57 Bewohner betroffen Thurgauer Pflegeheim muss schliessen

Das Thurgauer Betreuungs- und Pflegeheim Schloss Hauptwil muss wegen defizitärem Betrieb schliessen. 57 Bewohner und 58 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Frau (19) von hinten angegriffen In der Bahnhofs-Unterführung zu Boden...
2 Minus 20 Grad in OBRRRiet Das Rheintal ist das neue Sibirien der Schweiz
3 Bahnhof St. Gallen Grosseinsatz wegen Mann auf Kran endet glimpflich

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
43 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

Der Thurgauer A. M.* fiel aus allen Wolken. «Vor gut einer Woche wurden wir informiert, dass das Schloss Hauptwil schliesst», erzählt er gegenüber BLICK. Das Schloss in der thurgauischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus, das vor über 400 Jahren gebaut wurde, war in den letzten Jahren als Betreuungs- und Pflegeheim genutzt worden.

Ende Juni 2017 ist Schluss

Jetzt betrieb die Zürcher Di-Gallo-Gruppe die Institution. Aber auch sie konnte das Pflegeheim, das erst 2009 von einer gemeinnützigen Gesellschaft übernommen wurde, nicht in die schwarzen Zahlen bringen.

Bis Ende Juni 2017 soll das Schloss seinen Betrieb einstellen. Betroffen von der Schliessung sind 57 Bewohner, davon 34 mit einer psychischen Behinderung und 58 Mitarbeiter. 

Bewohner müssen zügeln

Grund für die Schliessung sind die Anforderungen des Kantons. So waren die sanitären Anlagen nicht zeitgemäss, auch die Haustechnik bedurfte grosser Investitionen. Rund 15 Millionen Franken, so die Schätzung des Verwaltungsrates. Zu viel, um die dauerhafte Betriebsbewilligung zu erhalten.

«Wir sehen keine andere Möglichkeit, als den bisherigen Betrieb des Betreuungs- und Pflegezentrums einzustellen», schreibt Peter di Gallo, Präsident Schloss Hauptwil. Er wolle nun für die Bewohner und Mitarbeiter eine Lösung finden.

Denkbar sei etwa, diese im Kranken- und Pflegeheim in Leimbach TG unterzubringen. Dasselbe gelte auch für die Lehrlinge im Betrieb. (pma)

Publiziert am 07.11.2016 | Aktualisiert am 08.11.2016
teilen
teilen
43 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

7 Kommentare
  • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
    07.11.2016
    Die Mitarbeiter-Anzahl allein im Vergleich zu den Insassen in Einklang zu bringen ist sicher nicht ganz richtig, dürften doch darunter auch viele Teilzeit-Stellen sein. Was nicht in Ordnung ist, sind die kantonalen Auflagen. Da werden Auflagen für ein historisches Gebäude gemacht, die nicht nachvollziehbar sind. Das Heim war und ist gut geführt, wenn dem Kanton nun räumliche Auflagen wichtiger sind, ist dies schlichtweg nicht nachvollziehbar.
  • Roger  Hausherr 07.11.2016
    Hauptsache die Kosten für Heimbewohner sind zeitgemäss. Das heisst immer höher während die Rentensätze sinken. Irgendwann werden wir in ehemaligen Asylzentren untergebracht, wenn das Geld für tiefe Einkommen ausgegangen ist. Kann man sich luxurieuse Heime bald nicht mehr leisten? Dann braucht es Budgetheime.
  • Hans Peter  Grossenbacher aus Uetikon
    07.11.2016
    Wäre es das Thema Asylheim, wären sofort von Bund und Kanton die nötigen Mio. gesprochen. Ich finde es beschämend, dass für diese Generation nicht gesorgt wird. Viele dieser Menschen haben ein Leben lang hart gearbeitet und müssen mit der AHV und ev. Ergänzungsleistungen auskommen.
  • Stilz  Rumpel 07.11.2016
    Das kann ja nicht rentieren!
    57 Pensionäre und 58 Angestellte.
    Es wird ja vielfach argumentiert, die Jungen müssen für die Alten die AHV finanzieren. Bei diesem Beispiel ist es jedoch gerade umgekehrt.
  • Charles  Metzger 07.11.2016
    15 Mio für neue Haustechnik?
    TG hat wohl Steuerüberschüsse oder kennt die Bedeutung von Zahlen nicht .
    Inkl. Zulieferteile könnten damit 150 Mann ein Jahr lang beschäftigt werden... Das schafft auch ein kleiner Bruchteil dieser Mannschaft.