«Sheriff von St. Margrethen» stellte Schuldner bloss Pranger-Polizist muss bei Chefs antraben

ST. MARGRETHEN - SG - Hanspeter L. machte in St. Margrethen einen Schuldner per Pranger öffentlich. Nun muss sich der Dorf-Sheriff für sein Verhalten verantworten.

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Polizist Hanspeter L.* greift zu drastischen Mitteln, um seinen Willen durchzusetzen. So spielte er sich in St. Margrethen SG als Dorf-Sheriff auf und heftete eine polizeiliche Aufforderung an den Briefkasten eines Schuldners.

Auf knallrotem Papier und lesbar für jeden forderte er den Ausländer dazu auf, zum Betreibungsamt zu gehen. Sonst drohe eine Verhaftung (BLICK berichtete).

Vorgesetzte distanzieren sich

Das Verhalten des Polizisten hat bereits Folgen. «Das ist nicht unser Vorgehen. Seine Vorgesetzten werden in den nächsten Tagen mit ihm das Gespräch suchen», sagt Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. «Ich kann mich nicht erinnern, dass wir so einen Fall schon hatten.»

Ob und welche dienstrechtlichen Konsequenzen dem Pranger-Polizisten drohen, ist noch unklar. «Das wird erst nach dem Gespräch mit ihm entschieden», sagt Rezzoli. 

* Name der Redaktion bekannt.

Publiziert am 15.12.2016 | Aktualisiert am 15.12.2016
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15 Kommentare
  • Roger  Hausherr 15.12.2016
    Komische Ansichten Leute die das korrekt finden. Solange am eigenen Briefkasten kein Zettel hängt. Für Zahlungsausstände kann es diverse Gründe geben. Eine Betreibung schadet jedem selbst genug. Ein solches Vorgehen ist Verletzung des Berufsgeheimnisses. Jeder normale erhält die Kündigung oder Verwarnung.
  • Hanns  Hermann aus Heerbrugg
    15.12.2016
    Schade? eher peinlich. Die Schweiz verkommt noch mehr zu einer Bananenrepublik.
    Gemäss Legalitätsprinzip darf die Polizei nur das tun zu dem sie ermächtigt ist. die Polizei muss uns vor gesetzmissbrauch schützen. Aber hier macht der Sheriff selber.
    - eine Drohung (Wegzug)
    - die Verletzung des Briefgeheimnisses (Bundesverfassung)
    - Kreditschädigung (Strafgesetzbuch)
    wie geht er wohl körperlich mit dem Angeklagten um, wenn er ihn abholt?
    Strafe? könnte mir sogar eine Degradierung vorstellen.
    • Karin  Schwegler 15.12.2016
      Die Schweiz ist schon lange eine Bananendiktatur. Der Sumpf von Bern bestimmt - egal was die Bevölkerung abstimmt. Handbenützer welche Kinder überfahren können dann Vorlagen der Schweiz nach ihrem Gusto anpassen.
      Aber eben, wenn jemand nicht zahlt soll das jeder wissen. Ich würde im Bus den Platz wechseln denn neben so was will ich nicht sitzen. Auch ich muss meine Rechnungen bezahlen, also entweder zahlen oder abarbeiten.
  • Chris   Maestrani aus Gossau
    15.12.2016
    wieder mal typisch. War etwas anderes zu erwarten?
    Ich finde sein Verhalten Korrekt. Denn der Schuldner unterlässt seine pflichten ja auch ganz bewusst.
    • Martina  Keller 15.12.2016
      Wenn einer eine Gesetzesübertretung macht, gibt das dann der Polizei auch das Recht die Gesetze zu übertreten?
  • Beat  Honegger 15.12.2016
    Schön, dass Blick einen Mann an den Pranger stellt, der jemand anders angeprangert hat! Wer im Glashaus sitzt....
  • Niels  Huggli aus Zug
    15.12.2016
    Auch ein Polizist muss sich an unsere Gesetze Gepflogenheiten und Werte halten. Insbesondere sollte ein Polizist immer eine Vorbildfunktion ausüben. Leider ist dieser Polizist kaum selbstreflektiert, sonst würde er nicht noch dahinter stehen, was er gemacht hat. Die Vorgesetzten werden ihm nun zeigen, wie man sich in der Schweiz zu verhalten hat. Ich hoffe, er lernt daraus. Meine Meinung.