Ombudsmann gibt SRF wegen Zweitausstrahlung auf die Kappe «Feuchtgebiete» ist «verbrämte Pornographie»

Der SRG-Ombudsmann spricht von «einem Grenzfall»: Dass SRF den Film «Feuchtgebiete» im August ein zweites Mal ausgestrahlt hat, sei unklug.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nach dem Sturmtief kommt jetzt der Schnee Egon der Wüterich
2 Per 10'000-Franken-Inserat Kickboxer Beqiri prügelt auf Baselbieter...
3 Der leichtere Weg zum Schweizer Pass Jede vierte Einbürgerung ist...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

An einem Mittwochabend im August stand um 22.55 Uhr zum zweiten Mal der Film «Feuchtgebiete» auf dem Programm von Fernsehen SRF 1. Es handelt sich dabei um die Verfilmung des «Skandalromans» von Charlotte Roche, die an der Eröffnung des Festivals von Locarno TI im Jahr 2013 von 3500 Personen bejubelt wurde.

Die Ausstrahlung auf SRF 1 heimste weniger Beifall ein - beim Ombudsmann gingen Beschwerden von insgesamt 48 Personen ein. Eine erste Ausstrahlung rund ein Jahr zuvor hatte noch keine Reaktionen ausgelöst.

Der Film sei moralisch und ethisch nicht vertretbar und könne die Bevölkerung verderben, kritisierten nun einige der Beschwerdeführenden. Der Film hätte, wenn überhaupt, erst nach Mitternacht ausgestrahlt werden sollen, monierten andere. Es sei ein Skandal, dass für solche Filme Gebührengelder ausgegeben werden - die SRG gehöre dafür bestraft, forderte ein Zuschauer.

Warnsignale statt Verbot

Als Ombudsmann könne er die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) nicht bestrafen, hält dieser nun in seinem am Dienstag veröffentlichen Schlussbericht fest. «Ich kann SRF nicht verbieten, solche Filme auszustrahlen.» Er könne lediglich Warnsignale aussenden.

Für die Beanstandungen zeigt der Ombudsmann «grosses Verständnis». Der Film «Feuchtgebiete» habe zweifellos einen pornographischen Touch. «Ich empfand den Streifen als künstlerisch überhöhte und verbrämte Pornographie», hält er fest.

Es handle sich ohne jeden Zweifel um einen Grenzfall, schreibt der Ombudsmann weiter. Die Respektierung der Kunstfreiheit spreche dafür, dass man auch einen solchen Film im Fernsehen zeige.

«Aber es ist zumindest fraglich, ob er der öffentlichen Sittlichkeit nicht entgegensteht.» Der Film mache nicht nur Intimes, sondern auch Abartiges öffentlich. «Daher war es meines Erachtens unklug, dass Fernsehen SRF den Film ein zweites Mal ausgestrahlt hat.» (SDA)

Publiziert am 25.10.2016 | Aktualisiert am 26.10.2016
teilen
teilen
1 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Remo  Albrecht aus Höri
    25.10.2016
    Müssen wir uns nicht nur in der Politik, dem Essen (Ideen: obligatorischer Vegi Tag oder Mineralwasser verbieten, nur noch Hahnenburger für Staatsangestellte in Bern, etc). vorschreiben lassen, was wir zu konsumieren haben? In De wurde der Film sicherlich schon 3x im ZDF (!) , dem vermeintlichem Seniorensender (!!) ausgestrahlt ohne jemals eine Zeitungsnotiz würdig zu sein! Mündige Bürger können selber entscheiden was und wie sie TV sehen wollen. Daher: danke SRG für diesen Entscheid.
  • Roland  Benz , via Facebook 25.10.2016
    Ich weiss zwar nicht was verbrämt heisst, bin mir jedoch ziemlich sicher, dass es etwas ist, das jedes Kind auch auf PornHub finden kann. Und beim ganzen Rest, den man dort auch noch findet, geht es erst richtig zur Sache.
  • Remo  Albrecht aus Höri
    25.10.2016
    Schaut mal die Serien auf den Privatsendern an, die zum Teil bereits am Nachmittag "leichtere" Kost servieren, die sicherlich grenzwertiger sind für das Mittagspublikum. Jeder Jugendliche kann heute auf seinem Handy oder am Compi harte Pornos runterladen. Wie prüde sind die Kläger. Sonntags in die Kirche und abends... na ja. Hat der Ombudsmann keine andere Probleme zu lösen? Das Buch ist härter als der Film! Wer nicht hinschauen will muss nicht, alles freiwillig, ist TV nicht Multikulti?
  • Nils  Gabatuler aus Zürich
    25.10.2016
    Abgesehen davon dass dieser Film ein Grenzfall zwischen "schwachsinnig" und "würd ich absolut kein 2tes mal anschauen" ist, soll doch um Hiiiimmels willen jede/r sehen was er/sie will! Obs jetz Horror, Science-Fiction, oder sonst was ungläubiges oder misslungen pornographisches ist...wir müssen trotzdem unsere Steuern zahlen und es sterben weiterhin jeden Tag Tier-, und Pflanzenarten aus...
  • Martin  Staub 25.10.2016
    Feuchtgebiete nach Mitternacht, der Bachelor nach 10 Uhr?! Wo leben diese Leute? Wir schreiben das Jahr 2016. Replay, ob bei Teleboy, Swisscom oder Cablecom. Wer schaut noch live? Die Kids bestimmt nicht! Eine gesunde Aufklärung und ein gesunder Umgang mit allen Medien ist das A und O!