Crash von Schwellbrunn AR Duro-Fahrer wegen Unfall verurteilt

ST. GALLEN - Der Fahrer des Anfangs 2016 verunfallten Duros ist verurteilt worden. Trotz schlechten Strassenverhältnissen fuhr der 22-jährige Fahrer zu schnell.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Frau (19) von hinten angegriffen In der Bahnhofs-Unterführung zu Boden...
2 Minus 20 Grad in OBRRRiet Das Rheintal ist das neue Sibirien der Schweiz
3 Bahnhof St. Gallen Grosseinsatz wegen Mann auf Kran endet glimpflich

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

Nach dem Unfall eines Armee-Duro in Schwellbrunn AR Anfang 2016 mit neun Verletzten hat das Militärgericht 6 am Freitag in St. Gallen den Fahrer verurteilt. Dieser war mit dem Duro im Schnee zu schnell gefahren. Einen Rüffel gab es aber auch für die Armee.

Der Vorsitzende des Militärgerichts sprach von einem «Riesenglück im Unglück», dass die Armeeangehörigen beim Unfall nicht schwerer verletzt worden seien. Der Duro mit 18 Angehörigen der Armee an Bord war am 20. Januar 2016 in einer Kurve bei Schwellbrunn ins Rutschen geraten und von der Strasse abgekommen.

Der Transporter überschlug sich im steilen Gelände mehrmals. Der Fahrer und acht weitere Insassen - alles angehende Unteroffiziere - wurden leicht bis mittelschwer verletzt. Sechs Personen mussten ins Spital gebracht werden. Am Fahrzeug entstand Totalschaden.

Fahrer fuhr zu schnell

Dem 22-jährigen Fahrer wurde vorgeworfen, er sei zu schnell in die Kurve gefahren. Das Tempo von 53 km/h sei auf der mit Schneematsch bedeckten, abfallenden Strasse deutlich zu hoch gewesen, auch wenn Tempo 80 signalisiert war. Der Auditor (militärischer Staatsanwalt) warf dem Fahrer grobe Fahrlässigkeit vor.

Er beantragte eine bedingte Geldstrafe von 8800 Franken (80 Tagessätze zu 110 Franken) und eine Busse von 1100 Franken. Der Angeklagte zeigte sich vor den fünf Richtern reuig. Er sei sich aber nicht bewusst gewesen, zu schnell gefahren zu sein. Es tue ihm Leid, was passiert sei.

Der Verteidiger verneinte eine grob fahrlässige Verletzung von Verkehrsregeln. «Diesem jungen Mann fehlte es schlicht an der nötigen Erfahrung», sagte er. Der Fahrer habe zum Zeitpunkt des Unfalls den Militär-Fahrausweis erst seit ein paar Wochen besessen und sei vorher erst vier Mal mit einem Duro gefahren.

Adjutant hätte stoppen müssen

Zudem sei der Transporter mangelhaft ausgerüstet gewesen - mit nur einem statt zwei Paar Schneeketten. Dies und die Unerfahrenheit des Fahrers hätten beim Unfall eine erhebliche Rolle gespielt. Der Angeklagte habe klar einen Fehler gemacht und sei zu verurteilen, aber nur zu einer deutlich milderen Geldstrafe.

Das Militärgericht folgte mehrheitlich der Argumentation des Verteidigers. Es verurteilte den Fahrer wegen mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung und «fahrlässigen Missbrauchs und Verschleuderung von Material» zu einer bedingten Geldstrafe von 4400 Franken (40 Tagessätze zu 110 Franken) und einer Busse von 300 Franken.

Vom Vorwurf der fahrlässigen groben Verletzung von Verkehrsregeln sprach das Gericht ihn frei. Er habe einen offensichtlichen Fehler gemacht und mit einem «gewissen Leichtsinn» gehandelt, erklärte der vorsitzende Richter. Völlig unverständlich sei für ihn aber, dass die Armee bei solch winterlichen Verhältnissen die Duros nicht besser ausgerüstet habe.

Kritisch äusserte sich der Richter auch über den Adjutanten, der mit seinem Personenwagen dem Konvoi aus drei Duros vorausgefahren war. Der Adjutant - der mit seinem Wagen selber kurz ins Rutschen geraten war - hätte sofort stoppen und die nachfolgenden Duros vor der gefährlichen Kurve warnen müssen. (SDA)

Publiziert am 25.11.2016 | Aktualisiert am 04.12.2016
teilen
teilen
0 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

9 Kommentare
  • Arthur  Furter 25.11.2016
    Das allerwichtigste in dem Fall ist das es nicht tragischer endete als es war. Die Erfahrung gemäss Alter spielt meines Erachtens kaum eine Rolle. Motorfahrer sind in der Funktion gut ausgebildet und daher müssten bewusst lenken, verhalten und entsprechend vorsichtig agieren. Das hätte bis zur Verweigerung der Fahrt auf Grund der Verhältnisse und Ausrüstung gehen können. Natürlich haben wenige soviel Mum und sich breit aufzustellen. N.B. Adifanten = Kostentreiber
  • Andreas  Kaufmann 25.11.2016
    Die Bereifung des Duros taugt bei Schneematch absolut nichts! Ich wundere mich, dass es nach 20 Jahren Duro immer noch keine taugliche Winterbereifung für dieses eigentlich tolle Geländefahrzeug gibt.
    Klar ist jeder Fahrer selber verantwortlich sicher ans Ziel zu kommen. Man kann jedoch von so jungen unerfahrenen Soldaten nicht erwarten, dass sie im Konvoi langsamer fahren und sich abhängen lassen.
  • Reto  Graber 25.11.2016
    Es wäre wohl besser gewesen, die Schneeketten hätte man weggelassen, wenn ich mir die Strassenverhältnisse auf den Bildern anschaue..... Vermutlich wäre die Geschwindigkeit auch ohne Ketten zu hoch gewesen... Geldstrafe 440 Franken (40 Tagessätze à 110 Franken).. Ist jetzt der Tagessatz 11 Franken oder sind es nur 4 Tagessätze? Etwas stimmt nicht in diesem Artikel...
  • Urs  Schaad aus Zürich
    25.11.2016
    Der Fahrer des Anfangs 2016 verunfallten Duros ist verurteilt worden. Trotz schlechten Strassenverhältnissen fuhr der 22-jährige Fahrer zu schnell.

    Bei schönem Wetter wäre es wohl ok gewesen...
  • Peter  Leo 25.11.2016
    Es braucht wohl nicht grosse Intelligenz, um zu wissen, dass Schneeketten auf Vorderädern! mit einer Geschwindigkeit von 53 km/ wenig bis keine Seitenführung gewährleisten. Es sei denn auf einer kompakten Schneedecke. Wenn ein Adjutant solches vor der Abfahrt nicht sieht und eingreift läuten Alarmglocken. Genau dazu wäre er da. Einmal mehr. Fahrzeuge sind erst gefährlich wenn sie gedankenlos bewegt werden.
    • Shimu  Trachsel 25.11.2016
      Wissen Sie denn, wie die Strasse zum Unfallzeitpunkt ausgesehen hat, oder mutmassen Sie nur auf Grund der Fotos, welche viel später aufgenommen wurden. Der Unfall ereignete sich um 07:45, also zu Beginn der Dämmerung. Ob zwischenzeitlich der Schneepflug die Strecke geräumt hat, ist weder im Bericht erwähnt noch auf den Bildern ersichtlich.