Nach Sturm am Jungfraujoch: US-Extremsportler (28) vermisst

JUNGFRAUJOCH - BE - Zu sechst wollten sie den Berg hinunterdüsen. Doch dann zog ein Sturm auf – Harrison Fast (28) wurde nicht mehr gesehen. Die Suche nach ihm ist offiziell vorbei, doch Familie und Freunde geben nicht auf.

US-Extremsportler (28) vermisst

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Seit drei Tagen fehlt jedes Lebenszeichen von ihm. Harrison Fast (28) war mit Freunden in der Schweiz in den Ferien zum Speedflying. Auf der Jungfrau wollten sie ihre Leidenschaft, ein Mix zwischen zum Beispiel Ski und Paragliding, ausleben.

Die sechsköpfige Gruppe hatte sich verabredet zum Speedflying und wollte sich an einem bestimmten Ort wiedertreffen. Doch ein Sturm kam auf – Fast kam nie am abgemachten Ort an.

Ein Sturm überraschte die Truppe

«Einige von uns kamen noch mit den Skiern oder zu Fuss vom Berg runter, zwei andere mussten mit dem Helikopter gerettet werden», erzählt der beste Freund Fasts, Lauren Lipman. Rettungskräfte hätten sofort eine Suchaktion nach dem Amerikaner initiiert. Als das Wetter sich laufend verschlechterte, mussten sie diese aber abbrechen.

«Fast ist talentiert und gut trainiert, wir sind deshalb sehr optimistisch, dass wir ihn finden werden», sagt Lipman zu «Daily Camera». Fotografie und Abenteuer seien seine grosse Leidenschaft. Seine Erlebnisse hat Fast jeweils auf Video dokumentiert und auf «Vimeo» hochgeladen. Der junge Mann stammt aus Amerika und ist als Ingenieur in der Nähe von Denver tätig. 

Die reguläre Suche wurde eingestellt

Die reguläre Suche nach ihm wurde mittlerweile eingestellt – doch von Fast fehlt noch immer jede Spur. Seine Familie und Freunde starteten eine Crowdfunding-Kampagne, in der Hoffnung, ihn doch noch lebend wiederzufinden. Mit dem gesammelten Geld wollen sie weitere Suchflüge finanzieren.

Auf der Plattform «YouCaring» schreibt die Gruppe, dass die Suche heute weitergehen wird: Für 9000 Franken haben die Angehörigen einen privaten Heli aufgetrieben, der nach dem Vermissten weiter Ausschau halten soll.  

«Ich will eigentlich gar nicht daran denken, was alles sein könnte», sagt sein Schwager John Solis zu «Fox31». «Wir scherzen untereinander, dass er irgendwo in einem Chalet sitzt, mit einem Mädchen plaudert und sein Handy keinen Akku mehr hat – ohne jegliche Ahnung was bei uns grad abgeht.»

Über 40'000 Franken kamen schon zusammen

Das ursprüngliche Ziel des Crowdfundings von rund 15'000 Franken wurde schon längst überschritten: Mit den Beiträgen von 660 Menschen sind mittlerweile über 40'000 Franken zusammen gekommen, um die Suche nach Fast zu unterstützen.

Die Hoffnung ist nicht unbegründet: Eine ähnliche Aktion führte 2012 zur Rettung eines anderen Speedflyers. Auch dieser wurde in der Jungfrau-Region vermisst. Die Suche nach ihm wurde nach drei Tagen abgebrochen und nur durch private Mittel wieder aufgenommen. Am vierten Tag, nach 68 Stunden, wurde er wohlauf gefunden. (kra)

Publiziert am 29.03.2016 | Aktualisiert am 30.03.2016
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11 Kommentare
  • Roger  Berger 30.03.2016
    Hand aufs Herz. Es waren 6 Männer oben. Dann schlug das Wetter um. Dann setzte wohl gleich die Gruppendynamik ein. Und keiner wollte vorschlagen und Spielverderber sein, um das Vorhaben einfach abzubrechen, und mit der Bahn wieder runter zu fahren. Alles weitere ist bekannt. Unvernünftigkeit sondergleichen.
  • Bernhard  Zueger , via Facebook 30.03.2016
    Das war vorprogrammierter Selbstmord.
  • werner   zuercher aus Pfaffnau
    29.03.2016
    und jetzt? müssen wir wieder alle auf komando traumatisiert, betroffen und bestürzt sein? müssen wir hilfe von careteams in anspruch nehmen? kann man vor dem bundeshaus auch schön mediengerecht blumen niederlegen und kerzen anzünden?
    es sterben täglich 40`000 kinder an hunger auf dieser welt!!! und die können nicht selber entscheiden ob sie die risiken des hungers auf sich nehmen wollen um angeber videos ins net stellen zu können! alleine selber schuld der mann!
  • Rudolf  Hunziker aus Ag
    29.03.2016
    Speedflying braucht nicht gefährlicher wie andere Sportarten zu sein, wenn man es seriös betreibt und sich vorbereitet. Das Wetter nicht zu checken oder zu ignorieren ist jedoch ein fataler Fehler und zeugt von wenig Verstand.
  • Burkhard  Vetsch 29.03.2016
    Auch der wird gefunden.
    Özi hat man auch gefunden.