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«Lasst uns Familie Ademaj doch ein wenig unterstützen und unseren Müll ebenfalls auf ihrem Rasen entsorgen. Eine gratis Müllkippe habe ich mir schon immer gewünscht!» So denkt nicht nur Blick.ch-Leser Silvio Nef aus Weinfelden. Daniel Brechtbühl (24) und Claudius Steiger (19) fuhren zum Garten der kosovarischen Familie und warfen ihre Müll auf die private «Deponie».
«Wir haben die Geschichte über die Familie Ademaj gelesen. Da haben wir beschlossen, dass wir ab sofort auch unseren Müll auf dem Grundstück deponieren», sagt Brechtbühl. So können wir die Entsorgungskosten sparen.»
«Baue auf die Vernunft der Leute»
Drohen dem kleinen Dorf Bürglen nun Müll-Touristen? Schliesslich wird der Abfallberg, den Murtez Ademaj aus Protest gegen die Schweizer Behörden in seinem Garten gesammelt hat, nächste Woche entsorgt. «Das glaube ich nicht», sagt Gemeindeammann Armin Eugster (66). «Ich baue auf die Vernunft der Leute.»
Zudem bewache Ademaj sein Grundstück. «Er fotografiert jeden, der sich irgendwie seinem Garten nähert», sagt Eugster. «Aber die Menschen sind sicher vernünftiger als der Kosovare und entsorgen ihren Abfall so, wie es sich gehört.»
Ob nach der Entsorgung durch die Gemeinde Ruhe einkehrt in Bürglen, ist ungewiss. «Falls Herr Ademaj wieder anfängt seinen Müll in den Garten zu werfen, wird ihn die Polizei sicher wieder büssen – und diesmal vielleicht noch ein bisschen saftiger», so der Gemeindeammann. «Falls er sich weigert zu zahlen, müssen weitere Schritte eingeleitet werden.»
Armin Eugster ist aber optimistisch: «Irgendwann wird Murtez Ademaj hoffentlich zur Vernunft kommen.» Er glaube auch nicht, dass der Kosovare bei der Räumung des Abfalls handgreiflich werden wird. «Ansonsten sind wir vorbereitet. Sie Polizei wird vor Ort sein.»