Gierig Neue AKWs wegen iPhone & Co.?

  • Publiziert: 27.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Pirmin Kramer und Lorenz Honegger

Der Stromverbrauch von Unterhaltungsgeräten explodiert. Experten fordern härtere Effizienzrichtlinien.

Die jährliche Stromproduktion des Atomkraftwerks Mühleberg reicht gerade noch, um unsere Flachbildschirme, iPods und Playstations am Laufen zu halten. «Geräte wie Flatscreen-Fernseher werden immer grösser und leistungsfähiger», erklärt Felix Frey, Elektroingenieur beim Bundesamt für Energie.

Auf der Stromrechnung sind die Hightech-Spielzeuge inzwischen schon für 15 Prozent des Gesamtverbrauchs verantwortlich. Zusammen fressen sie landesweit 2,6 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Energie pro Jahr, so die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz (Safe).

Weltweit rechnet die Internationale Agentur für Energie (IAE) in den nächsten 20 Jahren mit einer Verdreifachung des entsprechenden Stromverbrauchs.

Gilt das auch für die Schweiz? Armin Braunwalder von Safe hält das für «nachvollziehbar». Folge: Die Schweiz müsste zwei neue AKW bauen. «Es braucht knallharte Vorschriften, um dies zu verhindern», so Braunwalder. Die Umweltwissenschaftlerin Sabine von Stockar von der Schweizerischen Energie-Stiftung: «Es ist kein Naturgesetz, dass der Stromverbrauch jedes Jahr zunimmt, wir können etwas dagegen unternehmen.»

Helfen könnten neue Effizienzrichtlinien, doch die Elektronikhersteller sträuben sich. «Viele Geräte lassen sich gar nicht richtig abschalten», sagt Braunwalder. «Alle Geräte, welche über keinen richtigen ‹Aus›-Schalter verfügen, sollen vom Markt verschwinden», fordert er.

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