Neue Alkohol-Messgeräte sind ungenau Alarmstufe Blau auf der Strasse

BERN - Die neue Alkohol-Messmethode für Autofahrer ist ungenau. Profiteure sind Blaufahrer.

Neue Atem-Alkoholmessgeräte sind ungenau: Blaufahrer profitieren play
Die neue Messmethode ist umstritten: Alkohol wird ab dem 1. Oktober nur noch im Atem gemessen. Eveline Beerkircher/Neue Zürcher Zeitung AG

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Wer betrunken Auto fährt, muss seit dem 1. Oktober nicht mehr Blut abgeben, sondern in ein neues Atemluft-Testgerät blasen. Das ist schneller, einfacher und billiger. Doch auch ungenauer, wie Thomas Briellmann vom Institut für Rechtsmedizin des Kantons Basel-Stadt gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagt. Vor allem Blaufahrer profitieren davon. 

Denn neu gilt für den Billett-Entzug nicht mehr der Grenzwert von 0,8 Promille Alkohol im Blut, sondern 0,4 Milligramm im Atem. Doch die Umrechnung mit Faktor 2 ist umstritten. Laut Experte Briellmann ist er sehr individuell und liegt zwischen 1,7 und 3,4. Bei rund 90 Prozent dürfte der neue Wert unter dem alten liegen.

«Milderes Strafmass wird in Kauf genommen» 

Im Extremfall hat ein Fahrer 0,39 Milligramm im Atem und 1,33 Promille im Blut. Nach alter Methode muss er das Billett abgeben, nach neuer darf er noch fahren. Briellmann: «Der Gesetzgeber nimmt also in Kauf, dass mit der neuen Regelung für viele Personen ein milderes Strafmass angewandt wird».

Der Umrechnungsfaktor ist von Person zu Person verschieden. «Es kommt darauf an, wie gross der Austausch zwischen Blut und Atem ist. Das ist von aussen nicht ersichtlich», sagt Briellmann zu BLICK.

Michael Müller vom Bundesamt für Strassen sieht bei der Umrechnung jedoch kein Problem. Es könne durchaus Unterschiede geben, doch die Bandbreite sei sehr gering, sagt er zur «Luzerner Zeitung».

Doch die kleinen Unterschiede können darüber entscheiden, ob ein Blaufahrer zur Rechenschaft gezogen wird oder nicht. (vac)

Publiziert am 12.10.2016 | Aktualisiert am 12.10.2016
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15 Kommentare
  • Gustav  Broennimann , via Facebook 13.10.2016
    Für den ungenauen Test mit minimalen Kosten verlangen sie Fr. 100.- Ein genauer Blutalkoholtest im Spita/Labor verrechnen sie mit Fr. 400.- Die Laborkosten dafür sind lediglich Fr. 23.- So zockt man die Autofahrer ab.
    Man kann sich die Kosten sparen, wenn man nüchtern fährt. Zudem wird das Unfallrisiko gesenkt. Ich bin nicht für alkoholisiert fahren aber auch nicht fürs Abzocken.
  • Gerhard  Marti , via Facebook 13.10.2016
    Peter schneiter recht haben sie. Und von der firma die die geraete liefern konnten, noch ein konto auf irgend einer bank dazu.
  • Edi  Chaeller 12.10.2016
    Früher waren die Geräte auch ungenau. Bei mir gab das Gerät 3,2 Promille an und bei der Blutprobe 1,39 Promille. Resultat= 1 Monat Ausweisentzug.
    • Daniel  Evans 13.10.2016
      Allein am Umstand das solch ein Wert zwingend 3 Monate Entzug gibt; zeigt sich, dass sie einfach irgendetwas schreiben.
  • Rex  Schweizer 12.10.2016
    Die Lösung ist so simpel einfach für dieses Problem. Das Gesetz ändern. Für alle sind nur 0,0 Promille erlaubt. Sobald Promille angezeigt werden egal wie hoch, gibt es Billetentzug einfach gestaffelt. Je höher der Wert desto länder Billett weg und saftige Busse und ab einem gewissen Wert Billett auf unbestimmte Zeit weg. So haben wir wieder sichere Strassen.Denn wer fährt trinkt nicht und wer trinkt fährt nicht !!!!!
    • Mike  Egger 13.10.2016
      0.0 Promille ist medizinisch nicht möglich. Ich bin LKW-Fahrer und bei uns gilt eine Nulltolleranz was Alkohol anbelangt. Weil jedoch bereits der Verzehr von Obst oder zuckerhaltigen Speisen und Getränken eine natürliche Gärung und somit die Produktion von Alkohol im menschlichen Körper auslöst, liegt der Wert bei 0.1 Promille.
    • Markus  Schweizer 13.10.2016
      Blödsinn! ein Glas wein zum Essen schadet nicht...sondern eben ab einem gewissen Wert. Immer diese Radikalen Lösungen sind wirklich für nichts. Vernünftige Lösungen sind gefragt. Und eine grosse Eigenverantwortung.
  • Marco  Weber 12.10.2016
    Wer kontrolliert all diese absurden auswüchse des bundes? Darf da jeder wursteln wie er will?
    Was beim bericht vergessin ging: die blutentnahme wird genau gleich angewendet, nur muss es der autofahrer selbst beantragen. Also wo ist der vorteil von diesem system, ausser das es ungenauer ist.
    Ist etwa das gleiche, wenn man die kk prãmie nach BMI richtet, egal wie viel körperfett oder muskeln mensch hat. Gesund oder nicht.
    Am besten natürlich ist einfach auf den alkohol zu verzichten beim fahren