Schiesserei in Rehetobel wegen Verdacht auf Hanfanlage Schütze Roger S. (†33) war wegen versuchter Tötung vorbestraft

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden fielen am Dienstagmorgen bei einer Hausdurchsuchung Schüsse. Zwei Polizisten wurden verletzt. Beim Versuch, den Täter festzunehmen, hat sich dieser umgebracht.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Keine Personen verletzt Felsrutsch verschüttet Strassen in St. Gallen
2 Otto Willi (93) Wer hat diesen Mann gesehen?
3 7 Verletzte nach Frontal-Crash in Gossau SG «Nicht auszudenken, wenn...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
483 shares
60 Kommentare
Fehler
Melden

In Rehetobel AR fand am Dienstagmorgen ein Grosseinsatz der Sicherheitskräfte statt: Um 9 Uhr habe ein Mann (33) bei einer Hausdurchsuchung der Polizei das Feuer eröffnet, schreibt die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. «Es kam zu einem Schusswechsel», sagt Polizeikommandant Reto Cavelti.

 

Durchsuchung wegen Verdacht auf Indoor-Hanfanlage

Alles begann mit dem Verdacht auf eine Hanf-Indooranlage beim vorbestraften Schweizer Roger S.: Aus diesem Grund musste er auf dem Polizeiposten in Heiden erscheinen. Dort wurde er über die Hausdurchsuchung informiert, die Polizei kontrollierte ihn.

Vorerst «kooperativ», habe die Hausdurchsuchung begonnen. Sie sei quasi abgeschlossen gewesen – als der Täter eine Waffe zückte und auf zwei Polizisten im Alter von 29 und 37 Jahren schoss. Dabei wurden die Männer schwer verletzt: Der jüngere der Beiden befindet sich noch immer in «kritischem Zustand».

Ein Zeuge beschrieb den Tathergang gegenüber BLICK: Es habe wohl vier bis fünf Mal geknallt. «Dann sah ich, wie zwei Polizisten am Boden lagen, die andern brachten sich hinter einem Auto in Deckung und schossen zurück.» Seinen Nachbarn beschreibt der Zeuge als «komisch», man habe gewusst, dass er schon einmal mit der Polizei zu tun hatte.

Täter drohte mit Splitterhandgranate

Roger S. flüchtete zu Fuss. Erst gegen Mittag konnten die Ermittler den Schützen «lokalisieren», ihn aber noch nicht festnehmen. Der Mann habe damit gedroht Splitterhandgranaten einzusetzen, sagt Polizeisprecher Hanspeter Saxer. «Er war nicht bereit, sich freiwillig zu stellen», sagt Einsatzleiter Kurt Lutz. «Er drohte laufend, den Rucksack zu sprengen.»

Ein Diensthund habe Roger S. gegen 17 Uhr überwältigt. Daraufhin habe sich der Schütze, unmittelbar vor dem Zugriff der Polizei, selbst gerichtet. Sprengstoff wurde bei der Leiche nicht gefunden, jedoch zwei Faustfeuerwaffen und mehrere Magazine Munition.

Roger S. war seit 2012 auf freiem Fuss

Der Schütze war der Polizei seit langer Zeit bekannt: 2003 habe er versucht, zwei Personen zu erschiessen, sagte der Ausserrhoder Staatsanwalt Bruno Werlen. 2004 wurde der Mann vom Ausserrhoder Kantonsgericht wegen mehrfacher versuchter Tötung, mehrfacher schwerer Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz verurteilt. Es wurde eine Massnahme angeordnet.

Der Mann kam bis 2009 in eine Arbeitserziehungsanstalt in Basel, wie Werlen sagte. 2012 endete die Probezeit. Er sei aber wieder auffällig geworden. Es bestand der Verdacht auf Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bei der heutigen Hausdurchsuchung habe man zwar keine Hanfanlage gefunden – jedoch Material, das auf eine Anlage hinweise.

Polizist hat «Herzsteckschuss» erlitten

Die angeschossenen Polizisten mussten mit der Rega ins Spital überführt werden. Beide wurden notoperiert. Der Zustand des 29-Jährigen sei äussert kritisch, sagte der Ausserrhoder Polizeikommandant Reto Cavelti. Er erlitt einen Herzsteckschuss. «Er kämpft um sein Leben», sagt Cavelti. Der zweite Beamte wurde im Bereich der Beine getroffen. Er sei ausser Lebensgefahr. Die Beamten hätten korrekt gehandelt, sagte Cavelti. Der Täter sei äusserst skrupellos vorgegangen.

Brauchen Sie jemand, der Ihnen zuhört? Falls Alltagssorgen Sie bedrücken sind Beraterinnen und Berater der «Dargebotenen Hand» jederzeit unter der Telefon-Kurznummer 143 erreichbar. www.143.ch

Publiziert am 03.01.2017 | Aktualisiert am 03.01.2017

Leserbilder per WhatsApp schicken

Neu können Leserreporter uns Fotos und Videos nicht nur mehr übers 8989-Tool, sondern auch per WhatsApp schicken.

Speichern Sie die BLICK-WhatsApp-Nummer 079 813 8041 jetzt gleich in den Kontakten Ihres Smartphones. Oder laden Sie sich hier den Kontakt herunter (vcf-Datei).

PS: WhatsApp funktioniert mit jedem Provider (Swisscom, Sunrise, Salt usw.)

teilen
teilen
483 shares
60 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

60 Kommentare
  • Jürg  Wüthrich aus Baselland
    04.01.2017
    Und wieder geht es nur um Hanf. Was denken wohl die Familien und Angehörigen dieser verlezten Beamten. Wegen HANF....und das ist nicht das erste Mal, das Polizisten und/oder Beteiligte dafür sterben/schwer verlezt werden.
    • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
      04.01.2017
      Herr Wüthrich, da sind nicht die Polizisten schuld. Es ist die Politik, die Hanf als verbotene Ware sieht und daraus Konsequenzen für Anbauer und Konsumenten vorsieht. Die Polizei muss diese Konsequenzen umsetzen, dafür nun die Polizei verantwortlich machen, ist schon etwas schräg.
  • Walter  Krebs 03.01.2017
    War 40 Jahre bei der Polizei/Kripo. Trotz guter Ausbildung lauert die Gefahr in der Routine. Und erstens kann es anders kommen und zweitens als man denkt. Es ist nicht gut wenn Polizisten Fehler machen, aber es sind nur Menschen. Das grösste Problem sind die vielen Softie-Richter und dass seit einigen Jahren der Täterschutz vor den Opferschutz gestellt wird. Deshalb ist es möglich, dass viele Kriminelle frei herumlaufen. W. Krebs, Bern
  • Alex  Gächter aus St.Gallen
    03.01.2017
    Für alle die wieder super Detektiv spielen und schon vorher wissen das es ein Ausländer sein muss, Roger tönt sehr ausländerisch, Gratulation für diese Recherche.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    03.01.2017
    Vorstrafen besser abklären und vorbestrafte Verdächtige immer durchsuchen - dann müsste man heute nich 2 schwerstverletzte Polizisten beklagen - wo bleibt da der gesunde Menschenverstand ? Vorschriften hin oder her, auch wenn dies ein juristisches Nachspiel hat !
  • Yann  Wermuth , via Facebook 03.01.2017
    Deshalb sollte es keine Kommentarspalten bei laufenden Untersuchungen geben.