Farben statt Noten St. Galler Schulversuch macht Schlagzeilen

ST.GALLEN - Drittklässler aus St. Gallen erhalten neu Farben statt Noten. Das ruft grosses Echo hervor – auch im Ausland.

Die Schule Rotmonten-Gerhalde hat mit ihrem neuen Bewertungsansatz für Schlagzeilen gesorgt. (Symbolbild) play
Die Schule Rotmonten-Gerhalde hat mit ihrem neuen Bewertungsansatz für Schlagzeilen gesorgt. (Symbolbild) Getty Images

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Eine St. Galler Schule sorgt mit einem neuen Bewertungssystem für Schüler über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen. Seit diesem Schuljahr erhalten die Drittklässler der Primarschule Rotmonten-Gerhalde keine Noten mehr, sondern Farben.

Hatte das Experiment erst lokal Schlagzeilen gemacht, berichtet nun mit «Spiegel.de» eines der grössten deutschen Nachrichtenportale über die neue Beurteilungspraxis. Auch ein deutsches Radio ist auf den neuen Schweizer Ansatz aufmerksam geworden. 

Er sei «sehr erstaunt» über das breite Echo, das die Entscheidung seiner Schule ausgelöst habe, sagt Schulleiter Marius Ettlinger. Allerdings hatte der neue Ansatz bereits bei den Eltern heftig zu reden gegeben – und für kritische Rückmeldungen gesorgt. Von «Kuschelpädagogik» war die Rede und einer «Verweichlichung» der Schüler.

Konstruktive Rückmeldung mit Farben statt Noten

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Das Farbenkonzept basiert auf einem Beurteilungskonzept des Kantons und den neuen Beurteilungskriterien des Lehrplans 21, der die Kompetenzen von Schülern ins Zentrum stellt. Ein brauner Klecks auf einer Prüfung bedeutet an der St. Galler Schule demnach: «Das klappt noch nicht. Ich brauche noch Unterstützung.» Gelb steht für eine besonders gute Leistung. 

Die Farben orientieren sich an den Wachstumsstadien einer Sonnenblume, dahinter steht das Konzept einer konstruktiven, positiven Feedbackkultur. «Eigentlich geht es weniger um die Farben, als darum, dass wir den Schülern förderorientierte, differenzierte Rückmeldungen geben können», sagt Ettlinger. Nur im Zeugnis würden aufgrund kantonaler Vorgaben auch weiterhin Noten stehen.

Notenspektrum 1 bis 6 bleibt vorerst

Im Rahmen der Einführung des neuen Lehrplans hat der Kanton St. Gallen dieses Jahr auch über die Abschaffung der Noten 1 und 2 diskutiert. Eine Idee, die in der Vernehmlassung für harsche Kritik und eine Menge Fragen sorgte – auch bei den Lehrern. Der Erziehungsrat hat den Plan deshalb vorerst auf Eis gelegt. 

Die Schule Rotmonten-Gerhalde hat bereits das nächste Projekt im Blick. Bald sollen auch die Erst- und Zweitklässler bewertet werden. Aber natürlich nicht mit Noten – sondern mit einem Frosch, der eine Leiter hochklettert.

Publiziert am 21.12.2016 | Aktualisiert am 22.12.2016
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8 Kommentare
  • André  Jost aus Rothrist
    21.12.2016
    Weniger das wie ist die Frage, sondern wie schnell wird eine Reform die andere einholen, überholen, überfahren... Hauptsache immer wieder was Neues ausprobieren. Komisch... meine Lehrer gingen in den 60er-Jahren zur Schule - und haben es trotzdem zu etwas geschafft. ich auch noch knapp... aber meine Schüler??
  • Rex  Schweizer 21.12.2016
    Zuerst am die Antiautoritäre Erziehung. Resultat Freche Respektlose Teenies. Dann wurden in gewissen Schulen die Noten total abgeschafft, bis man merkte es geht doch nicht und nun dieser Blödsinn mit einer Farbenbewertung. Der Lehrplan 21 ist sowieso nur Mist. Mit Noten im Zeugnis oder bei einer Prüfung kann man etwas Anfangen und zwar als Kind wie Elternteil. Mit Farben nichts. Eine Schule ist kein Spielplatz und Kuschelraum, sondern zum lernen. Also lasst das alte System mit Noten.
  • Arnold  Sommerhalder aus Walterswil
    21.12.2016
    Ob Zahlen oder Farben, wenn jemand eine Pfeife ist bleibt er es so oder so. Ich finde man tut den Schülern keinen Gefallen, denn nach der Schule stehen sie im Leben und darauf sollten sie (natürlich auch schulisch!!) vorbereitet sein. Da kommt auch unangenehmes auf sie zu wie wir ALLE wissen.
  • fam  Ilias aus Wangen
    21.12.2016
    Was für ein Blödsinn. Die Noten helfen jedem Kind klar zu erkennen, wo es steht. 6=sehr gut; 5=gut; 4=genügend; alles darunter ist ungenügend.
    Wieso muss das geändert werden? Auch im späteren Berufsleben wird die Arbeitsleitung so bewertet. Einfach nicht mit Zahlen, sondern mit Text. Farben sind zwar schön für Pädagogen, helfen den Kindern sicher nicht weiter.

  • Adi  Zimmermann , via Facebook 21.12.2016
    Als Farbschwacher (das IST eine zunehmende Behinderung) empfinde ich das als Diskriminierung. Sie betrifft immerhin 5 Prozent der Menschen. Aber die Lehrer können ja die Wellenlänge der Farbe noch hinzuschreiben...