Sex-Hölle im Heim Leitung gibt Übergriffe zu

  • Publiziert: 09.03.2010, Aktualisiert: 14.01.2012

HERISAU AR – Im Heim der Stiftung «Gott hilft» in Herisau AR soll es zu sexuellen Übergriffen zwischen Schülern gekommen sein. Obwohl sie die Vorwürfe zuerst abstritt, muss das die Heimleitung jetzt indirekt zugeben.

Die Organisation «Kinder ohne Rechte» ging mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit: Am Schulheim Wiesen der Stiftung «Gott hilft» in Herisau soll es immer wieder zu sexuellen Übergriffen zwischen Schülern gekommen sein (Blick.ch berichtete). Die Heimleitung versuchte die Fälle zu vertuschen. Doch jetzt kann sie die Vorwürfe nicht mehr unter den Teppich kehren.

Gegenüber dem Radiosender «FM1» musste Werner Haller, Mitglied des Stiftungrates, die Missbrauchs-Fälle jetzt indirekt einräumen: Man sei die Fälle, von denen «Kinder ohne Rechte» zwei aufgreife, stets «professionell angegangen». Will heissen: Die Stiftung «Gott hilft» bestätigt, dass es Übergriffe gegeben hat.

Die Vorwürfe gegen das Schulheim sind happig. Michael Handel von «Kinder ohne Rechte» in einer schriftlichen Erklärung: «In den letzten Jahren haben sich über ein halbes Dutzend Betroffene an mich gewandt. Deren Aussagen stimmen überein. Ihre Berichte stammen von heute, aus den 80er Jahren und den 60er Jahren. Konstant wird von einem System der Erniedrigung und Gewalt gesprochen.»

Die Stiftung «Gott hilft» habe sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen wegen mangelnder Aufsicht bis heute nicht verhindern können, schreibt Handel. Erst kürzlich sei ein Mädchen von drei Jugendlichen mit einem Messer bedroht, ausgezogen und sexuell belästigt worden. (noo)

play Hier passierten die Übergriffe: Das Schulheim Wiesen der Stiftung «Gott hilft». (Screenshot schulheimwiesen.ch)

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