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Der Vater der Schülerin hatte heute um 8 Uhr die Schulleitung über das Verschwinden seiner Tochter und eines Revolvers informiert. Darauf schaltete die Schulleitung die Polizei ein, «weil wir von einer ernsthaften Bedrohung ausgehen mussten», so Rektor Urs Bucheli und Abteilungsleiter Marco Frauchiger.
Die Polizei evakuierte umgehend das ganze Kaufmännische Berufs- und Weiterbildungszentrum auf dem Kreuzbleiche-Areal. Die gegen 1000 Schülerinnen und Schüler wurden über Lautsprecher zum Verlassen der Gebäude aufgefordert. In einer Turnhalle wurden sie informiert und anschliessend, gegen 10 Uhr, nach Hause geschickt.
Schulgebäude durchsucht
60 Polizeibeamte standen bei der Evakuation im Einsatz. Die Polizei durchsuchte das Schulgebäude, fand die gesuchte Schülerin aber nirgends. Kurz vor Mittag meldete ihr Vater, er habe Kontakt zur Tochter. Die Frau befand sich zu diesem Zeitpunkt laut Polizei «ausserhalb des Raums St. Gallen».
Zwischen 13 und 14 Uhr wurde die Schülerin von der Polizei angehalten und in Gewahrsam genommen, wie Einsatzleiter Andreas Scherrer ausführte. Die Frau habe keine Waffe bei sich gehabt und sei wohlauf. Der Revolver wurde am Wohnort der Schülerin und ihres Vaters sichergestellt.
Kolleginnen alarmierten die Schulleitung
Laut dem Rektor der Kaufmännischen Berufsschule, Urs Bucheli, waren der Schulleitung die psychischen Probleme der 21-Jährigen bekannt. Sie habe in den letzten Tagen im Kreis ihrer Schulklasse «subtile Drohungen» ausgesprochen. Zwei Schülerinnen hätten aus Angst die Schulleitung kontaktiert.
Die Schulleitung hatte schon vor dem Zwischenfall heute Fachstellen um Rat gefragt. Für heute war ein Gespräch mit dem Vater geplant. Dabei ging es um «die Einleitung notwendiger Massnahmen inklusive fachmedizinischer Versorgung» der Schülerin.
Polizei-Sprecher Benjamin Lütolf wollte an der Medienkonferenz nicht mehr von einer «Amok-Drohung» sprechen. Die Situation nach dem vermeintlichen Verschwinden der Schusswaffe sei «unberechenbar» gewesen. Zuvor hatte eine Polizeisprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur SDA noch von einer «Amok-Drohung» gesprochen.
Zweite Drohung gegen eine Schule in einem Monat
Erst am 20. November löste die Polizei wegen einer Amokdrohung in einer Berner Gewerbeschule einen Grosseinsatz aus. Ein 16-Jähriger hatte sich mit einem Anruf einen schlechten Scherz erlaubt. Der Teenager muss nun eine hohe Strafe zahlen und wurde der Schule verwiesen. (bih)