ST. GALLEN - Der wegen Vergewaltigung angeklagte Fussballspieler Brice Owona steht heute vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft fordert eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren, die Verteidigung will einen Freispruch.
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«Polizisten mit Hunden und Ketten»: So beschreibt Owona seine Verhaftung im November 2011.
(Illustration: Igor Kravarik)Es ist nicht das erste Mal, dass Brice Owona mit einem Frauenproblem in der Schweiz Schlagzeilen macht. Jetzt wiegen die Vorwürfe allerdings schwer: Der 23-jährige Ex-FC-St.-Gallen-Kicker aus Kamerun soll eine vier Jahre jüngere Schweizerin mit afrikanischen Wurzeln vergewaltigt haben.
Er habe sie nach dem Ausgang im letzten Oktober in ein Hotelzimmer in St. Gallen gebracht und dort zum Sex gezwungen, steht in der Anklageschrift.
Owona musste sich dafür heute vor dem Kreisgericht in St. Gallen verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. 18 Monate davon sollen vollzogen werden.
Der Verteidiger des Fussballers verlangt einen Freispruch. Das mutmassliche Opfer verlangt 20'000 Franken Genugtuung.
Zunächst sprach vor Gericht das mutmassliche Opfer. Owona habe sie im Hotelzimmer zunächst gestreichelt. «Ich sagte ihm, dass mich das störe.» Da sei er auf die Knie gegangen. «Er hat mich angefleht, mit ihm zu schlafen», sagte die Anklägerin, die damals 18-jährig war.
Um sie gefügig zu machen, habe Owona sie schliesslich bedroht, an der Gurgel gepackt und gewürgt. «Ich hatte grosse Angst», sagte die Frau. Deshalb habe sie sich nicht mehr gewehrt und ihn überzeugen können, wenigstens ein Kondom zu benützen.
Owona streitet die Tat ab. «Ich könnte einem Mädchen nie Gewalt antun», sagte er. Der Sex mit der Bekannten aus Lausanne sei einvernehmlich gewesen. Die Frau habe während dem Sex zwar nichts gesagt.
Sie habe seine Annäherungsversuche jedoch nicht abgewehrt, sondern genossen. «Ich war sehr überrascht, dass sie mich anklagt und dachte erst, sie erlaube sich einen Scherz», sagte der Fussballspieler.
Am Nachmittag hielten die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung ihre Plädoyers. «Der unwiderstehliche Fussballstar war beleidigt und hat sich genommen, was ihm die Frau nicht freiwillig geben wollte», sagte Staatsanwältin Claudia Widmer.
Die Frau habe keinen Grund zu lügen, sagten sowohl die Staatsanwältin wie die Opfervertreterin. Sie habe die Tat detailgetreu und wahrheitsgemäss geschildert.
Owonas Verteidiger Andreas Fäh war komplett anderer Meinung: Die Aussagen des angeblichen Gewaltopfers reichten nicht aus für einen Schuldspruch. Das Gericht müsse dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» folgen.
Das Urteil wird am kommenden Freitag erwartet.
Brice Owona wurde am 28. November 2011 in seiner Wohnung verhaftet und sass zehn Tage lang in U-Haft (Blick.ch berichtete).
Wegen der Anklage wurde der Stürmer vom FC St. Gallen entlassen und steht zur Zeit ohne Vertrag da.
Er habe mehrere Angebote von Clubs in der Schweiz, müsse aber den Ausgang der Gerichtsverhandlung abwarten, sagte der Profispieler vor Gericht. Die Aufenthaltsbewilligung des Afrikaners wurde wegen des Prozesses um einen Monat verlängert. (SDA/mko/kko/dra)
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