Heute Teil 3: Job-Angst Nehmen uns Deutsche die Jobs weg?

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • von silvio bertolami

ZÜRICH – Unsere Wirtschaft braucht die Deutschen. Dieser Meinung ist eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer. Doch die Angst, dass die Deutschen uns die Jobs wegnehmen und die Löhne drücken, ist weit verbreitet.Die grosse BLICK-Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel aller Schweizerinnen und Schweizer sind der Ansicht, dass die Deutschen für die Schweizer Wirtschaft wichtig sind. In der Tat: Gerade gestern gab das Bundesamt für Statistik bekannt, dass im zweiten Quartal 2006 die Zahl der deutschen Erwerbstätigen wieder markant zunahm – um 11 Prozent auf 103000. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb sind Ängste unter den Schweizerinnen und Schweizern weit verbreitet:36 Prozent der Bevölkerung glaubt, dass die Deutschen den Schweizern den Job wegnehmen. In der Deutschschweiz und bei den 15- bis 34-Jährigen sind es sogar deutlich über 40 Prozent.45 Prozent der Bevölkerung ist der Meinung, dass die Deutschen unsere Löhne drücken.Was sagen die Arbeitgeber dazu? «Ich schliesse nicht aus, dass am einen oder anderen Ort ein Deutscher statt ein Schweizer zum Zug kommt», sagt Thomas Daum, Direktor des Arbeitgeberverbands, «doch im Grossen Ganzen findet keine Verdrängung statt.»Viele Firmen, so Daum, finden für offene Stellen kaum noch geeignete Schweizer. «Dabei blockiert eine offene Stelle auch Stellen, die von ihr abhängen. Umgekehrt: Gelingt es zum Beispiel, eine Ingenieur-Stelle mit einem Ausländer zu besetzen, braucht es dann auch eine Assistentin, Arbeiter an der Werkbank, Verkäufer und weitere Leute. Die Zuwanderung ist also absolut positiv für Wachstum und Beschäftigung.»Ex-Gewerkschafter Serge Gaillard teilt Daums Meinung: «Die Deutschen werden dort eingestellt, wo zu wenig inländisches Personal verfügbar ist», sagt Gaillard, jetzt Direktor für Arbeit beim Bund. «Die Deutschen helfen unseren Reichtum zu produzieren und geben ihr Geld auch in der Schweiz aus. So tragen sie zum Wirtschaftswachstum bei. Und dank dem Wirtschaftswachstum gehen die Arbeitslosenzahlen zurück.»Und die Löhne? Sowohl Daum wie Gaillard weisen darauf hin, dass ein allgemeiner Lohndruck bisher nicht festzustellen ist. Gaillard fügt an: «Wenn Missbräuche vorkommen und Personen zu unüblich tiefen Löhnen eingestellt werden, können die tripartiten Kommissionen einschreiten. Die Kontrollen wurden insbesondere in der Bauwirtschaft und im Gewerbe verstärkt.» TOTAL 103 000 Führungskräfte 11 000 Akademische Berufe 42 000 Techniker und gleichrangige Berufe 23 000 Bürokräfte, kaufmännische Angestellte 5000 Dienstleistungs- und Verkaufsberufe 8000 Handwerks- und verwandte Berufe 7000 Anlagen- und Maschinenbediener 3000 Hilfsarbeitskräfte 2000

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