Erstes Urteil Espenmoos-Randalierer muss 10'500 Franken blechen

ST. GALLEN – Die Polizei hatte via Internet die Hooligans aus den Randalen im Espenmoss-Staion gesucht. Mit Erfolg. Heute ist der erste an die Kasse gekommen.

  • Aktualisiert am 14.01.2012
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20. Mai 2008, Barragespiel FC St.Gallen gegen AC Bellinzona: Ein 22-jähriger Lüftungsmonteur soll vor dem Stadion Steine gegen Polizisten geworfen, einen Abfallcontainer angezündet und 30 zum Teil vermummte Personen unaufhörlich angestachelt haben, nicht mit diesem Tun aufzuhören. Er selbst behauptete heute vor Gericht, er habe nur ein paar Bierchen getrunken und dem Treiben zugeschaut.

Das nahmen ihm die Richter nicht ab. Sie verurteilten den jungen Mann wegen Sachbeschädigung, des Landfriedensbruchs sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte – und zu einer bedingten Geldstrafe von 330 Tagessätzen à 90 Franken. Zahlen muss der 22-Jährige eine Busse von 2700 Franken sowie Verfahrens- und Gerichtskosten von 4800 Franken.

Und: Der 22-Jährige haftet solidarisch für einen eingeforderten Sachschaden von 3000 Franken. Das sind insgesamt 10500 Franken.

Keine Fussballspiele mehr

Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten, 2000 Franken Busse sowie eine Weisung gefordert, wonach der Mann in der Probezeit von drei Jahren schweizweit keine Fussball- und Eishockeyspiele mehr besuchen darf.

Diesem Antrag folgte das Gericht zum Teil: Die Probezeit beträgt zwei Jahre, und der Mann darf keine Fussballspiele der beiden höchsten Schweizer Spielklassen besuchen. Er darf sich auch zwei Stunden vor oder nach einem Spiel nicht in Stadionnähe aufhalten.

Solidarische Haftung

Am Nachmittag steht ein zweiter «Espenmoos»-Randalierer vor Gericht. Ihm wird das Gleiche vorgeworfen. Allerdings soll er im Stadion randaliert haben. Hier entstand ein Sachschaden von über 150000 Franken. Vor dem Kreisgericht St. Gallen entscheidet sich auch, ob dieser Mann solidarisch für den Sachschaden haften muss.

Der Untersuchungsrichter hat bis heute acht Fälle ans Gericht überwiesen; etliche Randalierer wurden bereits mit Bussen und Strafbescheiden belegt. Nach dem Barragespiel des FC St. Gallen gegen die AC Bellinzona waren 59 Personen verhaftet worden (Blick.ch berichtete).

Die St. Galler Kantonspolizei suchte nach den Hooligans erstmals per Internet. Mit Erfolg: Die Randalbrüder meldeten sich selbst – oder wurden verpfiffen.- Kapo SG

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