Nein, das kann man so nicht sagen. Wir haben keine Kenntnisse solcher Vorfälle.»
Heim prüft rechtliche Schritte
Gegenüber Blick.ch streitet das zuständige Ausserrhoder Amt für Volksschule und Sport alles ab. «Ich kann die letzten 15 Jahre überblicken und ich habe keinerlei Kenntnisse von solchen Vorfällen», sagt Leiter Walter Klauser.
Der Stiftungsrat des Schulheims lässt mitteilen, man behalte sich rechtliche Schritte gegen «Kinder ohne Rechte» vor.
Allerdings ist das Schulheim tatsächlich nicht ganz frei von Problemen. 2008 wurde es einer umfassenden Kontrolle unterzogen. Dabei seien einige Qualitätskriterien nicht erfüllt worden, so Klauser. Beispielsweise habe der Heimleiter eine «Allmachtsstellung» innegehabt. Der damalige Heimleiter wird von Michael Handel als «sadistisch» beschrieben. Klauser sagt dazu: «Das ist völlig aus der Luft gegriffen – er war eine markante Persönlichkeit, das ist alles.»
Der Lehrkörper sei zum Teil ungenügend aus- und weitergebildet gewesen. Auch im Qualitätsmanagement seien Mängel festgestellt worden. Das führt dazu, dass das Schulheim per Sommer 2011 anders genützt wird.
Michael Handel will gegenüber Blick.ch nur so viel sagen: «Wenn es hart auf hart kommt, kann ich die Vorkommnisse beweisen.» Warum allerdings weder eine Vormundsschaftbehörde, noch betroffene Eltern, noch ein Direktbetroffener sich ans zuständige Amt gewandt haben, kann er nicht sagen.
play
Das Schulheim Wiesen (Screenshot schulheimwiesen.ch)