In Unterführung Mann verprügelt: Mildere Strafen für Schläger von Kreuzlingen

FRAUENFELD - Das Bundesgericht glaubt nicht an eine Tötungsabsicht. Deshalb musste das Thurgauer Obergericht den Vorfall am Bahnhof Kreuzlingen neu beurteilen. Die Entscheide sind nun rechtskräftig.

Brutal und primitiv: Wer kennt die drei Schläger im Vordergrund? play
Die drei Schläger nach ihrer brutalen Tat. Jetzt wurden sie milder verurteilt. Kapo TG
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Schweiz

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Das Obergericht Thurgau hat zwei junge Männer, die 2009 in der SBB-Unterführung in Kreuzlingen zwei Gleichaltrige angegriffen hatten, zu bedingten und teilbedingten Freiheitsstrafen von 24 und 30 Monaten verurteilt. Das Bundesgericht hatte die Urteile gegen die beiden Schläger aufgehoben.

Das Obergericht Thurgau musste die Fälle neu beurteilen. In einer zweiten Runde verurteilte das Obergericht im Dezember 2015 den Haupttäter wegen versuchter schwerer Körperverletzung in zwei Fällen zu 30 Monaten, wovon sechs Monate zu vollziehen sind, wie die Medienstelle des Thurgauer Obergerichts am Montag mitteilte.

Den zweiten Mann verurteilte das Gericht wegen versuchter schwerer Körperverletzung sowie wegen einfacher Körperverletzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Die Entscheide, die im Wesentlichen jenen der ersten Instanz entsprechen, sind rechtskräftig.

Die beiden Schweizer hatten im Mai 2009 am Bahnhof Kreuzlingen zusammen mit einem weiteren Kollegen, der bereits rechtskräftig verurteilt ist, grundlos zwei junge Männer angegriffen und mit Fusstritten und Faustschlägen verletzt. Ein Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung und beide leichte bis mittelschwere Verletzungen.

Eine Überwachungskamera filmte die Täter. Die Thurgauer Strafverfolgungsbehörden veröffentlichten eine Videosequenz im Internet. Kurz danach konnten die Täter identifiziert und verhaftet werden. Sie gestanden die Tat.

In einem von der Staatsanwaltschaft angestrebten Berufungsverfahren verschärfte das Thurgauer Obergericht im Herbst 2013 die Strafen. Den heute 27-jährigen Haupttäter verurteilte das Gericht wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, versuchter schwerer Körperverletzung und weiterer Tatbestände zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Dagegen erhob der Verurteilte Beschwerde beim Bundesgericht.

Das Bundesgericht hiess die Beschwerde teilweise gut. Es verneinte eine Tötungsabsicht. Dass die Täter eines der Opfer am Boden liegen gelassen hätten, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, bedeute noch keinen Tötungsvorsatz.

Der zweite Beschwerdeführer focht das Strafmass vor Bundesgericht an. Statt einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren wegen versuchter schwerer Körperverletzung - sechs Monate davon sollte er absitzen - beantragte der heute 25-Jährige eine bedingte Strafe von zwei Jahren. Seine Beschwerde wurde vom Bundesgericht gutgeheissen. Beim Strafmass müsse die mediale Berichterstattung, welche einer Vorverurteilung gleichkomme, berücksichtigt werden. (SDA/mko)

Publiziert am 08.02.2016 | Aktualisiert am 09.02.2016
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Urteile für Bahnhofs-Schläger aufgehoben

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74 Kommentare
  • Rocco  Martignoni , via Facebook 09.02.2016
    Wieder diese Korrupte Justiz , kann Morgen ein Mensch abschiessen , aber wollte Eigentlich daneben Schiessen.
  • Gerry  Schmidig 09.02.2016
    ja die armen Täter... wären die Opfer nicht dort gewesen, wären sie auch nicht zusammen geschlagen worden... die Mitschuld der Opfer muss sicher auch noch bestraft werden. Ironie aus.
  • Christian  Laveri aus Freiburg
    09.02.2016
    Wenn ich auf der Strasse rase mit dem Auto, habe ich auch keine Tötungsabsicht. Aber es kann eben passieren!
  • marcello  klause aus schmitten
    09.02.2016
    Ein Schande für die Schweiz was immer und immer abgeht von diesen Bundesrichtern und Co. Hier darf jeder jeden halbtot schlagen und die Opfer werden gedemütigt. Das Volk trägt grosse Mitschuld daran und nimmt auch Teil für solche Entscheidungen der Ungerechtigkeit die mich äusserst beschäftigen und beängstigen.
  • Günter  Munz aus Stuttgart
    09.02.2016
    Die verhängten Strafen sind zu gering. Das schreckt die Täter offensichtlich nicht ab. Immerhin nahmen Sie den Tod der Opfer billigend in Kauf. Man sollte im Zweifel gegen die Täter urteilen. Günter Munz Stuttgart