Nach Minarett-Verbot Oskar Freysinger wollte Polizeischutz

BERN – Die Anti-Minarett-Initiative hat zu einem Dialog über den Islam geführt. Dass es ein Polit-Polterer jetzt mit der Angst zu tun kriegt, zeigt, auf welcher Ebene inzwischen diskutiert wird.

  • Publiziert: 02.12.2009
  • Von Georg Nopper
play Oskar Freysinger macht Anti-Minarett-Propaganda mit einem Wecker in Moschee-Form. (Keystone)
Eine deutliche Mehrheit der Schweizer Stimmbürger hat sich am Sonntag in einem demokratischen Entscheid für ein Minarett-Verbot ausgesprochen. Das sorgt für Spannungen. Viele sehen dadurch die Religionsfreiheit der Muslime beeinträchtigt. Die Schweiz sieht sich denn auch umgehend mit harscher internationaler Kritik konfrontiert.Am Abstimmungssonntag in der MoscheeDie Fronten zwischen Schweizern und Ausländern, zwischen Christen und Muslimen verhärten sich. Dabei wollte man eigentlich nur miteinander reden, Grenzen ausloten. Was passieren kann, wenn man diese Grenzen überschreitet, zeigt ein Vorfall in der Westschweiz.Ausgerechnet in einer Moschee verbrachte dort der eingefleischte Minarett-Gegner Oskar Freysinger den Abstimmungssonntag.Dass dem Provokateur dort nicht gerade eine Welle der Sympathie entgegenschlug, ist nicht weiter verwunderlich. Doch der Walliser SVP-Nationalrat musste regelrechte «Hasstiraden» erdulden, wie er gegenüber Blick.ch sagt.Am Ausgang der Moschee verabschiedete ihn ein Mann vor laufender Kamera des Westschweizer Senders «TSR» mit den Worten: «Ich würde Ihnen gerne die Fresse polieren.» Freysinger blieb scheinbar total cool: «Aha, okay. Das ist Ihr Problem, nicht meins», antwortete er.«Ich bekam Angst»Doch hinter der abgeklärten Fassade machte sich der Polit-Polterer Sorgen: «Ich bekam Angst», sagt er. Denn bereits im November 2002 war auf sein Haus ein Brandanschlag verübt worden. Deshalb wollte Freysinger für sich und seine Familie Polizeischutz beantragen.Nach Gesprächen mit Kollegen habe er schliesslich doch davon abgesehen. Man sei zum Schluss gekommen, dass er nichts zu befürchten habe. Denn er habe ja nicht den Islam an und für sich, sondern nur die Minarette angegriffen.

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