Nach Prügel-Vorwürfen im Asylheim: Experten sollen Asylzentrum Kreuzlingen untersuchen

KREUZLINGEN - TG - Das Staatssekretariat für Migration (SEM) lässt Vorwürfe gegen das Asylzentrum Kreuzlingen und die dort tätige Sicherheitsfirma von externer Stelle untersuchen. Die Öffentlichkeit soll über die Ergebnisse informiert werden.

Der Bund lässt Vorwürfe gegen das Asyl-Empfangszentrum Kreuzlingen und die dort tätige Sicherheitsfirma untersuchen, die ein Undercover-Journalist in der «SonntagsZeitung» publik gemacht hat. (Archivbild) play
Der Bund lässt Vorwürfe gegen das Asyl-Empfangszentrum Kreuzlingen und die dort tätige Sicherheitsfirma untersuchen, die ein Undercover-Journalist in der «SonntagsZeitung» publik gemacht hat. (Archivbild) Keystone/GIAN EHRENZELLER

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Mit der Untersuchung will das SEM eine unabhängige externe Stelle beauftragen. Das bestätigte SEM-Sprecher Martin Reichlin am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Vorwürfe hatte die «SonntagsZeitung» vergangenes Wochenende publik gemacht. Sie veröffentlichte den Bericht eines deutschen Journalisten, der sich als Asylsuchender ausgegeben hatte. Der Undercover-Journalist schilderte Missstände im Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen. Unter anderem berichtete er von Gewalt gegenüber Asylsuchenden.

Er schreibt von Räumen, in denen angelbich Asylbewerber verprügelt wurden. Das habe er allerdings nur vom Hörensagen erfahren - und selber angezweifelt. Hingegen will er gesehen haben, wie Sicherheitsbeamte einen Flüchtling ohrfeigten.

Ausriss vom Artikel vom 17. Januar in der SonntagsZeitung. play

Ausriss vom Artikel vom 17. Januar in der SonntagsZeitung.

 

Das SEM hält fest, wenn ihm Berichte über kritische Vorfälle vorlägen, würden diese gründlich und sorgfältig abgeklärt. Das geschehe auch in diesem Fall, sagte Reichlin. Das SEM habe unmittelbar nach Erscheinen des Artikels damit begonnen, die Vorwürfe zu prüfen. Nun habe es beschlossen, die Untersuchungen auszuweiten und an eine externe Stelle zu vergeben.

Die bisherigen Abklärungen förderten offenbar noch keine Missstände zutage. Bei einigen Vorwürfen steht laut Reichlin bereits fest, dass sie «jeder Grundlage entbehren». So hätten interne Abklärungen gezeigt, dass es ein umfassendes Beschäftigungsprogramm für Jugendliche und Kinder gebe.

Der Journalist hatte die Betreuung der Kinder bemängelt. Weiter kritisierte er, dass es keinen Gebetsraum gebe im Zentrum. Das trifft laut dem SEM nicht zu: Kreuzlingen verfüge über einen Andachtsraum, der Asylsuchenden aller Konfessionen offen stehe, sagte Reichlin. Es könne aber vorkommen, dass dieser als Schlafzimmer genutzt werden müsse.

Ein weiterer Vorwurf betraf Nackt-Durchsuchungen, welchen sich Asylsuchende unterziehen müssten. Dazu hält das SEM fest, solche Durchsuchungen dienten ausschliesslich der Sicherheit im Zentrum. (ct/SDA)

Publiziert am 22.01.2016 | Aktualisiert am 25.01.2016
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6 Kommentare
  • bobby  bosshard aus nisia floresta
    23.01.2016
    die deuschen sollen sich bitte schön auf ihre missstände konzentrieren. aber eben, der grosse Kanton lässt grüssen. hoch lebe Deutschland. jörg bosshard tabatinga
  • Coni  Müller 23.01.2016
    Im selben Bericht wurde über Drogendealer die sich im Zentrum aufhalten, solche die in die Ilegalität verschwinden etc. Berichtet. Und was wird in die Richtung getan, um die Misstände abzustellen? Vermutlich nichts, weil was nicht sein darf, kann nicht sein und zudem betrifft das nur die einheimische Bevölkerung, die damit leben muss.
  • Lorenz   Müller 23.01.2016
    Ich finde das gut. Vor allem, weil das ein neutraler Deutscher gemacht hat. Einer aus einem schönen Land, wo alles sauber, ehrlich und menschenfreundlich abläuft. Einem Land, wo Flüchtlinge willkommen sind, nicht wie bei uns. Wo eine weise Frau penibel darauf schaut, dass ihre Kolleginnen und Kollegen von der EU kein Geld verschleudern und korrumpieren. Wo die eigenen Bürger wenig Steuern zahlen weil die Politiker so gut auf ihre eigenen Mitmenschen schauen. Bravo, weiter so, liebe Journalisten!
    • Edi  Rey aus Romanshorn
      23.01.2016
      Tatsache bleibt, dass ein Undercoverjournalist aus Deutschland die Misstände in Kreuzlingen aufdecken musste. Wir selbst bringen das offenbar nicht fertig.
  • Betty  Rüdisüli 22.01.2016
    "Weiter kritisierte er, dass es keinen Gebetsraum gebe im Zentrum". Iat das wirklich wichtig, wenn ich aus dem Krieg geflohen bin? Wir haben mittlerweile schon eine komische Auffassung von Gastfreundlichkeit.
    • Michael  Rudolf 23.01.2016
      Anscheinend gehen alle davon aus, dass die Migranten alles Moslems sind. Ausserdem gibt es in Kreuzlingen genügend Moscheen wo die Migranten möglicherweise willkommen sind.