Zu steile Strassen Der Hybridbus ist zu schwach für St. Gallen

ST.GALLEN - SG - Nach knapp zwei Monaten Probezeit ist klar: Der Hybridbus ist nichts für St.Gallen.

  • Publiziert: 11.06.2012
  • Angela Müller
play Der Zweiachser-Hybridbus hinter dem Bahnhof St.Gallen: Fährt probehalber auf der Linie 9 Richtung Rotmonten.

Die St. Galler Verkehrsbetriebe (VBSG) haben noch vier alte Busse, die in nächster Zeit ersetzt werden müssen. Seit Mitte April testen sie einen Hybridbus der Marke MAN. Doch noch bevor die Probezeit Mitte Juni um ist, zeigt  sich, dass dieses Modell für die Stadt St. Gallen nicht geeignet ist.

«Der Hybrid weist verschiedene Probleme auf: Er hat zu wenig Kraft, um an den Hügeln zu fahren. Gleichzeitig produziert er zu wenig Energie beim Aufwärtsanhalten», sagt Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter der VBSG. Das Testfahrzeug wird auf der Linie 9 Richtung Rotmonten und auf der Linie 6 Richtung Schoren eingesetzt. Der Zweiachser wird von einem Elektromotor angetrieben, wenn die Batterie nicht ausreicht, springt der eingebaute Dieselmotor ein. Weil die Busse kaum von der Haltestelle wegkommen, gibt es auch Probleme, den Fahrplan einzuhalten. Wenn der Bus voll besetzt ist, hat er bei einer ansteigenden Haltestelle Mühe, überhaupt loszufahren.

Der Hybridbus spart in anderen Schweizer Städten bis zu 30 Prozent Diesel ein, wie das «Tagblatt» heute schreibt. In St. Gallen sind es aber deutlich weniger als 15 Prozent. Für Eigenmann müssten die Energieeinsparungen grösser sein: «Der Bus kostet wesentlich mehr als ein herkömmlicher Dieselbus.»

«Natürlich würden wir der Umwelt zuliebe Mehrkosten in Kauf nehmen. Doch: Der Test zeigt für mich ganz klar, dass die Zeit noch nicht reif ist, um in St. Gallen mit einer hügeligen Topografie Hybridbus­se einsetzen zu können. Die Technik ist einfach noch nicht genug weit.» Bereits vor vier Jahren wurde in St. Gallen ein Hybridbus getestet. Dieser sei aber wesentlich schlechter gewesen, sagt Eigenmann.

Welche Busse nun für die Stadt St. Gallen angeschafft werden, muss die VBSG noch bestimmen. «Wir wollen unseren Vorschlag unbedingt noch dieses Jahr dem Stadtparlament unterbreiten. Ziel ist es, die neuen Busse so schnell wie möglich bestellen zu können.»

Denn die VBSG bauen ihren Fahrplan laufend aus und verdichten ihn. Deshalb ist die Flotte heute zu klein. Für Spezialfahrten wie an Open Airs oder Fussballspiele werden die alten Gelenkbusse eingesetzt, diese sind nicht sehr umweltfreundlich .

Nach wie vor ist Umweltfreundlichkeit ein wichtiges Kriterium für die VBSG: «Wir werden die Entwicklung im Auge behalten. Im Moment passieren grosse Fortschritte in der Getriebeentwicklung.» So werde der Dieselverbrauch zurzeit laufend gesenkt, auch die Drehzahl wird reduziert, was entsprechend für weniger Lärm sorge, sagt Eigenmann.

Alle Kommentare (8)

  • Ewald  Rindlisbacher , Grayland
    Solcher Schwachsinn, wieso fahren die Busse nicht einfach mit BIO Diesel, da haben sie keine PS Minderung und die Gruenen sind auch happy. Das ist z.B. in einigen US Staedten schon lange so. Da wird mit BIO Diesel gefahren.
    • 11.06.2012
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  • Hans  Häberli , via Facebook
    Endlich eine Stadt die sich an Elektrobussen für den OeV stark macht. Hoffentlich werden verschiedene Modelle ausprobiert, bis das passende gefunden ist.
    • 11.06.2012
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  • Werner  Langenegger , Hua Hin
    Ich glaube es liegt nicht an den Fahrzeugen von MAN, sondern an der ausbildung der Fahrer mit diesem Bus muss anders gefaheren werden als mit den herkömlichen Busen. Habe selber in veschiedenen Städten inder Schweiz vorführungen mit diesem Bus von MAN gemacht und nur positive erfahrungen gemacht
    • 11.06.2012
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  • Lukas  Schmid , St. Gallen
    Wenn der Bus zu schwach für die Hänge nach Rotmonten oder St. Georgen ist, warum setzt man ihn dann gerade auf diesen Linien ein und nicht auf den zahlreiche flachen Ost-West-Linien, die durch St. Gallen verlaufen?
    • 11.06.2012
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  • Michel  GASSER
    Es müssen verschiedene Modelle ausprobiert werden. In Genf z.B. war ein Mercedes-Gelenkbus mit selbem Antriebsystem getestet. Als Fahrgast ist mir aufgeffallen, dass der voll besetzte Bus die Steigungen ohne weiteres verkraftet hat, inklusiv eine steigende Haltestelle Linie 8 von Rive nach Veyrier und zurück.
    • 11.06.2012
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