Hart gefragt «Nichts Halbbatziges. Dann lieber Opposition»

  • Publiziert: 13.11.2008, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Simon Spengler

Wen stellt die SVP als Kandidaten auf? SVP-Vizepräsidentin Jasmin Hutter (30) zur Nachfolge von Samuel Schmid.

Blick: Frau Hutter, ist heute ein Festtag für Sie?
Jasmin Hutter: Das nicht gerade. Den Rücktritt von Samuel Schmid nehme ich aber auch nicht traurig zur Kenntnis.

Immerhin hat Ihre Partei doch kräftig auf dieses Ziel hingearbeitet. Und Schmid selbst nennt Ihren Dauerdruck als Hauptgrund für seinen Rücktritt.
Das ist eine persönliche Abrechnung. Ich bin überzeugt, dass es für unser Land jetzt besser wird.

Wie denn?
Wir brauchen an der Armeespitze eine starke Führungskraft. Schmid war das nicht. Die SVP kann jetzt diese Position besser besetzen.

Mit wem?
Für mich und wahrscheinlich auch die Parteileitung stehen vier Namen im Vordergrund: Caspar Baader, Christoph Blocher, Ueli Maurer und Adrian Amstutz.

Wie stehts um Peter Spuhler?
Er hat bisher immer betont, er stehe nicht zur Verfügung. Sollte er sich das nochmals überlegen, wäre er ein ernsthafter Kandidat.

Eine Frauenkandidatur kommt nicht in Frage?
Wenn sich eine Frau zur Verfügung stellen sollte, schauen wir das gerne an. Bisher hat sich keine Frau gemeldet.

Der Name Rita Fuhrer wird immer wieder genannt.
Sie hat sich noch nicht gemeldet.

Sie selbst haben keine Lust? Es wurden ja auch schon andere junge Frauen überraschend in den Bundesrat gewählt.
Ich habe keinerlei Interesse.

Auch Bruno Zuppiger wird immer wieder gehandelt.
Steht für mich persönlich nicht im Vordergrund.

Könnte es aber am Schluss doch noch einen Überraschungskandidaten geben?
Ich glaube nicht. Es wird wohl beim vorher genannten Kreis bleiben.

Die CVP stellt ein Bekenntnis zum bilateralen Weg und ein Ja zur Abstimmung vom 8. Februar als Wahl-Bedingung. Da käme ja von den vier niemand in Frage.
Typisch CVP. Wir stellen unseren Kandidaten selbst auf und lassen uns von der kleinen CVP nicht diktieren, wer die 30 Prozent SVP-Wähler im Bundesrat vertreten soll.

Immerhin will die SVP zurück in die Regierung. Dazu braucht sie auch die Stimmen der CVP.
Fakt ist, dass 30 Prozent der Bürger dem freien Personenverkehr kritisch gegenüberstehen. Diese Haltung muss auch im Bundesrat vertreten sein. Wenn die CVP das nicht akzeptieren will, soll sie nicht länger von Konkordanz reden.

Sie nehmen also in Kauf, dass Ihr Kandidat wieder nicht gewählt wird?
Wichtig ist, dass ein SVP-Kandidat gewählt wird, der unsere Linie voll und ganz vertritt. Halbbatziges hatten wir genug. Dann doch lieber Opposition.

Die junge SVP verlangt auch den Rücktritt aller anderen sechs Bundesräte. Ihre Meinung dazu?
Es gibt den einen oder anderen, der sich einen Rücktritt überlegen sollte. Das ist aber Sache dieser Bundesräte.

play Nicht-Kandidatin «Keinerlei Interesse» an Samuel Schmids Job: Jasmin Hutter. (Michael Stahl)

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