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Sorgen bereitet derzeit nicht die Lehre selbst, sondern viel mehr die Anstellung nach der Ausbildung. Entschärft sich die Krise weniger schnell als erwartet, werden im Herbst 2010 noch mehr Lehrabgänger auf der Strasse stehen, warnt Ursula Renold, die Direktorin des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie, in einem Interview mit der Zeitung «Zentralschweiz am Sonntag».
Allerdings seien die Prognosen schwierig. Immerhin sei die Tatsache beruhigend, dass junge Leute trotz hoher Jugendarbeitslosigkeit im Schnitt nach vier bis fünf Monaten wieder eine Stelle finden. Zudem appelliere ihr Bundesamt an die Jugendlichen, mit ihren Lehrbetrieben frühzeitig über eine Weiterbeschäftigung nach der Lehre zu sprechen.
Wenn eine solche Weiterbeschäftigung für sechs bis zwölf Monate möglich sei, könnten die jungen Leute gleich mit Berufserfahrung in Bewerbungen steigen. Zudem sei während der Arbeitslosigkeit auch ein Praktikum eine mögliche Lösung.
Lehrlingsmangel in einigen Jahren möglich
Zur Lage auf dem Lehrstellenmarkt äusserte sich Renold optimistisch. Selbst in Kantonen wie Zürich, wo recht schnell eine enge Lehrstellensituation auftreten könne, seien Angebotsrekorde zu verzeichnen.
Kantone und Betriebe hätten auf die schlechte Lage vorbildlich reagiert. Zudem könnte der Bund bei einer Verschärfung rasch Mittel für eine Anschubfinanzierung bereitstellen.
Schon bald aber werden sich gemäss Renold die Firmen um Lehrlinge streiten. Ab 2011 kämen bereits die ersten geburtenschwachen Jahrgänge auf den Lehrstellenmarkt. Zwischen 2011 und 2018 gehe gemäss Prognosen die Zahl der Lehrlinge um acht Prozent zurück.
Wenn die Wirtschaft in dieser Zeit nicht nur anziehe sondern boome, breche in einigen Branchen ein Lehrlingsmangel aus. Die Betriebe seien darum interessiert, die Lehrstellen auch in der Krise zu erhalten. Letztlich rentierten die Lehrlinge auch. (SDA/hhs)