Entschädigung wird geprüft St. Gallen zerstörte 640 harmlose Hanfpflanzen

Die St. Galler Staatsanwaltschaft hat das Untersuchungsergebnis einer Razzia in einer Hanf- Indooranlage vom letzten September veröffentlicht: Es handelte sich um Industriehanf. Nun werden Entschädigungen geprüft.

Hunderte Hanfpflanzen wurden im September 2016 beschlagnahmt. play
Hunderte Hanfpflanzen wurden im September 2016 beschlagnahmt. Kantonspolizei St. Gallen

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Die Polizeiaktion in einer Hanf-Indooranlage in Niederhelfenschwil SG anfangs September verursachte einigen Wirbel: Die Betreiber erklärten danach gegenüber verschiedenen Medien, dass sie den Hanf für medizinische Zwecke im Auftrag einer Thurgauer Pharmafirma angebaut hätten und kritisierten das Vorgehen der Polizei: Es sei nicht nötig gewesen, die Anlage zu zerstören und die Pflanzen zu vernichten.

Die Aktion war unter anderem auch Thema einer Anfrage aus dem St. Galler Kantonsrat, in der nach der «Rechtssicherheit für Hanfbauern» gefragt wurde.

Die Staatsanwaltschaft hatte damals den Vorwürfen entgegnet, dass die Anlage nicht angemeldet gewesen sei. Sie eröffnete eine Untersuchung wegen des Verdachts von Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und beschlagnahmte einige der Pflanzen um sie analysieren zu lassen.

Industriehanf war harmlos

Nun liegt das Ergebnis vor: Der THC-Gehalt liege unter einen Prozent, damit handle es sich um sogenannten «Industriehanf«, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Man habe die Pflanzen zuerst aufziehen müssen, das habe in diesem Fall vier Monate gedauert, begründete Roman Dobler, Sprecher der Staatsanwaltschaft, gegenüber der Nachrichtenagentur sda die lange Zeitspanne zwischen Beschlagnahmung und Veröffentlichung des Ergebnisses.

Die Untersuchung wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz wird nun eingestellt. Und es werden Entschädigungen geprüft. Konkrete Forderungen lägen bisher nicht vor. Sicher werde es eine Busse geben, weil die Anlage nicht angemeldet gewesen sei, so Dobler.

Betrieb war nicht angemeldet

Hätte man den Fall auch anders lösen können? Der Mediensprecher verneint. Für solche Anlagen gebe es im Kanton St. Gallen eine Meldepflicht. Der Betreiber sei dem nicht nachgekommen. Die Anlage sei indoor betrieben worden und versteckt gewesen, zudem seien Kohlefilter eingebaut worden, damit man den Hanf nicht rieche.

Es komme «selten bis fast nie vor», dass in Anlagen, die nicht gemeldet wurden, nicht auch Drogenhanf gezüchtet werde, verweist er auf die bisherigen Erfahrungen der Behörden.

Die St. Galler Regierung hat dazu letzthin Zahlen veröffentlicht: Bis 2016 seien im Kanton über 200 nicht angemeldete Indoor-Hanfanlagen entdeckt worden. Die meisten Pflanzenproben hätten einen THC-Gehalt von deutlich über einem Prozent ergeben, mehrheitlich sogar über zehn Prozent, heisst es in der Antwort auf einen Vorstoss. (SDA)

Publiziert am 05.01.2017 | Aktualisiert am 12.01.2017
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12 Kommentare
  • Burkhard  Vetsch 06.01.2017
    Die einfachste Lösung ist, Hanf legalisieren.
    Die Polizei kann anderen Aufgaben nachgehen, Bandenkrieg Kriminalität und Handel würde wegfallen. Wer es rauchen will, macht es sowieso. Für alle nur Vorteile.
    Der Bund könnte ja noch eine Steuer einführen, wie bei Alkohol und Tabak, das ist ja auch legal, wenn man den Preis zahlt.
    Ich würde nur Vorteile sehen, für alle und besonders für die Staatskasse.



  • marc  klauser aus schmitten
    06.01.2017
    Aber in Städten sind alle aufgeblähte Pillendreher im Mund erlaubt. Die muss man noch zuerst integrieren. Seit Jahrzehnten haben Afrikaner und Co keine Strafen erhalten die 24 Std. an Bahnhöfen harte Drogen verkaufen.
  • Sonja  Zwicker 05.01.2017
    So ein Theater immer wegen irgendwelchen Hanfpflanzen! Tabak verursacht Krebs, Alkohol führt zu Unfällen, häuslicher Gewalt, Schlägereien, usw. Hanf hingegen kann erwiesenermassen medizinisch gute Dienste erweisen. Weshalb vernichtet man denn die ganzen Hanfplantagen, statt die sinnvoll einzusetzen?
    Dabei hätte die Polizei viel wichtigere Aufgaben, wo es immer heisst, es mangle an Einsatzkräften!
    • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
      06.01.2017
      Frau Zwicker, es ist leider so, dass das bürgerlich beherrschte Parlament im Gegensatz zu Alkohol und Tabak bei Hanfpflanzen kein Pardon kennt und dies als straffällig bezeichnet. Darum muss die Polizei einschreiten, weil es das Gesetz so vorsieht. Betroffen von dieser Regelung sind auch Kranke, denen Hanf gegen Schmerzen mehr hilft als alle Medikamente. Die schmerzlindernde Wirkung von Hanf wird viel zu wenig genutzt.
  • Christoph   Luder aus Grasswil
    05.01.2017
    Immer noch die gleichen Ausreden wie vor 13 J. Hatte damals 50a. Hanf, bei der Polizei gemeldet für die Herstellung von Aeterischen Ölen, inkl. Exporterlaubniss in die USA und Israel für Forschungszwecke. Aeterische Öle haben nach dem Destilieren kein THC mehr und der Sud wurde unter Kontrolle direkt aufs Feld gebracht u. umgepflügt. Ein Jahr später wurde kurz vor der Ernte die Vernichtung angeordnet weil die Sorte nicht im Sortenkatalog stand. Pharmaindustrie prod. Synt.THC, fürchtet Konkurenz
  • Lorenz   Müller 05.01.2017
    Ich bin absolut nicht für Drogen. Aber, während die Polizei ein paar Pflanzen nachrennt und das auch noch als Erfolg vermeldet, dealen in unseren Städten tagtäglich tausende von Afrikanern und Balkansesen mit viel schlimmeren Drogen, und das völlig unbehelligt. Warum wohl? Ich habe einen Verdacht!