Neonazikonzert vom Toggenburg Mitorganisator war ein vorbestrafter Neonazi

Die Staatsanwaltschaft konnte beim Neonazikonzert vom Toggenburg keine strafbare Handlungen erkennen. Das sahen Walliser Richter in einem ähnlichen Fall anders.

Silvan G. bei einem Nazikonzert in Norditalien. play

Silvan G. bei einem Nazikonzert in Norditalien.

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Mehr als 5000 Neonazis trafen sich am 15.Oktober in Unterwasser SG. «Die Schande vom Toggenburg» titelte SonntagsBlick und zeigte Aufnahmen aus der Konzerthalle, auf denen die Neonaziband Frontalkraft mit ­einem gewaltverherrlichenden Lied zu sehen war. Das Publikum zeigte den Hitlergruss.

«Blood&Honour»-Aktivist

Trotzdem eröffnete die Staatsanwaltschaft Uznach SG kein Verfahren wegen des Konzerts. Die inzwischen rechtskräftige Verfügung liegt SonntagsBlick vor. Sie zeigt: Das Konzert wurde vom einschlägig vorbestraften «Blood&Honour»-Aktivisten Silvan G.* (36) aus Glis VS mitorganisiert. Das geht aus dem Rapport des diensthabenden Polizeioffiziers an die Staatsanwaltschaft hervor.

Als die Polizei am Konzertabend in Unterwasser eintraf, seien die Aufbauarbeiten noch in Gang gewesen. Unter anderem sah der Polizist im Verkaufsbereich eine rot-weisse «Blood&Honour»-Flagge. Als er sich nach der verantwortlichen Person erkundigte, wurde er an Silvan G. als Verantwortlicher für die Bühne verwiesen.

Antirassismus-Strafnorm

Silvan G. wurde 2009 als Hauptorganisator ­eines Neonazikonzerts, das 2005 in Gamsen VS stattfand, vom Bezirksgericht Brig zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. Die Richter erkannten auf ­einen Verstoss gegen die Antirassismus-Strafnorm.

Wie in Unterwasser stand 2005 die Neonaziband Amok auf der Bühne, die damals vor laufender Kamera das antisemitische «Blutlied» spielte.

*Name d. Red. bekannt

Publiziert am 01.01.2017 | Aktualisiert am 14.01.2017
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8 Kommentare
  • Thomas  Berger aus Basel
    01.01.2017
    Wenn 4000 von 5000 Teilnehmern aus Deutschland gekommen sind, weil sie dort kein Konzert veranstalten dürfen, sehe ich keinen Grund, dass die Schweiz für jene den Veranstalter spielt.
  • René  Allgäuer 01.01.2017
    Völlig unverständlich das man für dieses kranke Gedankengut seitens der Justiz Verständnis aufbringt! Was läuft falsch wenn Extremisten ihren Extremismus ausleben dürfen? Bankrott Erklärung des Staates am seine Bürger, wenn extreme egal welche (rechts, Links, religiös) tun und lassen dürfen was alle wollen!
  • Jörg  Niederberger , via Facebook 01.01.2017
    Die Worte in den Liedern sind sicherlich zu hinterfragen. Aber sonst sehe ich das Problem nicht. Wenn die Linken u.a. am 1. Mai alles kaputt schlagen, ist das völlig normal und wird mittlerweile akzeptiert. Und die verstecken sich noch hinter Masken o.ä. Bei den Rechten habe ich keine Vermumten gesehen. Die stehen öffentlich zu ihrer Gesinnung.
    • mathias  harnisch aus subingen
      01.01.2017
      ja uns allen tut das gut, den die meisten haben vergessen wo wir herkamen, spielt ja sowieso keine Rolle mehr was wir hier in der Schweiz noch machen. in * Generationen hat es noch 10 Prozent Schweizer und der Rest sind Schmarozer aus der ganzen Welt. Adieu Marke Swiss........
  • Schneider  Tom 01.01.2017
    Ich will den Rechtsextremismus nicht verharmlosen. Aber es ist nun mal so, dass bei dieser Party kein Schaden zu stande gekommen ist. Im Gegensatz zu mancher "linksautonomen" Party.
  • Marcel  Abt 01.01.2017
    Und wo ist das Problem in Bern sind auch vorbestraft in der Politik,plus eine Regierung die,die Verfassung brechen ohne das sie bestraft werden