Renitenter Schüler war 21 Monate auf hoher See: So motzt der Teenie (16) über das Sozial-Schiff

SCHMERIKON SG - B.K. aus Schmerikon SG lebte fast zwei Jahre auf dem Sozial-Schiff. Jetzt erzählt der Teenie, wie schlimm es auf dem Kahn war.

Das «Jugendschiff Salomon» soll Problemkinder wieder auf Kurs bringen. play
Das «Jugendschiff Salomon» soll Problemkinder wieder auf Kurs bringen. www.jugendschiffe.ch

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21 Monate kreuzte B.K. (16) durch den Atlantik. Nicht aus Spass, sondern zu erzieherischen Massnahmen (BLICK berichtete). Jetzt ist der Teenager wieder zurück in der Schweiz. Und er hat viel zu erzählen.

Im Interview mit den «Obersee Nachrichten» beklagt er sich über das Jugendschiff, die Kesb und seine künftige Unterbringung im Jugendheim.

Eigentlich fände er das Jugendschiff ja eine gute Idee. Aber: «Es ist etwas Gutes für Jungs die Drogen nehmen oder sonst in den Knast müssten. Für mich war es nicht gut, ich bin nur aus der Schule geflogen.»

Einige Fragen im Interview später widerspricht er sich dann. «Und ich weiss nicht, was das Schiff den anderen Jungs bringen soll», meint er plötzlich.

Als der Teenager (damals 14) vor knapp zwei Jahren aufs Schiff kam, hatte er oft Heimweh. Und auch mit den anderen Jugendlichen konnte er sich nie richtig anfreunden. Drogen hätte er nie konsumiert. «Zigaretten habe ich geraucht. Aber erwischt wurde ich nie.» Wer erwischt wurde, musste für ein paar Tage in die Sicherungskoje. «Das ist ein kleiner Raum mit einer dicken Stahltüre und mit wenig Platz», erklärt B.K.

Rundgang Jugendschiff Salomon - (produced by Convex Media)

Das mit der Schule will auch nicht so recht klappen. «Am Anfang hatte ich noch eine Woche Schule, dann eine Woche Schiffsdienst.» Doch es wird immer weniger. «Wenn man schlechte Noten hatte, musste man mehr Arbeitstraining machen. Meine Noten wurden nicht besser», sagt B.K.

Der Kontakt zum Festland war minim. «Telefonieren konnte ich nur am Sonntag, wenn wir Verbindung hatten.» Mails hätte er viele geschrieben – angekommen seien aber die wenigsten. «Wir durften die Mails nicht selber abschicken.»

B.K. hat jetzt zwar wieder festen Boden unter den Füssen, doch der wird ihm seiner Meinung nach gleich wieder weggezogen. Denn anstatt nach Hause muss er ins Jugendheim Plantanenhof, das zur Unterbringung von zivil- und strafrechtlich eingewie­se­nen Jugendlichen dient. Das passt ihm allerdings gar nicht. «Ich will jetzt nach dem Kiffer-Schiff nicht noch in ein Drogenheim.»

Das sagt die Kesb

Die Kesb Linth nimmt gegenüber BLICK Stellung zum Fall. «Der Schiffsaufenthalt hat seinen Zweck, B.K, in grundlegenden sozialen Fähigkeiten zu stärken, erfüllt.» Und auch der Platanenhof biete den geeigneten Rahmen für seinen Schulabschluss. «Welche Wege ihm danach offen stehen, hängt entscheidend von der Motivation des Jugendlichen ab», sagt Grob. (kab) 

Publiziert am 18.02.2016 | Aktualisiert am 18.02.2016
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Rundgang auf dem Dreimaster «Salomon»

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38 Kommentare
  • Peter  Weber aus Zürich
    19.02.2016
    Manchmal kommt man vom Regen in die Traufe. Das Kiffer-Schiff ist nicht für alle Motzer die ideale Reha.
  • Carole  Liechti 19.02.2016
    Schulabschluss für jemanden, der eh schon Schulmüde ist? Hört doch auf, ihn in dieses veraltete System zu zwängen! Gebt ihm besser lebenspraktisches mit. Zurück zur Familie und ihm dort angepasste Kurzpraktikas anbieten. Back to the roots!
    Das Schiff mag nett sein, jedoch hat es nichts mit dem Leben zu tun, ausser du bist Matrose oder Kapitän...
    Ja, die Schweiz und das aufgeblasene Sozialwesen hat ganz viel Geld zum verpulvern!
  • Daniel  Kohler aus Wohlen
    19.02.2016
    Wir hatten damals in der 3. Sek einen, der war bestimmt haerter als "Carlos". Als das Fass voll war ist ein sehr kraeftiger Lehrer mit ihm zum "Sondersetting" in den Heizungskeller. Mit Erfolg. Lehre, Meisterpruefung, Familie. Heute kommt da die Kesb und einziger Erfolg ist eine leere Gemeindekasse. Bei 30 Prozent mehr Kesb-Faellen pro Jahr kann jeder ausrechnen, wann der letzte Schweizer in der Zwangspsychiatrie landet. Entweder sind wir alle krank oder die bei der Kesb. Ich tippe auf die Kesb.
  • Reinhold  Huber - Mayer aus Phi Phi, Thailand
    19.02.2016
    Es gab doch einmal auf einem D Privatsender die Serie: die strengsten Eltern der Welt! Bringt doch diesen Jugendliche da hin, mal sehen wie er dann reklamiert, was und wie er schlecht behandelt wurde.
  • Anna  Rusch 19.02.2016
    Hat dieser Schwachsinn wenigstens seine Eltern bezahlt oder der Steuerzahler?!
    • Peter  Thüler aus Hong Kong
      19.02.2016
      Sicher doch der Steuerzahler!!!
    • Albert  Inglin 19.02.2016
      Rusch@: Ich nehme an, das ist eine rhetorische Frage?
    • Carole  Liechti 19.02.2016
      Natürlich der Steuerzahler. So ein Platz kostet lockere Fr 8000. im Monat...