Neue Schweizer Sex-Studie «Romands sind offener für Neues»

BERN - Die Romands ticken beim Sex anders als die Deutschschweizer. Zwei Westschweizer Sexologinnen nehmen Stellung.

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Die grösste Sexumfrage der Schweiz hat eines klar gezeigt: Auch wenn es um Schäferstündchen geht, ticken die Romands anders als die Deutschschweizer. So belegen die Bewohner der Stadt Genf Spitzenplätze, wenn es um die Erfahrung mit Gruppensex, anonymem Sex und One-Night-Stands geht (BLICK berichtete). Zudem teilen die Romands ihre Sexerfahrungen auch viel eher mit dem Umfeld.

Politgeograf Michael Hermann, der die Umfrage im Auftrag der Aids-Hilfe Schweiz machte, hat den Sex-Röstigraben entdeckt. Was macht un-sere Compatriotes so frivol?

Deutschschweizer sind prüder

BLICK hat zwei Sexologinnen aus der Westschweiz gefragt. «Ich denke, die Deutschschweizer sind prüder als die Welschen. Die Romands sind offener bei Sexpraktiken. Das ist auch gut so», sagt Natalia Pavalachi (33). Die Sexologin macht einen Vergleich zur Politik: «Auch bei Abstimmungen ist es ja häufig so, dass die ­Welschen eher für Neues sind, ­etwas weltoffener als die Deutschschweizer.»

Pavalachi arbeitet in Lausanne. «Es gibt immer mehr heterosexuelle Paare, die Analsex praktizieren.» Ein wichtiger ­Aspekt sei auch die Religion. «Eine religiöse Erziehung ist nicht hilfreich für ein gutes Sexleben. Es gibt aber immer mehr Leute, die konfessionslos sind. Auch das macht beim Sex offener.»

Stadt-Land-Graben

Juliette Buffat (57) aus Genf, die welsche «Madame Fux», ist da anderer Meinung: «Es gibt beim Sex keinen Röstigraben. Deutschschweizer sind nicht prüder als Romands.» In der Westschweiz frönt man laut Studie landesweit dem Analsex am liebsten. Buffat sieht es allgemeiner: «Analsex ist heute wegen der Pornografie völlig banalisiert. Männer lernen solche Sexpraktiken aus Pornos. Für junge Männer ist Analsex deshalb heute normal. Sie denken, das sei an der Tagesordnung.»

Frauen seien meist am Anfang einer Beziehung damit einverstanden, dann nicht mehr so häufig. «Die jungen Frauen leiden darunter.»

Buffat sieht beim Sex eher einen Stadt-Land-Graben. «Städte wie Basel und Genf sind sehr offen. In eher ländlichen, traditionelleren Gebieten sind auch die Sexpraktiken traditioneller. In katholischen Kantonen wie etwa Freiburg kann die Religion beim Sex noch einen gewissen Platz einnehmen.»

In Städten habe man auch eine grössere Auswahl für einen One-Night-Stand. «Es ist auch kein Zufall, dass in Städten wie Genf der Gruppensex kein Tabu ist. In den Kantonen Genf und Waadt und im benachbarten Frankreich hat es etliche Swingerclubs.»

Publiziert am 22.11.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016
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6 Kommentare
  • Max  Stirni 22.11.2016
    Sexologin, soso...das ist mir ja mal eine Berufswahl. Typisches Profil von Frauen mit Daddy Issues. Was gibt es da gross zu "logen", probieren geht über studieren!

    Ich meine, was sind das für Charaktere, die derart im Sexualleben anderer Leute schnüffeln? Mit denen stimmt doch irgendwas nicht.
  • Fritz  Frigorr 22.11.2016
    Leider stimmt es,dass die Romands offener sind - erst recht dann, wenn es um die Politik geht.
  • Richard  Ammann 22.11.2016
    Als gebürtiger Romand der seit Jahren in der deutschen Schweiz lebt, sehe ich das ganz anders. Ist aber vermutlich Ansichtssache... Nichts desto trotz fühle ich mich hier wohler als in der Romandie.
    • Pascal  Müller 22.11.2016
      Als gebürtiger Deutschschweizer welcher nun in der Romandie wohnt, sehe ich dies ganz anders als Sie! Und ich fühle mich auch wohler in der Romandie... zum Glück sind Geschmäcker verschieden
  • jürg  frey aus teufen
    22.11.2016
    Ganz logisch, dass macht ja auch die Nähe zu La France aus! Franzosen sind auch offener in der Beziehung.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    22.11.2016
    ... hält die romands "sexuell und politisch" für offener. So, so die Madame sexologist ist auch grad noch Expertin für politischen Diskurs und Problemlösungsstrategien. Beim Sex nennt man es im besten Fall "Promisquität", in der Politik "fehlendes Rückgrat", "Korruption", "die Fahne nach dem Wind hängen". Aus dem einen auf das andere schliessen ist dann schon ziemlich gewagt.