Darum verbietet St. Gallen die geplante Pnos-Party Dieser deutsche Neonazi-Rapper sollte auftreten

ST. GALLEN - Die St. Galler Kantonspolizei will ein zweites Rechtsrockkonzert im Kanton verhindern und verbietet die Pnos-Veranstaltung vorsorglich. Aus gutem Grund: Texte der Bands triefen nur so vor Rassismus, Gewaltaufrufen und Nazi-Verherrlichungen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Sieben Täter geständig Jugendliche demolieren Oldtimer-Zug
2 Ohne Fahrausweis unterwegs Mann (19) lässt Auto nach Unfall stehen
3 «Unterschreibt keine Rapporte!» Bauern-Aufstand gegen die Polizei

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

Die rechtsextreme Pnos-Partei will am kommenden Samstag ein weiteres Rechtsrockkonzert auf Schweizer Boden durchführen. Unklar ist, wo genau. Die St. Galler Kantonspolizei versucht nun mit einem klaren Entscheid ein zweites Debakel wie in Unterwasser SG (BLICK berichtete) zu verhindern: Sie hat die Veranstaltung vorsorglich auf dem ganzen Kantonsgebiet verboten.

Gründe gibt es viele dafür: Einerseits befürchten die Polizisten Ausschreitungen zwischen Neonazis und Antifas. Andererseits sind die angekündigten Bands beim Konzert alles andere als die lieben Nachbaren von nebenan: So ist gemäss einem Flyer der deutsche Neonazi-Rapper Julian «MaKss Damage» Fritsch erneut eingeladen.

«Zu mir kannst du ruhig Nazi sagen»

Fritsch stand schon beim letzten Konzert in Unterwasser auf der Bühne. Ein verurteilter Nazi-Verherrlicher und Judenhasser, wie man aus seinen Liedern heraushört – und wie er sich selbst nennt: «Zu mir kannst du ruhig Nazi sagen, denn ich stehe dazu.» In einem Song heisst es etwa: «Bist du rot, wirst du tot geboxt und im Ofen verkohlt.»

Diesmal soll auch die italienische Rockband Bronson auftreten. Sie wird zur gewalttätigen Faschistenbewegung Casapound gezählt und steht im engen Kontakt mit den Schweizer Pnos. Auf Facebook präsentierten Anhänger beider Organisationen mehrmals ihre braunen Freundschaften mit Gruppen-Selfies.

Pnos-Chef will alte Lieder spielen

Der dritte Auftritt kommt von einem Eidgenossen: Pnos-Chef Dominic Lüthard himself, der die rechtsextreme Band Indiziert mitbegründet hat, will unter seinem Spitznamen «Gixu» alte Lieder spielen. In seinen Texten grölt er über «Rassenverrat», «Rassenschande» und «Mulattenflut». Lüthard selbst wurde bereits wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung verurteilt.

«Meinung» sind solche Texte nicht mehr, sondern krasse Aufrufe zu Mord, Gewalt und verbale Gewalt in Form von Rassismus.

Polizei bittet um Hinweise

Der Veranstaltungsort des neu angekündigten Konzerts ist bislang nicht bekannt gegeben worden. Die Kantonspolizei St. Gallen bittet deshalb die Bevölkerung, mögliche Hinweise unter 058 229 49 49 zu melden.

Der Pnos-Chef Dominic Lüthard nimmt es gelassen, wie er gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» erklärt: «Wir führen das Konzert durch, wo immer wir es geplant haben. Das kann auch im Kanton St.Gallen sein.» (pma)

Publiziert am 10.01.2017 | Aktualisiert am 17.01.2017
teilen
teilen
1 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

11 Kommentare
  • Morgan  Schwab aus Bülach
    10.01.2017
    Hier wollen wir keine Neonazis. Es ist an der Zeit, endlich mal ein Verbot der rechtsextremen Gruppierungen und Parteien zu machen. Warum ? Was vor 70 Jahren passiert ist - darf sich nicht wiederholen. Genau deswegen : Verbot für rechtsextreme Parteien und Gruppierungen. An der Zeit wäre es. Und : liebe Grenzer, wachsam sein - und die Neonazis gar nicht erst einreisen lassen - wenn doch welche hineingelangen konnten, sind diese sofort auszuschaffen. Handelt endlich, verbietet sie endlich !
  • simon  stocker 10.01.2017
    Und die Reithalle in Bern. Wird die auch Verboten?? Dort wird jedes Wochenende zur Gewalt gegen Polizei und zu politisch andersdenkende ausgerufen und auch ausgelebt.
  • Heinz  König 10.01.2017
    Aber wenn ein Moslem sagt, man darf seine Ehefrau schlagen wenn sie keinen Sex will oder Dieben die Hand abzuhacken sei eine gute Strafe, ist das gemäss Rechtsprechung ein eigene Meinung und kein Aufruf zu Gewalt. Wenn zwei das Gleiche tun ist es nicht das Gleiche ...
  • Sonja  Zwicker 10.01.2017
    Das finde ich eine gute Entscheidung, aber warum wird die Aktion "Lies" nicht genauso verboten???????? Diese Kampagne wurde von einem salafistischen Prediger organisiert, und trieft nicht weniger vor Gewaltpotential!!! Wie bei allen Themen in der Schweiz wird wieder mal nicht alles mit gleichen Ellen gemessen!
    • Landre  Marb , via Facebook 10.01.2017
      Was einem nicht gefällt (hier anscheinend Ihnen, mir und paar anderen) muss noch lange nicht heissen dass es zu verbieten ist(!).
      Und mehr oder weniger expliziten Rassismus mit Religion zu vergleichen ergibt Ihnen Sinn?
      ...Uns geht es relativ gut nicht nur dank unseren Werten und Prinzipien, sondern auch dank der (laizistischer) Rechtsstaatlichkeit die diese zu wahren und schützen weiss.
    • Sonja  Zwicker 11.01.2017
      Zur Erinnerung: Ahmet C. verteilte Korane, bevor er sich dem IS anschloss. Letzten Juli sprengte er sich mit einer Autobombe in die Luft und riss 54 Menschen mit in den Tod.
      Die Militanz der Salafisten an Ständen, auf Internetseiten und als Prediger in Moscheen ist die Hauptursache dafür, dass Dutzende Schweizer in Syrien und im Irak für terroristische Gruppen kämpfen.
      Mit Religion hat das genauso wenig zu tun wie der Rassismus!
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    10.01.2017
    Wie heisst es so schön, wehret den Anfängen. Es ist gut dass sowas verboten wird, denn wohin das führt haben wir vor 70 Jahren gesehen! Sowas darf sich nie mehr wiederholen, solches Gedankengut muss unterbunden werden. Vielleicht sollte in den Schulden das Grauen des Holocaust intensiver vor Augen geführt werden, so dass man nicht mal auf die Idee kommt solches Gedankengut anzunehmen!
    • Marco  Weber 10.01.2017
      Frau Jost eigentlich müsste etwas Bildung und gesunder Menschenverstand reichen! Leider fehlt das heutzutage wieder viel zu vielen Menschen!
    • Fritz  Frigorr 10.01.2017
      Darf ich Sie Frau Jost verbessern ? Es sind bereits über 80 Jahre her, seit Gestalten mit dem gleichen dumpfen Gedankengut Verderben gebracht haben. Doch leider haben Sie recht, dass dies in den Schulen - warum wohl - nicht gelehrt wird.