Schlafzimmer-Räuber kamen durch dieses Kellerloch Das Fenster des Schreckens

  • Publiziert: 07.06.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Beat Michel

ROMANSHORN TG – Sie fesseln ihr erstes Opfer im Bett. Und überfallen den Nachbarn. Die Schlafzimmer-Bande von Romanshorn schlägt im selben Haus gleich zweimal zu.

Die vier Räuber kommen in der Nacht auf Samstag. Sie brechen das Kellerfenster auf und schleichen sich ins Dreifamilienhaus in Romanshorn TG.

«Um halb drei Uhr nachts knallte es, und schon standen sie an meinem Bett», sagt Paul Brüschweiler (71), pensionierter Bäckereibesitzer. Seine Wohnungstür ist aufgewuchtet.

Drei Verbrecher halten Brüschweiler fest und fesseln ihn mit Klebeband an Händen und Füssen. Auch sein Mund und die Augen werden überklebt. «Wo Geld, wo Schmuck?», fragt der eine Einbrecher in gebrochenem Deutsch. Er drückt dem Pensionär eine Schraubenzieherspitze in den Hals.

«Ich gab sofort preis, wo die Wertsachen sind», sagt Brüschweiler. «Ich hatte Angst.»

Die Einbrecher finden 900 Franken im Portemonnaie, und 4600 Franken im Safe. Dazu mehrere Dutzend Opale, mit denen der Rentner Handel betreibt. Bankkärtchen und Kreditkarte lassen sie liegen.

«Ich schliesse nie ab»

Bevor die Räuber im Parterre bei Paul Brüschweiler zuschlagen, sind sie bereits bei Nachbar Ignacio Molins (31) in der Dachwohnung gewesen. «Wie im Traum sah ich drei oder vier Räuber kommen. Sie waren sehr leise. Weil ich mich hier so sicher fühle, schliesse ich die Wohnungstür nie ab», sagt der Nestlé-Mitarbeiter. «Sie drückten mich aufs Bett und fesselten und knebelten mich.»

Aus dem Augenwinkel sieht er, dass einer der Schlafzimmer-Räuber sehr klein gewachsen ist. Die andern sind gross und kräftig. Einer trägt auffällig grosse Basketball-Schuhe mit weisser Sohle. «Sie klauten nur mein Handy. Meine Laptops wollten sie nicht. Und Bargeld oder Schmuck habe ich nicht.»

Einer der Räuber bleibt bei Ignacio Molins und bewacht ihn. Die anderen gehen runter zu Brüschweiler und brechen die Tür auf.
«Ich stehe unter Schock», sagte Molins gestern. «In der letzten Nacht schlief ich im Wintergarten am Boden. Ich konnte nicht mehr ins Bett. Ich sehe immer wieder die Einbrecher, wie sie ins Schlafzimmer kommen und mich packen.»

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