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Am frühen Montagmorgen hat Roger Schawinskis «Radio 1» in Zürich seinen regulären Betrieb aufgenommen. Der einstige Gründer von «Radio 24» und ehemalige «Sat.1»-Chef hat seinen neuen Sender ausdrücklich «für Erwachsene» konzipiert.
Punkt 5.30 Uhr startete «Radio 1» mit einer kurzen News-Sendung und der Wettervorhersage. Der Sendebeginn verlief ohne Aufheben. Nach den Nachrichten sagten die Morgenmoderatoren Marc Jäggi und Irina Hollander lediglich, jetzt sei es soweit, «Radio 1» biete ab sofort ein Vollprogramm.
Platte Dialoge
Bis die beiden um zehn Uhr in der Moderation abgelöst wurden, lieferten sie sich dann aber immer wieder kurze Dialoge, die spassig gemeint, aber durchs Band allzu platt waren.
Musikalisch waren am ersten Sendemorgen wie angekündigt praktisch nur Hits aus den vergangenen Jahrzehnten zu hören – mit entsprechend grossem Wiedererkennungs-Effekt bei der angepeilten Hörerschaft der 30- bis 60-Jährigen. Schawinskis Konzept sieht vor, höchstens drei aktuelle Songs pro Stunde zu senden und ansonsten auf eine breite Palette vergangener Hits zu setzen.
Der Schweizer Radiopionier erhebt zudem den Anspruch, der Hörerschaft von «Radio 1» hoch stehende Informations- und Wortsendungen zu bieten. Schawinski hat dafür ein Redaktionsteam aus erfahrenen Journalisten zusammengestellt. Täglich stehen eine Kolumne, eine Politsatire und eine Schwerpunktsendung auf dem Programm.
Hohe Erwartungen nicht erfüllt
Am ersten Tag konnten die geweckten Erwartungen indes noch nicht erfüllt werden. Die News-Blöcke waren teils sehr kurz und ein Gespräch mit einem Tibet-Kenner am frühen Nachmittag blieb sehr oberflächlich. Unterhaltsam waren dafür etwa die Ausführungen zur Geschichte von Familiennamen.
Ihrem Anspruch, Breaking News sofort zu senden, wurden die Radiomacher an ihrem ersten Sendetag bereits um 6.20 Uhr gerecht. Die Meldung, dass SBB Cargo seine Abbaupläne in Bellinzona vorläufig sistiert, wurde zwischen zwei reguläre Nachrichtenblocks eingeschoben. (SDA)