Notfall-Psychologe über Skyguide «Ein Trauma für die ganze Crew»

MEIRINGEN - Der Druck im Arbeitsalltag eines Fluglotsen ist intensiv. Ein Absturz, wie der der F/A-18, sei traumatisierend für alle Skyguide-Mitarbeiter, sagt der involvierte Notfall-Psychologe Raphael Romano.

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Die Flug­sicherung Skyguide hat dem Piloten der abgestürzten F/A-18-Maschine eine falsche Flughöhe angeordnet. Das teilte die Militärjustiz gestern Nachmittag mit.

Skyguide: Notfallpsychologe zum F/A-18-Crash play
Notfall-Psychologe Raphael Romano. Zvg

 

Ein Unfall mit dramatischen Folgen für das gesamte Team der Flugsicherung: «Die Leute sind äusserst betroffen und teils richtig traumatisiert», sagt der Notfall-Psychologe Raphael Romano. Er ist in die Betreuung der Skyguide-Mitarbeiter involviert. Fluglotse sei generell ein sehr anspruchsvoller Job, die grosse Verantwortung sei immer im Hinterkopf. «Ein solches Absturz-Ereignis ist deshalb umso traumatischer.» Die Angst vor Fehlern wächst. «Im Moment brauchen viele Betroffene den Kontakt zu neutralen Personen, wie uns Notfall-Psychologen», sagt Romano.

Erlebnisse durch Psychoedukation verarbeiten

Mit Gesprächen und der sogenannten Psychoedukation werden die Erlebnisse aufgearbeitet. «Damit können wir psychische Folgeschäden reduzieren.» Besonders für diejenige Person, die die falsche Höhenangabe übermittelt habe, sei es äusserst erschütternd. «Die Situation ist sehr heikel, und doch geht jeder individuell mit so einem Ereignis um.»

Den Mitarbeitern helfe die offene Kommunikation von Skyguide. «Das gibt ihnen in dieser tragischen Situation zusätzliche Unterstützung.»

Publiziert am 07.09.2016 | Aktualisiert am 08.09.2016
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23 Kommentare
  • Adolf  Brändle 07.09.2016
    Ja, ja, Herr Meyer. Dem Lotsen war es stink langweilig, und was hat er gemacht? Am Handy herumgetöggelet. Immer diese Handys, auf der Strasse, im Tower, hier sieht man, wohin das führt
  • Rolf  Stüssi 07.09.2016
    Liebe Schreiberinnen und Schreiber. Ist Interessant, dass jeder besser Bescheid weiss als der Andere. Ward Ihr dabei? War einer von Euch im Tower? Wohl kaum. Ich als Laie frage mich folgendes: Laufen die Starts nicht alle gleich ab? Müsste da nicht eine mind. Höhe hinterlegt sein? Vielleicht etwas naive Fragen, ich weiss. Aber das war sicher nicht der Erste Start einer Maschine ab Meiringen....
    Ich wünsche allen viel Kraft, vorallem den Angehörigen.
    • David  Brunner aus Wetzikon
      07.09.2016
      An Rolf Stüssi, wir Schreibenden sind halt besorgt um die Sicherheit des Landes und um unseren Schlaf und ich habe Mike Sh. gefragt, ob bei einem Luftwaffenkommandanten ohne Pilotenlaufbahn der Name "Schellenberg" nicht als Verheissung hätte gesehen werden sollen.
  • Christian  Duerig , via Facebook 07.09.2016
    Jeder Flug kann von Computern vollständig überwacht werden und unfallfreies Fliegen ermöglichen. Ich weiss, dass jede Halbautomation Sicherheit vortäuscht. Ein kleiner "menschlicher" Feheler und die Katastrophe nimmt ihren Lauf.
    Das Militär muss ihr Leitsystem auf Vordermann bringen. Mir ist nur in Erinnerung, dass es hier noch nie geklappt hat. Es sind zu viele Abzocker auf der Suche nach einem Broterwerb. Die IT-Branche der Schweiz Is A Dog In The Dark . Es wird nur gebellt, wenn es kracht !
  • Ralph  Thorny , via Facebook 07.09.2016
    SkyGuide-Falschanordnungen werden üblicherweise von den Piloten unmittelbar am Flugfunk bemängelt und dann vom Fluglosten in Sekundenbruchteilen überprüft/berichtigt. Hier nicht stattgefunden, respektiv zu spät. Skyguide windet sich nun im Selbstmitleid, anstatt all den Piloten zu danken, die sie jeweils auf ihre Fehlanordnungen aufmerskam machen und so Gelegenheit zur Korrektur gaben und weiter geben.
    •   Reto Markwalder aus Schwyz
      07.09.2016
      Wo windet sich Skyguide in Selbstmitleid?
      Kein einziger Skyguide-Mitarbeiter macht dies!
      Es ist der Notfallpsychologe, welcher ein externer Mitarbeiter ist, welcher seine Erfahrungen wiedergibt, und nichts anderes.
      Im weiteren wird es wohl auch umgekehrt sein, dass Piloten Fehler machen und sich bei Skyguide-Mitarbeitern bedanken müssen.
      Es gibt immer zwei Seiten...
  • Daniel  Vuilliomenet aus Ettingen
    07.09.2016
    Selbstverständlich sind Lotsenanweisungen verbindlich. Aber ebenso gilt für jeden Piloten "safety first". In Meiringen kann eine Angabe von FL 100 sicherheitsbedingt Sinn machen, doch diese Angabe muss immer mit der Position des Flugzeuges korrespondieren. Ich frage mich als kürzlich ausgebildeter VFR-Pilot, ob Militärpiloten im IFR-Flug wirklich keine Ahnung mehr haben, wo sie sich gerade befinden und blindlings auf die Unterstützung der Flugverkehrsleitung vertrauen - ohne Wenn und Aber...