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Gestern Abend traf Merz den Hetzer von Teheran zum Dinner im Genfer Interconti: Nützt der Schweiz dieses Grinsen?

Das unheimliche Lächeln des Hetzers von Teheran: Warum gab Bundespräsident Hans-Rudolf Merz gestern Abend dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad die Hand? Punktete er damit bei den Amerikanern?

Von Georges Wüthrich und Hannes Heldstab | Aktualisiert um 12:55 | 20.04.2009


Nützt der Schweiz dieses Grinsen?

Gestern Abend traf Merz den Hetzer von Teheran zum Dinner im Genfer Interconti

Das Gesicht mit dem schütteren Vollbart. Dunkler Nadelstreifenanzug, weisses Hemd, keine Krawatte. So fährt der Präsident der Islamischen Republik am Sonntag Abend um 19.05 Uhr vor dem legendären Genfer Hotel Intercontinental vor. Ein kleiner, gefährlicher Mann auf dem Schweizer roten Teppich.

Wie ein US-Präsident ist er angekommen – in einem Konvoi von 30 Fahrzeugen. In einem offenen Van sind die Maschinenpistolen der Sicherheitsleute klar zu erkennen.

Das Treffen mit Bundespräsident Hans-Rudolf Merz war sehr umstritten. Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Ronny Leschno Yaar, sagte, die Schweiz wolle sich damit «auf schändliche Weise bei einem Holocaust-Leugner und Israel-Hasser einschmeicheln».

Das Treffen begann etwas verspätet um 19.40 Uhr. Ahmedine-dschad wollte den Schweizer Bundespräsidenten sehen. Er hatte ihm etwas zu sagen – für Obama. Die Schweiz vertritt seit bald 30 Jahren die Interessen der USA im Iran und umgekehrt.

Aber auch der Schweizer Bundespräsident hatte etwas zu sagen – es ging um die Menschenrechte. Die Schweizer Delegation, zu der auch Staatssekretär Michael Ambühl (57) gehörte, legte beim Nachtessen – es gab Fisch aus dem Genfersee – alles auf den Tisch, was für die internationale Gemeinschaft inakzeptabel ist:

• Steinigungen, auch von Frauen

• Amputationen

• Todesurteile für Minderjährige

• Leugnung des Holocausts

• Ablehnung des Existenzrechtes Israels

Merz setzte sich auch für die im Iran verurteilte Journalistin Roxana Saberi (31) ein. Sie ist US-iranische Doppelbürgerin und wurde wegen Spionage für die USA zu acht Jahren Haft verurteilt. Einmal mehr: Die Schweiz vertritt die Interessen der USA im Iran.

Merz hatte lange hin und her überlegt, ob er diese heisse Einladung annehmen sollte. Er tat es schlussendlich im Interesse der Weltpolitik: Die Schweiz will einen Beitrag dazu leisten, Iran und USA wieder an einen Tisch zu bringen.

Also könnte es durchaus sein, dass das Grinsen des Hetzers von Teheran der Schweiz bei ihren Problemen mit den USA hilft.

Blick.ch erfuhr am späten Abend: Merz habe alle Botschaften an den Mann gebracht: «Gut», hiess es. Ahmadinedschad habe «sehr aufmerksam» zugehört. Von der Delegation wurde das mehr als zweistündige Treffen als «nützliche aussenpolitische Aktivität» ein-gestuft.

Die Schweiz müsse das Schutzmachtmandat im Iran unbedingt weiterführen: «Es hilft, die Region zu stabilisieren, die explosiv ist.»

Und Ahmedinedschad hatte eine Botschaft: Sie ist geheim. Möglicherweise kann sie Bundespräsident Merz am Wochenende Barack Obama persönlich überbringen. Merz weilt dann in Washington.
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Bundespräsident Hans-Rudolf Merz empfängt Ahmadinedschad im Genfer Hotel Intercontinental.
(AP)
Bundespräsident Hans-Rudolf Merz empfängt Ahmadinedschad im Genfer Hotel Intercontinental.
(AP)
Mahmud Ahmadinedschad trifft auf dem Flughafen Genf-Cointrin ein.
Mahmud Ahmadinedschad trifft auf dem Flughafen Genf-Cointrin ein.
Schwer bewaffnete Polizisten sichern das Gelände ab.
Schwer bewaffnete Polizisten sichern das Gelände ab.
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