Innenhof-Nötigung in St. Gallen Schwuler Deutscher (31) lockte Besoffenen in Sex-Falle!

Ein homosexueller Mann ist vom Kreisgericht St. Gallen verurteilt worden, weil er einen Betrunkenen in einen Innenhof gelockt und in dort sexuell genötigt hat. Er bestreitet die Tat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Das Kreisgericht St. Gallen hat den 31-jährigen Deutschen wegen sexueller Nötigung schuldig gesprochen. Es verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr mit einer Probezeit von vier Jahren. Dem Opfer muss er eine Genugtuung von 5000 Franken zahlen. Die Kosten des Verfahrens von rund 20'000 Franken muss der Beschuldigte bezahlen.

Die Tat ereignete sich im November 2010. Damals erstattete ein junger Mann bei der Polizei Anzeige. Er sagte aus, er sei nachts um 4 Uhr in der Innenstadt von St. Gallen alkoholisiert auf dem Nachhauseweg gewesen, als ihn ein Mann angesprochen habe. Er habe ihn gefragt, ob er ihn an eine Party mit Frauen begleite.

Stattdessen sei er von ihm in einen Innenhof gelockt worden, wo ihn der Unbekannte zu Fall gebracht habe. Er habe ihm gedroht, es passiere ihm etwas, wenn er um Hilfe rufe. Dann habe er sich sexuell an ihm vergangen. Der Mann sei ihm körperlich überlegen gewesen. Auch sei er zu stark alkoholisiert gewesen, um sich wehren zu können.

An der Gerichtsverhandlung am Kreisgericht St. Gallen vor einer Woche wehrte sich der Beschuldigte gegen die Vorwürfe. Er habe niemals einen Mann zu Sex gezwungen, beteuerte er. Ob er mit dem Privatkläger spontanen Verkehr gehabt habe, könne er nicht sagen.

Damals habe er sich mit vielen Männern verabredet, mit denen er über Internetchats oder in Szenebars Kontakt aufgenommen habe. Auch im Innenhof, den der Privatkläger als Tatort angegeben habe, habe er sich mehrmals mit Männern getroffen.

Der Staatsanwalt war von der Schuld des Beschuldigten überzeugt. Er sei einschlägig vorbestraft und sei aufgrund dieses Vorfalls von der Polizei als möglicher Täter erkannt worden. Das Opfer habe den Mann auf einem Foto wiedererkannt. Er habe kurz nach der Tat die Geschehnisse glaubhaft bei der Polizei geschildert und gesagt, der Mann habe Hochdeutsch gesprochen.

Auch DNA-Spuren seien sichergestellt worden. Der Staatsanwalt verlangte eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung und beantragte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr. Sechs Monate seien im Gefängnis zu verbringen, der Rest mit einer Probezeit aufzuschieben.

Der Verteidiger verlangte einen vollumfänglichen Freispruch und eine Genugtuungssumme von 5000 Franken. Es gebe keine Beweise, dass es sich beim unbekannten Mann um seinen Mandanten handle. Dieser sei dem Privatkläger keineswegs körperlich überlegen. Deshalb sei es unglaubwürdig, dass sich das Opfer nicht habe wehren können. Vorstellbar sei, dass er sich wegen des Alkohols enthemmt gefühlt habe und es zu einem freiwilligen sexuellen Kontakt gekommen sei.

Der Verteidiger äusserte in seinem Plädoyer auch die Vermutung auf, der Privatkläger könnte sich im Nachhinein für den Sex mit einem Homosexuellen geschämt haben und deshalb Anzeige bei der Polizei erstattet. Sein Mandant habe aufgrund des drohenden Strafverfahrens psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen müssen und habe nicht mehr arbeiten können.

Publiziert am 16.02.2016 | Aktualisiert am 16.02.2016
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8 Kommentare
  • Gustav  Broennimann , via Facebook 16.02.2016
    So viel Stutz und Ärger wegen so was banalem. Hätten doch die zwei doch besser ihren Spass gehabt und dann zusammen ein Bier getrunken.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    16.02.2016
    Gemäss diesen Aussagen des Verteidigers gehört er wahrscheinlich zu gleichen Szene - Pfui - Anwälte die Täter zu Opfern umstrukturieren gehört die lizenz entzogen !
  • Paul  Schaller aus Salto
    16.02.2016
    Bravo Herr Verteidiger. So macht man den Taeter zum Opfer. Klassischer Fall in der Justiz.
    • Helmut  Bering aus Winterthur
      16.02.2016
      Das ist die Aufgabe des Verteidigers. Falls Sie mal einen brauchen sollten, dann sind Sie auch froh, dass er Ihre Interessen vertritt und nicht die der Gegenpartei. Manche Leute kapieren unser Rechtssystem einfach nicht. Aber leider kann ja jeder unabhängig vom IQ kommentieren.
  • Sonja  Zwicker 16.02.2016
    Wenn ein Mann sexuell genötigt wird, glaubt man dem anscheinend eher wie einer Frau. Man stelle sich die Situation einmal mit einer betrunkenen Frau vor. Ob sie auch ernst genommen würde???
    • Aegerter   Fritz aus Luzern
      16.02.2016
      Ganz billige Masche. Ich wette viel, dass einer Frau mehr glaube geschenkt wird als einem Mann. Soll ich mal auf dem Polizeiposten sagen, meine Frau vergewaltigt mich oder nötigt mich? Und das einer Polizistin? Oder sie vergreiffe sich an den Kindern? Alles klar liebe arme Frau Zwicker.
    • Benjamin  Zürcher 16.02.2016
      Falls ein Mann von einer Frau genötigt wurde, was durchaus vorkommen kann, dann hat der Mann einen ganz schweren Stand vor dem Gericht. Fall ein Mann jedoch behauptet von einem anderen Mann vergewaltigt worden zu sein, dann ist das selten erfunden, da die Überwindung darüber zu sprechen viel grösser ist. Zudem ist der Vorwurf der Vergewaltigung leider ein von Frauen viel genutztes Mittel, um jemandem das Leben zu zerstören. Zum Beispiel bei Herrn Kachelmann.
    • Sonja  Zwicker 16.02.2016
      Lieber Herr Aegerter, es ist mir durchaus bewusst, dass in vielerlei Hinsicht auch Männer von den Frauen schlecht und/oder unfair behandelt werden! Aber Vergewaltigungen gehen ganz bestimmt häufiger von Männern aus!?
      Leider gibt es in meinem Bekanntenkreis zwei Frauen, die noch heute darunter leiden, weil sie bei der Befragung nach ihren Vergewaltigungen derart erniedrigt wurden.