ST.GALLEN - SG - Nach knapp zwei Monaten Probezeit ist klar: Der Hybridbus ist nichts für St.Gallen.
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Der Zweiachser-Hybridbus hinter dem Bahnhof St.Gallen: Fährt probehalber auf der Linie 9 Richtung Rotmonten.
Die St. Galler Verkehrsbetriebe (VBSG) haben noch vier alte Busse, die in nächster Zeit ersetzt werden müssen. Seit Mitte April testen sie einen Hybridbus der Marke MAN. Doch noch bevor die Probezeit Mitte Juni um ist, zeigt sich, dass dieses Modell für die Stadt St. Gallen nicht geeignet ist.
«Der Hybrid weist verschiedene Probleme auf: Er hat zu wenig Kraft, um an den Hügeln zu fahren. Gleichzeitig produziert er zu wenig Energie beim Aufwärtsanhalten», sagt Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter der VBSG. Das Testfahrzeug wird auf der Linie 9 Richtung Rotmonten und auf der Linie 6 Richtung Schoren eingesetzt. Der Zweiachser wird von einem Elektromotor angetrieben, wenn die Batterie nicht ausreicht, springt der eingebaute Dieselmotor ein. Weil die Busse kaum von der Haltestelle wegkommen, gibt es auch Probleme, den Fahrplan einzuhalten. Wenn der Bus voll besetzt ist, hat er bei einer ansteigenden Haltestelle Mühe, überhaupt loszufahren.
Der Hybridbus spart in anderen Schweizer Städten bis zu 30 Prozent Diesel ein, wie das «Tagblatt» heute schreibt. In St. Gallen sind es aber deutlich weniger als 15 Prozent. Für Eigenmann müssten die Energieeinsparungen grösser sein: «Der Bus kostet wesentlich mehr als ein herkömmlicher Dieselbus.»
«Natürlich würden wir der Umwelt zuliebe Mehrkosten in Kauf nehmen. Doch: Der Test zeigt für mich ganz klar, dass die Zeit noch nicht reif ist, um in St. Gallen mit einer hügeligen Topografie Hybridbusse einsetzen zu können. Die Technik ist einfach noch nicht genug weit.» Bereits vor vier Jahren wurde in St. Gallen ein Hybridbus getestet. Dieser sei aber wesentlich schlechter gewesen, sagt Eigenmann.
Welche Busse nun für die Stadt St. Gallen angeschafft werden, muss die VBSG noch bestimmen. «Wir wollen unseren Vorschlag unbedingt noch dieses Jahr dem Stadtparlament unterbreiten. Ziel ist es, die neuen Busse so schnell wie möglich bestellen zu können.»
Denn die VBSG bauen ihren Fahrplan laufend aus und verdichten ihn. Deshalb ist die Flotte heute zu klein. Für Spezialfahrten wie an Open Airs oder Fussballspiele werden die alten Gelenkbusse eingesetzt, diese sind nicht sehr umweltfreundlich .
Nach wie vor ist Umweltfreundlichkeit ein wichtiges Kriterium für die VBSG: «Wir werden die Entwicklung im Auge behalten. Im Moment passieren grosse Fortschritte in der Getriebeentwicklung.» So werde der Dieselverbrauch zurzeit laufend gesenkt, auch die Drehzahl wird reduziert, was entsprechend für weniger Lärm sorge, sagt Eigenmann.
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