Rad-Legende crasht mit 1,4 Promille in Mattwil TG: Jan Ullrich baut Suff-Unfall

MATTWIL TG - Einst gewann Jan Ullrich die Tour de France. Am Montag verursachte er im Thurgau einen Autounfall. Zwei Personen liegen im Spital. Die Rad-Legende hatte mehr als ein Glas zu viel getrunken.

Die Unfallstelle. Auch Ullrichs Audi (l.) hat Totalschaden. play

Die Unfallstelle. Auch Ullrichs Audi (l.) hat Totalschaden.

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Zerfetzte Autoteile liegen auf dem Asphalt, am Strassenrand ein gefälltes Stoppschild. Das Trümmerfeld erstreckt sich über die ganze Kreuzung zwischen den Thurgauer Ortschaften Happerswil, Illighausen, Lang­rickenbach und Mattwil.

Der Horrorunfall passierte am Montagabend kurz nach 20 Uhr. Ein silberner Audi A6 fährt von Happerswil in Richtung Illighausen. Vor ihm an einem Stoppsignal steht ein roter Citroën C3 Pluriel.

Der Audi-Lenker kann nicht mehr bremsen, knallt ihm ins Heck. Durch die Wucht überschlägt sich der Citroën. Der Audi touchiert auch noch einen weissen Alfa Romeo 147, dann schlittert er in einen Acker.

Alle drei Autos erleiden Totalschaden. Die Kantonspolizei schätzt den Schaden auf meh­rere Zehntausend Franken. Zwei Personen kommen verletzt ins Spital. Dem Audi-Lenker ist nichts passiert. Aber: Er muss blasen.

Der Atemlufttest zeigt 1,4 Promille. Er wird zur Blut- und Urinprobe gebracht und muss seinen Führerausweis auf der Stelle abgeben. Es ist nicht sein erster Crash. Und auch nicht seine erste Urinprobe.

Der Unfallverursacher ist Jan Ullrich (40), Ex-Radprofi aus Rostock (D). Er wohnt in Scherzingen TG. Schon 2002 fuhr er in der Innenstadt von Freiburg im Breisgau (D) mit seinem Porsche mehrere Velos um – und beging Fahrerflucht. Mit 1,41 Promille Alkohol im Blut.

Jan Ullrich, der Dopingsünder

Und nun wieder ein Suff-Unfall. Hat Ullrich nichts gelernt? «Es tut mir leid. Gott sei Dank, gab es keine Toten», sagte er gestern zu BLICK. «Ich war im Stress, kam von einem Termin und wollte so schnell wie möglich heim.»

Ullrich gesteht, dass er zu viel Gas gab. 20 km/h zu schnell unterwegs war er, wie er schätzt. «Mein Gott», sagt er, «das kann jedem mal passieren.» Und er behauptet: «Es war kein Alkohol im Spiel.»

Hofft Ullrich etwa auf die B-Probe? Der Horrorcrash ist ein weiteres bitteres Kapitel in seinem Leben. 1997 gewann er als erster Deutscher die Tour de France, 2000 Olympia-Gold. Danach blieben die grossen Erfolge aus. Ullrich ging als ewiger Zweiter in die Radsportgeschichte ein.

Kurz nach seinem Porsche-Unfall 2002 kassierte Ullrich seine erste Dopingsperre: Er hatte Amphetamine im Blut. Seine skurrile Erklärung: In einer Dorfdisco habe ihm jemand eine gepanschte Ecstasy-Pille untergejubelt.

2006 wurde Jan Ullrich wegen des spanischen Fuentes-Skandals von der Tour de France ausgeschlossen. 2007 trat er offiziell zurück. Der internationale Sportgerichtshof sprach ihn erst 2012 rechtskräftig des Dopings schuldig. Alle Erfolge seit Mai 2005 wurden annulliert.

Im Juni letzten Jahres gab Ullrich zu, dass er tatsächlich mit Hilfe des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes gedopt hatte. Ullrich (4 Kinder) engagiert sich bei Wohltätigkeits-Velorennen und Amateur-Velocamps.

Publiziert am 21.05.2014 | Aktualisiert am 21.05.2014
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45 Kommentare
  • Mila  Schiwanski aus Zürich
    , via Facebook
    21.05.2014
    20 Uhr Abends 1,4 Promille nicht schlecht ohne was zu trinken. Vllt. ist das sein Dauerzustand wer weiß!
  • Siegfried  Bär aus Wettingen
    21.05.2014
    Jan Ullrich war mir als gedopter Velofahrer lieber, da hat er wenigstens nur seine eigene Gesundheit gefährdet. Sein Realitätsverlust bleibt aber anscheinend trotz aller Niederlagen, Bussen und Strafen chronisch unheilbar. Man fragt sich, ob das trotz oder wegen der Drogen so ist.
  • Simon  Gerber aus Jegenstorf
    21.05.2014
    Naja also 1.4 Promille sind nicht gerade nichts Herr Ullrich. Aber klar sie haben ja auch nie gedopt. Ganz klar Nein das kann nicht jedem geschehen, denn vernünftige Autofahrer fahren nicht mehr wenn Sie so besoffen sind.
  • Jose  Munter 21.05.2014
    Mein Gott. Da kommt der Bünzli wieder. Ich mache nie fehler und bin einzigartig. Ein unfall kann jede passieren und der die anderes behauptet ist noch nie gefahren... Ja er hatt auch fehler gemacht. Und?? das Schweizer Volk macht natürlich keine..
  • Mario  Solario aus Lausanne
    21.05.2014
    ausschaffen wie jeder andere auch ... keine ausnahme!