Mord in St. Galler Moschee Blutrache im Gebetsraum

WINKELN - SG - Vor 20 Jahren wurde ein Mann in Albanien getötet – heute hat ihn sein Bruder in der Schweiz gerächt. In der El-Hidaje-Moschee im St. Galler Stadtteil Winkeln hat er dessen Mörder erschossen.

Mord in Moschee: Das sagt die Polizei St. Gallen

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Grosseinsatz der Polizei in Winkeln in St. Gallen: In der El-Hidaje-Moschee an der Herisauerstrasse kommt es heute kurz vor Ende des Freitagsgebets zu einer Schiesserei.

«Wir erhielten um 14 Uhr die Meldung einer Schussabgabe», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der St. Galler Kantonspolizei. «Als die Polizei eintraf, fanden die Beamten einen Toten im Gebetsraum vor. Eine Person mit einer Faustfeuerwaffe konnte verhaftet werden.»

Wie eine Nachbarin der Nachrichtenagentur sda berichtet, seien mindestens zwei Schüsse gefallen. Laut «Tele Züri» wurde das Opfer – ein Vater von vier Kindern – mit drei Schüssen in den Rücken und zwei Schüssen in den Kopf «regelrecht hingerichtet».

Der mutmassliche Täter sei in Handschellen und mit einem Sack über dem Kopf abgeführt worden. Widerstand habe er keinen geleistet.

Steckt Blutrache dahinter?

Moschee-Besucher Ali Hasani (33) sagt zum BLICK, der tödliche Schuss sei wohl ein Racheakt wegen eines alten Familienstreits. Ende der 90er Jahre habe das heutige Opfer den Bruder des mutmasslichen Todesschützen getötet – angeblich aus Notwehr. Das Opfer besuche die Moschee in St. Gallen regelmässig, der Täter nie – bis auf heute.

Fehim Dragusha war bis vor einigen Jahren der Imam der El-Hidaje-Moschee. «Albaner und Muslime dürfen ihre Probleme aus dem Heimatland nicht mit in die Schweiz nehmen», sagt er auf Radio FM1. 

Tathergang muss rekonstruiert werden

Die Polizei kann noch keine weiteren Angaben machen, weder zu Motiv oder Tathergang noch zur Identität von Opfer und Täter. «Die Ermittlungen sind im Gange», so Rezzoli. «Es waren noch andere Personen vor Ort, aber wir wissen noch nicht, ob sie zum Zeitpunkt der Schiesserei in der Moschee waren.»

Das albanische Zentrum «El-Hidaje», auf Deutsch «Die Wegweisung» ist die grösste albanisch-sprachige islamische Gemeinde in der Stadt St. Gallen. Die Gemeinschaft zählt laut ihrer Website 350 Mitglieder. (lex/kvr/mqy/kab)

Publiziert am 22.08.2014 | Aktualisiert am 03.09.2014
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Polizisten vor der El-Hidaje-Moschee in St. Gallen Winkeln. play

Polizisten vor der El-Hidaje-Moschee in St. Gallen Winkeln.

Marlene Kovacs
Leserreporter Vignette für Artikel Escenic
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