Oranjes sahen rot – 65 Leute im Spital

  • Aktualisiert am 03.01.2012
Die Sicherheitskräfte in Basel wurden gestern stark gefordert.- Keystone

BASEL – Holländer gegen Holländer, Holländer gegen Russen, Holländer gegen Schweizer und Schweizer untereinander: Nach der Pleite folgten Prügel.

Mit der Niederlage Hollands im EM-Viertelfinalspiel gegen Russland ist das orange Fest in Basel jäh gestoppt worden. In der Nacht auf Sonntag kam es in der Stadt am Rhein zu dutzenden Schlägereien. 30 Personen wurden festgenommen.

Die üblichen Samstagabendschlägereien hätten sich mit dem Frust der holländischen Fans vermischt, sagte Nicolas Drechsler, Sprecher des Sicherheitsdepartements Basel-Stadt. Es sei zu zwei bis drei dutzend Schlägereien gekommen, aber zu keiner Massenschlägerei.

Dabei hätten sich Holländer untereinander, Holländer mit Schweizern, Holländer mit Russen und Schweizer untereinander geprügelt, sagte der Sprecher weiter. Die Polizei habe ständig überall Präsenz markieren müssen. «Wir haben alles gebraucht, was vorhanden war.»

65 Personen in Spitalpflege

Gefragt war auch die Sanität: Bis Mitternacht seien 800 Personen medizinisch versorgt worden, hiess es in einer Mitteilung des Sicherheitsdepartementes. 65 Personen mussten ins Spital gebracht werden.

Die meisten der versorgten Personen hätten Mühe mit der Hitze, mit dem Alkohol oder mit beidem gehabt. Einige hätten lebensbedrohliche Kreislaufprobleme gehabt. Gefährliche Verletzungen hätten Personen auch von Stürzen davongetragen.

Zum allergrössten Teil sei der Riesenanlass jedoch in sehr geordneten, friedlichen Bahnen abgelaufen, bilanzierte das Sicherheitsdepartement. Mit gegen 180000 Gästen hatte Basel den bisher grössten Fan-Aufmarsch an der EM erlebt. Dabei waren die Oranje-Fans in der Überzahl. Die rund 10000 russischen Fans traten in der orangen Übermacht kaum in Erscheinung.

Fest der Extraklasse

Vor der Niederlage gegen Russland hatte der orange Fan-Tross, wie zuvor in Bern, für ein Fest der Extraklasse gesorgt. Auf dem Marsch der Oranje-Fans zum Stadion zählten die Behörden 20000 Personen. Die Route säumten zehntausende Schaulustige.

Viele von viele hatten bereits die Nacht auf Samstag in Basel verbracht. Stadtparks und Alleen wurden zu orangen Fancamps. Dem holländischen Festtaumel konnten sich auch Einheimische nicht entziehen. Auf den Strassen entlang der Fanmeile war das Gedränge so dicht, dass man sich kaum bewegen konnte. (SDA)

Für die russischen Fans gabs Grund zum Jubeln.- Reuters

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