Polizei zu Fascho-Konzert in Kaltbrunn SG «Wir haben nicht mit der Pnos verhandelt»

ST. GALLEN - Trotz Einreisesperre trat der rechtsradikale «Balladensänger» Philipp Neumann in Kaltbrunn SG auf – man habe das so mit der Polizei verhandelt, behauptete ein Freund Neumanns. Die Kantonspolizei St. Gallen widerspricht vehement.

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Philipp Neumann, Sänger der rechtsextremen Band «Flak», trat letzten Samstag in Kaltbrunn SG bei einem Anlass der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) auf. Obwohl das Bundesamt für Polizei fedpol eine Einreisesperre verhängte.

Auf Facebook machte sich danach Neumanns rechtsextremer Kamerad und Reisegspänli Sven Skoda vom «Widerstand West» über die St. Galler Polizei lustig (BLICK berichtete).

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Sven Skoda vom «Widerstand West», einem Verbund der rechtsextremen Freien Kameradschaften aus Deutschland. Facebook

Zwischen den Zeilen habe die Polizei durchblicken lassen, dass man über den Zeitpunkt der «Auslieferung» verhandeln könne, um «andere Massnahmen» zu vermeiden, behauptete der deutsche Rechtsextreme auf Facebook. «Der Polizei wurde daher mitgeteilt, dass Phil und ich uns um 22 Uhr bei ihnen melden würden.» Dieses «Angebot» sei angenommen worden.

Verhandelte die Polizei also mit einem Mann, der eigentlich gar nicht in der Schweiz sein durfte?

«Irgendwie hat er es trotzdem geschafft» 

Die Kantonspolizei St. Gallen reagierte heute mit einer Medienmitteilung. Darin heisst es: «Die Kantonspolizei sieht sich nun mit dem Vorwurf konfrontiert, dass der Auftritt eines Sängers zuvor mit der Parteileitung der Pnos ausgehandelt worden sei. Dies trifft nicht zu und bedarf einer Richtigstellung.»

Die Polizei hält fest, dass sie von sich aus entschieden hat, Neumann erst nach dem Konzert das Einreiseverbot auszuhändigen und ausser Landes zu bringen.

«Wir haben aus Gründen der Verhältnismässigkeit so entschieden. Wir haben mit gar niemandem verhandelt», sagt Kantonspolizei-Sprecher Gian Andrea Rezzoli zu BLICK.

Das Problem war, dass Neumann überhaupt unerkannt ins Lokal in Kaltbrunn kam – trotz Einreisesperre, trotz Eintrag im internationalen Fahndungssystem, trotz Kontrollen auf den Anfahrtsrouten und trotz Polizei vor Ort.

Bis nach dem Konzert gewartet

«Das Ziel war, dass er nicht anreisen kann. Irgendwie hat er es trotzdem geschafft», sagt Rezzoli. Als die Polizisten merkten, dass Neumann im Konzertlokal ist, verzichteten sie jedoch darauf, ihn hinauszuholen.

Stattdessen warteten sie, bis das Konzert zu Ende war. Dann nahmen sie Neumann nach St. Gallen auf den Posten und stellten ihn anschliessend an die Grenze.

Das Fazit von Neumanns Kollege Skoda: «Alles in allem sehr unterhaltsam. Wir waren garantiert nicht das letzte Mal in der Schweiz.» (sas)

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Publiziert am 27.10.2016 | Aktualisiert am 15.01.2017
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2 Kommentare
  • René  Spring aus Remigen
    28.10.2016
    "Irgendwie hat er es trotztdem geschaft unerkannt anzureisen"! Wie naiv müssen eigentlich Politik und Polizei sein, wenn sie das Gefühl haben, man käme nicht unerkannt in die Schweiz? 10000e von Personen halten sich unerkannt und verbotenerweise (illegal) in der Schweiz auf (Personenfreizügigkeit sei Dank)! Mit offenen Grenzen haben nur Träumer und Idealisten keine Probleme!
  • Dracomir  Pires aus Bern
    28.10.2016
    Jetzt ist das friedlich abgelaufene Rockkonzert schon seit einer Woche beendet, und die Medien klammern sich immer noch an dem Schnee von gestern. In der Zwischenzeit haben die Islamisten in Basel unerwähnt eine grosse Menge von Hetzschriften verteilen können ...