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Wie alt sollen Bundesräte sein?: «Mit 60 aufhören, fertig!»

BERN – Am 10. Dezember bekommt der Bundesrat einen Ersatz für Samuel Schmid (61). Der Neue könnte aber - in Sachen Lebensjahre - ganz der Alte sein. Das passt nicht allen.

Aktualisiert um 17:56 | 17.11.2008


«Ist unser Bundesrat zu alt?» So lautete die Frage des Tages auf Blick.ch in der vorletzten Woche. Damals lag Samuel Schmid (61) wegen seiner Gallenblase im Spital. Und Kollege Hans-Rudolf Merz (66) hatte sich gerade von seiner Herzoperation erholt.

80 Prozent der Blick.ch-Leser sagten – wohl auch wegen der beiden gesundheitlich angeschlagenen Bundesräte – «Ja». Kein Wunder: Zusammen mit Micheline Calmy-Rey (63), Pascal Couchepin (66), Doris Leuthard (45), Moritz Leuenberger (62) und Eveline Widmer-Schlumpf (52) kommt die aktuelle Landesregierung auf ein stolzes Durchschnittsalter von 59,3 Jahren.

Frisches Blut in alten «Schläuchen»

Die SVP will nach Schmids Rücktritt zwar frisches Blut bringen – aber kaum junge Kandidaten: Die möglichen Bundesräte Christoph Blocher (68), Ueli Maurer (57) oder Caspar Baader (55) sind mehr als doppelt so alt wie Erich J. Hess (27), den die Junge SVP ins Rennen schickt.

Heute Abend will die Zürcher SVP den Diskussionen um einen Neustart von alt Bundesrat Blocher ein Ende setzen – Blick.ch hält Sie auf dem Laufenden!

Wann ist man zu alt für den Bundesrat?

Ungeachtet dessen, ob am 10. Dezember überhaupt ein SVPler gewählt wird, stellt sich die Frage: Wie alt soll das neue Regierungsmitglied sein? Denn die Schweiz setzte in der Vergangenheit auch schon auf Junge – oder über 70-Jährige (siehe Kasten).

Auf der Strasse tönts unter anderem so: «Mit 60 soll man aufhören, fertig!» Sehen Sie in unserer Video-Umfrage, was Schweizerinnen und Schweizer zum Thema Alter im Bundesrat sagen – und schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Gewählt mit 31 Jahren – oder mit 72!

Der jüngste Bundesrat war Numa Droz. Der Neuenburger kam 1875 im Alter von 31 Jahren in die Landesregierung und blieb 17 Jahre im Amt. Gustave Ador war das älteste Regierungsmitglied: Der Genfer liess sich 1917 als 72-Jähriger vereidigen. Ador trat aber nach zwei Jahren wieder zurück, noch weniger lang im Bundesrat waren nur Louis Perrier (verstarb im Amt) und Rudolf Friedrich. Am längsten regierten Karl Schenk (31 Jahre), Adolf Deucher (29 J.) und Giuseppe Motta (28 J.).

Das sagen Blick.ch-Leser
Bernerin, Bern - 17:10 | 17.11.2008
» Wie im "normalen" Leben auch, mit 65 lenzen in Rente! Und wie schon mehrmals erwähnt, sollte auch über die Amtszeit / Dauer im BR diskutiert werden.
Michael - 16:58 | 17.11.2008
» Ich habe leider das Vertrauen in unsere Demokratie verloren, da am Volke vorbei regiert wird. Ganz nach dem Motto, Wasser predigen und Wein saufen. Ich werde demnächst nach Russland ziehen, da weiss man wenigstens was sache ist, auch ohne Demokratie!
lächerlich, bern - 16:42 | 17.11.2008
» ich staune, wie alte männer allen ernstes glauben, sie könnten die schweiz retten, indem sie (nochmals) BR werden wollen. es ist pure arroganz, dass diese über 50 jährigen nicht einem jüngeren platz machen wollen. Und der gipfel der Arroganz zu glauben nur ein blocher könne die schweiz und die armee retten. wie will man eine armee retten, wenn man noch bilder und erfahrungen aus dem kalten krieg mitbringt? was ist überhaupt die heutige und zukünftige Aufgabe der Armee? WEF und sonstige Anlässe "schützen", Schneestampfen für Abfahrten? nein, die alte garde soll abtreten und uns jungen platz machen für eine wieder dynamische schweiz.
D.A.Ritter, Basel - 16:39 | 17.11.2008
» Eine gute Idee: "Bundesräte/innen mit 60 J. in Pension schicken, damit die Sesselkleber jüngeren Platz machen!!!" Diese Idee wäre auch für den Ständerat und Nationalrat von Nöten!!! Lieber Blick und Blick-Online, wie wäre es mit einer vorgedruckten und lancierten Unterschriftensammlung in Ihrer Zeitung!!!
Heinz, Thun - 16:37 | 17.11.2008
» Weder AHV-Bezüger (so wie ich) noch Jungspunde ohne jeglichen Bildungs- und Erfahrungshintergrund, so wie z.B. der 27-jährige Erich J. Hess, stellen die Zielgruppe von ernstzunehmenden Bundesrats-Anwärtern dar. Bei beiden Gruppen geht es nämlich vorab um Narzissmus oder mindestens um Selbstüberschätzung. Mit 27 kann ich nicht - zumindest wenn alle Voraussetzungen fehlen- und im Pensionsalter darf ich nicht davon ausgehen, dass alle Welt auf mich gewartet hat. Bleibt die echte Zielgruppe von aktiven, handlungsfähigen Führungspersönlichkeiten mit reichem Bildungs- und Erfahrungshintergrund. Und in diesem Bereich gibt es eine grosse Bandbreite, innerhalb der nicht das Alter, sondern die Qualifikation massgebend ist, verbunden mit der unabdinglichen Fähigkeit, abweichende Meinungen innerhalb einer harten aber fairen Gesprächskultur diskutieren zu können
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