Nef sorgt für Ferien-Stopp im Bundeshaus

  • Aktualisiert am 14.01.2012

BERN – Bundesräte, Parteipräsidenten, Sicherheitspolitiker: In Bern herrscht nach den neusten Enthüllungen im Fall Nef keine Ferienstimmung. Die Rücktrittsforderungen an den Armee-Chef werden immer lauter!

Er verlange vom Bundesrat eine Aufklärung, was bei Nefs Wahl passiert sei, sagte Kommissionspräsident Bruno Zuppiger (SVP/ZH) zu einer Meldung des Schweizer Fernsehens SF. Zuppiger erwartet von Bundespräsident Pascal Couchepin eine persönliche Stellungnahme.

Entgegen früheren Ankündigungen hat Zuppiger die Mitglieder der Sicherheitspolitische Kommission (SIK) des Nationalrates Ende nächster Woche zu einer ausserordentlichen Sitzung einberufen

«Die Armee erscheint nach den Auftritten von Roland Nef und Bundesrat Samuel Schmid und auch den neuesten Enthüllungen in einem schlechten Licht», sagte Zuppiger. Die Glaubwürdigkeit der Armee stehe auf dem Spiel.

Nef klagt über «Rufmord-Kampagne»

Den Ausschlag für die Sitzung gaben gemäss Zuppiger Auszüge aus einem in der «SonntagsZeitung» abgedruckten Polizeiprotokoll, das Details zum Inhalt der Anzeige von Nefs ehemaliger Lebensgefährtin enthält.

Nef liess heute über seine Anwälte verlauten, er bedauere, «dass die Rufmord-Kampagne ihren Fortgang nimmt». Laut Communiqué hat die Anwältin von Nefs früherer Partnerin gegenüber Nefs Anwaltbüro «erneut der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die wiederholten Persönlichkeitsverletzungen endlich aufhören».

Couchepin und Leuthard nehmen Stellung

Erstmals haben sich auch Schmids Bundesrat-Kollegen Pascal Couchepin und Doris Leuthard zu Affäre geäussert:

Nach den neusten Vorwürfen an Nef in der Sonntagspresse habe er festgestellt, dass die Vorwürfe an den Armeechef auf die Zeit vor dessen Amtsantritt zurückgingen, liess Couchepin über seinen Sprecher Jean-Marc Crevoisier ausrichten.

Vom rein beruflichen Standpunkt aus sei dem Armeechef nichts vorzuwerfen, liess Couchepin weiter mitteilen. Doch das Problem von Nefs persönlicher Glaubwürdigkeit müsse untersucht werden, endete die Stellungnahme. Couchepin verfolge das Dossier persönlich mit.

Bundesrätin Doris Leuthard sagte in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens, sie habe keinen Grund, an den Fähigkeiten Nefs für das Amt des Armeechefs zu zweifeln. Nicht kommentieren wollte sie die Frage, ob Schmid den Bundesrat über die laufende Strafuntersuchung hätte informieren müssen.

Schmid informiert Montag erneut über Nef

Verteidigungsminister Samuel Schmid will am Montag ein zweites Mal zum Fall Roland Nef Stellung nehmen, wie sein Departement am Abend mitteilen. Am Freitag hatte sich Schmid «voll und ganz» hinter den Armeechef gestellt. (SDA)

Schwere Vorwürfe in der «SonntagsZeitung»

In ihrer heutigen Ausgabe druckte die «SonntagZeitung» ein angebliches Polizeiprotokoll, das Details zum Inhalt der Anzeige von Nefs ehemaliger Lebensgefährtin enthalten soll. Gemäss dem Dokument warf diese Roland Nef vor, in ihrem Namen auf Sex-Inserate geantwortet und ihre persönliche Daten bekannt gegeben zu haben. In der Folge sei es zu Belästigungen durch fremde Männer gekommen. Die Echtheit des Dokuments in der «SonntagsZeitung» wurde bisher von offizieller Seite nicht bestätigt. Mehrere Politiker haben in der Hauptausgabe der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens den Rücktritt von Nef gefordert, falls die neusten Vorwürfe zutreffen würden.
Nationalrat Zuppiger und die SIK greifen ein.- Reuters

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