ST.GALLEN - SG - Zeitgenässes Konzept, doch alteingesessene Kinderärzte zweifeln, ob die persönliche Betreuung gewährleistet ist.
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Modern und kinderfreundlich eingerichtet: Das neue Kinderarzthaus in St.Gallen. (zvg
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Keine Frage: Wer in St.Gallen notfallmässig einen Termin für ein Kleinkind bei einem Kinderarzt braucht, kann ganz schön anrennen. Besonders wenn es sich um einen Donnerstagnachmittag oder die Schulferienzeit handelt.
In diese Lücke möchte das «Kinderarzthaus» springen und eröffnet nach Aarau eine zweite Filiale in St. Gallen. Das neue «Kinderarzthaus» hat 365 Tage im Jahr geöffnet und unter der Woche bis abends um 20 Uhr offen. «Die Kinderarzthaus AG Schweiz hat verschiedene Schweizer Städte nach ihrer Kinderarztdichte und Struktur untersucht», sagt Geschäftsleiterin Christine Seith. «St.Gallen und Aarau sind gemäss dieser Analyse mit Kinderärzten unterversorgt.»
In der Praxis arbeiten drei Arzte, die aus Ungarn, Österreich und Israel kommen. Sprechstunden sind auch ohne Voranmeldung möglich. Ob bei diesem Konzept die ärztliche Betreuung persönlich bleibt, fragen sich andere Kinderärzte. «Wir sehen uns in erster Linie als ärztliche Grundversorger, die einen zeitgemässen Notfalldienst anbieten. Dies kommt vor allem arbeitstätigen Eltern entgegen», sagt Seith.
Lior Haftel ist der medizinische Leiter des «Kinderarzthauses»: «Bei uns muss man nicht mit langen Wartezeiten rechnen.» Offenbar entspricht die Praxis einem Bedürfnis. Denn obwohl die Praxis offiziell erst am 22. Oktober eröffnet, hat Haftel schon einiges zu tun: «Es sind schon rund zwanzig kleine Patienten da gewesen.» Dabei habe es sich um kleine Notfälle wie Fieber, Schnittwunden und dergleichen gehandelt, sagt Haftel.