15-Meter-Sturz von der Autobahn: «Wir befreiten den Chauffeur aus dem Wrack»

ZÜRICH - Ganze 15 Meter stürzte ein LKW von der Sihlhochstrasse in die Tiefe. Die Ursache ist noch unklar.

Lastwagen stürzt in Zürich von Brücke: «Der Fahrer schrie wie verrückt vor Schmerzen!»
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Schweiz

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Die Arbeiter Anibal Neves (35) und Fernando Mele (61) sowie Pöstler Sedat Sherifi (40) werden diesen Montag nie mehr vergessen. Sie sind die Ersten an der Unfallstelle, wo ein deutscher Lastwagen von der Sihlhochstrasse rund 15 Meter tief ins Flussbett der Sihl stürzte. Mele erzählt: «Wir waren im Depot am Abladen – unmittelbar gegenüber der Unfallstelle.» Plötzlich hören die beiden Angestellten des städtischen Tiefbauamtes einen donnernden Knall: «Ich drehte mich um und sah den Lastwagen in die Tiefe fallen – wie in einem Actionfilm!» Der Italiener Mele sprintet sofort los, zusammen mit dem jüngeren portugiesischen Arbeitskollegen Anibal Neves.

Neves zögert keine Sekunde: «Ich bin ins Wasser gesprungen, um zu sehen, ob der Fahrer noch in der Kabine ist.» In diesem Moment trifft auch Pöstler Sedat Sherifi an der Unfallstelle ein. Einen Tag danach beschäftigt ihn das Drama noch immer. Schlafen konnte Sherifi nicht. Was er beim Unfall gesehen und gehört hatte, liess ihn nicht zur Ruhe kommen: «Der Fahrer schrie laut. Seine Beine waren praktisch platt gedrückt. Ein Fuss schaute in die falsche Richtung. Das Gesicht war voller Schleim.»

Der Fahrer sei bei Bewusstsein gewesen, habe aber nicht geredet. «Ich habe gemerkt, dass er nicht angefasst werden wollte», sagt Sherifi, «er schien richtig Angst vor uns zu haben.» Mit vereinten Kräften schlagen die Helfer die Scheibe der Führerkabine ein und schneiden den Sicherheitsgurt durch. Dann trifft auch schon die Polizei ein.

Elf Personen in sieben Fahrzeugen werden beim Auffahrunfall auf der Sihlhochstrasse verletzt – sechs davon konnten das Spital gestern wieder verlassen. Auch der 27-jährige rumänische LKW-Chauffeur wurde laut Polizei nicht lebensgefährlich verletzt und ist auf dem Weg der Besserung. Bleibt die Frage: Wie konnte der spektakuläre Crash passieren? Der Brückenfortsatz auf der Sihlhochstrasse ist mit einer massiven Wand gesichert.

Fernando Mele kann sich das nur mit Sekundenschlaf erklären: «Er muss ein gutes Tempo draufgehabt haben. So eine Betonwand durchschlägt man nicht so leicht.» Pöstler Sedat Sherifi ist selbst ehemaliger LKW-Fahrer und hat eine Vermutung, wie der Fahrer den 15-Meter-Sturz überleben konnte: «Der zweite Anhänger hat den Fall wohl abgebremst.»

Publiziert am 02.03.2016 | Aktualisiert am 02.03.2016
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Von Autobahn-Brücke gestürzt Lastwagen landet in der Sihl – 11 Verletzte

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1 Kommentare
  • Karen  Mind 02.03.2016
    Ich finde es toll, dass es so hilfsbereite Menschen gibt. Hoffentlich können sie das Geschehene verarbeiten. Die Nationalität spielt dabei doch keine Rolle. Oder wollte Blick aufzeigen, wie wichtig dass ausländischen Arbeitskräfte sind?