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Grossmundig hatten die Parlamentarier angekündigt, sie würden zu viert nach Berlin fliegen, um dem deutschen Finanzminister Peer Steinbrück die Leviten zu lesen. Doch bei Peitschen-Peer kamen nur drei «Indianer» an. Der Vierte war im Elsass gestrandet: Nationalrat Geri Müller, der Präsident der wichtigen Aussenparlamentarischen Kommission (APK), schaffte es nicht nach Deutschland.
Müller: «Mein EasyJet-Flieger hatte ein Pilotenproblem.» Statt um 6.50 Uhr startete die Maschine erst um 9.55 Uhr in Basel. Ohne Müller. Er wäre nicht mehr rechtzeitig zum Termin bei Steinbrück erschienen. Da warens nur noch drei.
Müller wollte gestern unbedingt zur Parlamentarier-Delegation stossen, war aber am Mittwoch verhindert. SVP-Ständerat Maximilian Reimann, SP-Ständerätin Anita Fetz und FDP-Nationalrat Hans-Rudolf Gysin waren alle bereits am Vortag nach Berlin geflogen.
Zu Beginn des Treffens schenkte das verbleibende Trio aus Bern dem deutschen Finanzminister erst einmal ein scharfes rotes Schweizer Armee-Sackmesser.
Und dann kamen die Parlamentarier zur Sache. In guter Atmosphäre: Peitschen-Peer gab sich sichtlich Mühe, die drei Schweizer anzuhören und versprach Besserung. «Die scharfen Töne Steinbrücks liegen hinter uns», sagte Maximilian Reimann nach dem Treffen.
Anita Fetz, Sozialdemokratin wie Steinbrück, mahnte den Genossen: «Sie schliessen mit Ihren Attacken nur die Reihen in der Schweiz.»
Dann werde er wohl sein loses Mundwerk etwas zügeln müssen, räumte Steinbrück ein. Er gab den drei Eidgenossen aber auch etwas mit auf die Heimreise. Er traue dem Bundesrat einfach nicht über den Weg: «Seit 10 Jahren suchen wir eine Lösung für die Steuerhinterziehung.»
Was meinen Sie: Ist es schlimm, wenn ein Parlamentarier den Termin beim deutschen Finanzminister verpasst?