«Ich hatte nie einen Unfall» Kiffer Buggy hält Wut-Rede wegen Billett-Entzug

Buggy Burgstaller hat die Schnauze voll: Der Schaffhauser Chauffeur rauchte ab und zu einen Joint. Weil seine THC-Werte über dem Grenzwert lagen, ist er nun den Führerschein los und muss regelmässig Proben abgeben.

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Der Schaffhauser Buggy Burgstaller (48) wollte in einem Facebook-Video eine Story übers Kiffen und Autofahren erzählen – und landete damit prompt einen viralen Hit. Bislang wurde der Clip 36’000-mal angeschaut.

«Ich kiffe, seit ich 17 Jahre alt bin», gibt er eingangs offen zu. Was er aber in den letzten Monaten erlebt hat, empörte den Chauffeur zutiefst.

Angefangen habe alles, als die Polizei das Telefon seines Dealers abgehört und ihn wegen des Cannabis-Kaufs gebüsst habe. Später musste Buggy eine Urin- und eine Haarprobe abgeben. «Mein Wert lag nur wenig über dem Grenzwert von 1,5 Mikrogramm THC pro Liter Blut», erklärt der Chauffeur. Wessen Wert über dem Grenzwert liegt, ist gemäss Gesetz nicht mehr fahrtüchtig.

«Realitätsfremdes Gesetz»

Buggy schockiert dieses harte Vorgehen. Er habe nie einen Unfall gebaut und sei nie bekifft gefahren. «Ich zahle meine Steuern, gehe jeden Morgen arbeiten und lasse mir nichts zuschulden kommen. Doch jetzt muss ich Tausende von Franken für Urin- und Haarproben zahlen, weil ich zwischendurch mal eins gekifft habe».

Nach der Veröffentlichung seines Wut-Videos habe er «Tausende Mails erhalten», sagt Buggy zum BLICK. «Ich bin erstaunt, dass ich so viele Sympathisanten habe.» 

Viele Menschen haben Verständnis für den Frust des Schaffhausers: «Es ist schade», sagt etwa Salome Studer aus Zürich. «Er hat schliesslich niemanden gefährdet, weil er ja nicht bekifft herumfuhr.» Der Zürcher Schüler Deliar Taher findet den Billett-Entzug «ungerechtfertigt». Es sei ja kein Unfall, rein gar nichts passiert.

Postby

Der gebüsste Chauffeur hat im September mit dem Kiffen aufgehört und muss sich jetzt regelmässig auf Drogen testen lassen. Den Job verlor er zum Glück nicht. Sein Chef habe Verständnis gezeigt und wollte ihn behalten. Jetzt fahre er halt mit dem Zug und mit dem Bus zur Arbeit, sagt Buggy. Doch der Führerausweisentzug sei extrem mühsam. «Ich kann meine Aufgabe bei der Arbeit einfach nicht erfüllen.»

Experten definieren Grenzwert

Buggys Ärger mindert das nicht. Er kritisiert diejenigen, die das Gesetz gemacht haben: «Diese Leute haben keine Ahnung von der Realität. Es ist einfach eine Sauerei!»

Schuld am tiefen Grenzwert von 1,5 Mikrogramm pro Liter Blut sind nicht etwa regulierungswütige Politiker, sondern Beamte des Bundesamts für Strassen (Astra). Gemäss Bundesrats-Entscheid erlässt das Astra nach Rücksprache «mit Fachexperten» eine Verordnung, die den Grenzwert definiert. (pma) 

Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 21.11.2016
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17 Kommentare
  • René  Weber aus Schaffhausen
    17.11.2016
    Ich finde Mensche die das 65igste Altersjahr erreicht haben müssten nochmals einen Fahreignungstest machen einen Besuch beim Arzt und das jedes Jahr. Die sind im Strassenverkehr viel Gefährlicher.
  • Susan  Köhli , via Facebook 17.11.2016
    Was weint ihr alle? Ihm wurde ja der Fahrzeugausweis entzogen und nicht der Führerschein. Fahren ohne Fahrzeugausweis kostet 40. Busse und damit kann man leben
  • Kaspar  Mosimann aus Basel
    17.11.2016
    Das eigentliche Problem ist, dass beim Drogentest für Cannabis lediglich das Abbauprodukt vom psychoaktivenTHC gemessen werden kann. Ob jemand berauscht ist, kann nicht gemessen werden. Darum kann eine Fahruntauglichkeit eigentlich überhaupt nicht geprüft werden. Es kann lediglich festgestellt werden, ob jemand gekifft hat. Hier müsste angesetzt werden. Das Abbauprodukt von THC kann übrigens auch noch Wochen nach dem rauchen eines Joints nachgewiesen werden.
  • Pierre  Tanneur 17.11.2016
    Wir leben in einem Rechtsstaat und haben uns folglich an die bestehenden Gesetzte zu halten, und dies ausnahmslos. Man kann doch jetzt nicht für Cannabis einen rechtsfreien Raum schaffen, nur weil dies den Kiffern so entsprechen würde. Eine Initiative zur Legalisierung von Hanf wurde 2008 mit 63 Prozent deutlich abgelehnt und somit ist das bestehende Betäubungsmittelgesetz immer noch in Kraft. Kiffen hin und täubelen her, so ist die Rechtslage und sie ist unwidersprochen.
    • Sepp  Schweizer aus Rüti
      18.11.2016
      Nicht ganz verstanden, oder??? Wenn ich gestern einen Suff hatte , kann ich heute wieder fahren. Wenn ich vor einer Woche einen Joint rauchte, kann ich nächste Woche noch nicht fahren... Das muss zwingend berücksichtigt werden. Absolute Unverhältnismässigkeit.
  • Andrea  Strickler Fäh , via Facebook 16.11.2016
    Mein lieber Mann, angenommen ich breche seit 14 Jahren in Häuser ein und wurde bisher nie erwischt, ist es dann deswegen nicht verboten?? ;-)