Ausbrecher Ralph H. in St. Gallen gefasst Killer ist wieder hinter Gittern

MOSNANG - SG - Aus dem Massnahmezentrum Bitzi ist gestern ein Häftling entlaufen. Die Polizei hat ihn nun in St. Gallen festgenommen.

  • Publiziert: 18.08.2012, Aktualisiert: 08.57 Uhr
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Ralph Huber

(Kantonspolizei St. Gallen)

Ralph H.r (41)  ist wieder hinter Gittern. Die Polizei hat den Mann heute in St. Gallen angehalten. Er liess sich widerstandslos festnehmen.

Huber war gestern Abend aus dem Massnahmezentrum Bitzi in Mosnang SG entwichen. Die Polizei bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche – mit Erfolg: Der Mann konnte dank Hinweisen aus der Bevölkerung festgenommen werden.

«Er wurde wegen eines Tötungsdelikts verurteilt», sagt Bertrand Hug von der Kantonspolizei St. Gallen. Die Tat beging Huber im Jahr 1993.

Ohne Medikamente «ungehalten»

Er gilt als psychisch beeinträchtigt und ist auf Medikamente angewiesen. Ohne diese Medikamente könnte der Ausbrecher «ungehalten reagieren», warnte die Polizei nach seinem Ausbruch.

Das St. Galler Amt für Justizvollzug lieferte am frühen Abend in einer Mitteilung weitere Details zur Geschichte des Häftlings. Dieser wurde demnach im Dezember 1994 vom Gericht wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aufgrund seines psychischen Zustands aber verwahrt.

Nach jahrelangem Vollzug und mehreren Öffnungsschritten wurde er im September 2009 ins Massnahmenzentrum Bitzi verlegt, einer offenen Vollzugseinrichtung mit einer geschlossenen Betreuungsabteilung. Zu Beginn war H. in der geschlossenen Abteilung.

Seit Mai 2011 in offener Abteilung

Weil er sich jedoch gemäss Justizangaben «erfreulich entwickelte» und als absprachefähig erwies, durfte er im Mai 2011 in die offene Abteilung wechseln. Sämtliche Vollzugsschritte seien durch die konkordatliche Fachkommission überprüft und von der Einweisungsbehörde bewilligt worden, hält das Amt fest.

Huber dürfe das Massnahmenzentrum nicht unbegleitet verlassen. Da er sich bis anhin immer an die Vorgaben gehalten und sich als verlässlich erwiesen habe, sei es ihm erlaubt, sich nach Absprache mit dem Betreuungspersonal innerhalb des Ordnungszaunes des Zentrums selbständig zu bewegen. Nach den bisherigen Abklärungen habe er diesen Zaun gestern auf einem Abendspaziergang überwunden. (woz/SDA)

Beliebteste Kommentare

  • Ernst  Wyss , via Facebook
    Ungehalten ? ist das jetzt ein neues Wort für Gefährlich ?
  • Herbert  Widmer , Sagogn
    Was ist ein Massnahmezentrum? Eine Softiform eines Strafvollzugs?
    Schon unglaublich wie ein psychisch kranker, "möglicherweise ungehalten reagierender" Killer den man "nicht ansprechen" soll davonspazieren kann. Nicht einmal ein aktuelles Foto ist verfügbar! Wann endlich erwacht der Strafvollzug zum Schutze der Bevölkerung.

Alle Kommentare (30)

  • B.  Wiss
    Jetzt bekommt der seit 19 Jahren Medikamente, damit er keine Gefahr mehr darstellt für Wärter und Mithäftlinge oder die Bevölkerung oder im Falle eines Ausbruches? Soll mir noch einer sagen, dass solch einer therapiert werden kann! Irgendwie laufen wir doch mit unseren Massnahmen in eine Sackgasse und niemand weiss, wie weiter mit solchen Kriminellen.
    • 19.08.2012
    • 49
    • 6
  • Martial  Callair , Aargau
    Diese Muster haben das schönste Leben in diesen "Hôtels sans souci". Menu fast à la carte, täglicher Spaziergang, manchmal ausserhalb der Anstalt, eine gute Beschäftigung, Trainingshalle, TV, auf Wunsch ein Besuch eines Frauschen. Warum brechen die eigentlich aus?
  • Martial  Callair , Aargau
    Solche Muster gehören in Hohensicherheitstrakten
  • Wilhelm  Hess
    1993 das war vor 19 Jahren wie lange sollte er noch bleiben??
  • Peter  Stierli , Geroldswil
    Kaum zu glauben, dass ein psychisch beeinträchtigter Killer trotz Gitter aus der Haft entweichen konnte und das in unserer kleinen übersichtlichen hochentwickelten perfekten Schweiz? Nicht nur die kleinen Aufseher oder deren Vorgesetzten sind schuld an diesem Vergehen, sondern in erster Linie unsere Politiker die Schweizer Justiz. Diese Leute haben das Sagen und tragen somit auch die Verantwortung. Diese Leute vermeiden es aber tunlichst einander in die Quere zu kommen, denn keiner von ihnen will ins Fettnäpfchen treten und sein Traumjob damit aufs Spiel setzen. Also äussert sich niemand ausführlich und ehrlich über diese Geschichte und andere, Gras wird darüber wachsen! Unsere Justiz tut sich allgemein schwer mit der Kriminalität im schönen Schweizerland! Darf ich das so schreiben lieber Blick?
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