ST.GALLEN - SG - Seit gestern herrscht Fahrverbot auf dem St. Galler Bahnhofplatz – zumindest offiziell.
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Autos und Fussgänger: Die Polizei versucht Ordnung ins Chaos zu bringen. (Angela Müller)
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Ab heute Fahrverbot auf dem Bahnhofplatz - die Polizei hat noch viel Aufklärungarbeit vor sich. (Angela Müller)
«Grüezi, Sie fahren gerade im Fahrverbot», sagt die Polizistin auf dem Bahnhofplatz zum anrollenden Auto. Diesen Satz hat die Verkehrspolizistin bis 10 Uhr schon zigmal gesagt. Die Autos fahren in die Bahnhofplatzstrasse, als ob nichts wäre. Entsprechend erstaunt reagiert der Lenker und lässt sich die neue Situation erklären.
Seit gestern müssen Fahrzeuge von der Nordseite des Bahnhofs anfahren und können in der Parkgarage City Parking für fünf Minuten gratis anhalten oder länger parkieren. Alle Parkplätze auf der Südseite wurden aufgehoben. Der ganze Bahnhofplatz wird autofrei.
In der Parkgarage herrscht allerdings gestern gähnende Leere. «Seit 6 Uhr haben höchstens zwei Dutzend Autos hier angehalten», sagt der zuständige Angestellte.
«Es klappt noch gar nicht», stellt auch die Polizistin fest. Trotz der gross angelegten Informationskampagne der Stadt – den Autolenkern will das neue Verkehrsregime nicht recht einleuchten.
Auch Passanten und Passantinnen reagieren ungehalten. Besonders, weil es von der City-Parking-Garage aus nur Treppenaufgänge zu den Gleisen und der Billetthalle hat. «Wo soll ich denn mit dem schweren Gepäck durch», regt sich eine ältere Frau auf.
Bei der Stadt ist man sich inzwischen des Problems bewusst. «Am gestrigen Informationstag sind wir oft darauf angesprochen worden», sagt Christian Hasler, Leiter Bereich Verkehr der Stadt St. Gallen. Er stellt klar: «Für Leute im Rollstuhl ändert sich nichts, sie dürfen weiterhin auf der Südseite parkieren. Auch wer sein Gepäck direkt am Bahnhof eincheckt, muss nicht in die Parkgarage.
Doch für Personen, die mit schwerem Gepäck und Kinderwagen unterwegs sind, gibt es keine Ausnahmen. «Diesen empfehle ich die Rathaus-Parkgarage zu benutzen», sagt Hasler. «Wir überlegen uns nun kurzfristige Massnahmen.» Denn die geplanten Lifte zu den Gleisen können frühestens bis 2017 realisiert werden.
Auf dem Bahnhofplatz reagieren die meisten Autofahrer tolerant: «Das liegt wohl daran, dass wir bis nächste Woche keine Bussen verteilen», sagt die Polizistin.
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